Test Philips 27E3U7903: 5K-Multimedia-Monitor überzeugt
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Neigungswinkel

Der Neigungswinkel lässt sich im Bereich von etwa −5° bis +20° einstellen, zudem ist ein Schwenk ins Hochformat (Pivot) möglich. Der Wechsel ins Hochformat gelingt vergleichsweise unkompliziert, die Neigungsverstellung selbst ist jedoch so straff ausgelegt, dass sie praktisch nur mit beiden Händen sinnvoll zu bedienen ist. Ein Ansetzen an der Ober- oder Unterkante ist durch die integrierte Webcam nicht möglich. Greift man seitlich ans Gehäuse, bleiben zwangsläufig Handballenabdrücke auf der Display-Fläche zurück.

Monitor Ansicht seitlich
Ansicht seitlich
Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel nach hinten
Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel nach hinten
Ansicht Pivot seitlich
Ansicht Pivot seitlich
Ansicht Pivot von vorn
Ansicht Pivot von vorn

Inklusive des Standbeins wiegt der Proband 8,1 kg – davon macht das Display allein bereits 6,3 kg aus. Aus Aluminium ist im Standbein nur die dünne und vergleichsweise kleine Bodenplatte. Im Alltag steht das Gerät dennoch stabil. Eine gewisse Kopflastigkeit ist aber vorhanden und beispielsweise bei der strengen Neigungsverstellung auch spürbar.

Standbein des Philips 27E3U7903
Standbein

Das Standbein liegt an der Display-Rückseite trotz Verschraubung nicht richtig an, und das Kunststoff-Gelenk wirkt angesichts des Display-Gewichtes recht filigran. Zum Transport ist es zugleich der beste Angriffspunkt, denn ansonsten lässt sich das Gerät schlecht greifen.

Kabelmanagement im Standbein
Kabelmanagement

Für das Kabelmanagement hat das Standbein im unteren Bereich einen ca. 2,5 cm breiten Schlitz, durch den auch der dicke Adapterknubbel des Stromkabels passt. Insgesamt ist mit der Lösung von Philips auch ein häufigeres Wechseln der Signaleingänge gut möglich, während gleichzeitig die Kabel unauffällig nach hinten abgeführt werden und die Höhenverstellung ebenfalls nicht behindern.

Kabelführung im Standbein
Kabelführung

Das Netzteil ist beim Philips 27E3U7903 fest im Gehäuse integriert. Die seitlich rundum am Rand angebrachten Lüftungsschlitze fallen dabei ausgesprochen dezent aus. Im Bereich der oberen Lüftungsschlitze ist selbst nach längerem Betrieb kaum eine Erwärmung festzustellen. Die findet man am ehesten auf der Rückseite in der Nähe der Anschlüsse. Mehr als handwarm wurde es aber auch hier im Test nicht.

Lüftungsschlitze
Lüftungsschlitze

In Summe hinterlässt der Philips 27E3U7903 im Kapitel „Optik und Mechanik“ einen uneinheitlichen Eindruck. Das Design ist modern, aufgeräumt und eindeutig an aktuellen Premium-Displays orientiert. Materialwahl, Oberflächenempfindlichkeit und die wenig feinfühlige Mechanik können diesen optischen Anspruch jedoch nicht vollständig einlösen. Der Monitor wirkt äußerlich hochwertiger, als er sich im täglichen Umgang tatsächlich anfühlt – ein Unterschied, der gerade im professionellen Umfeld auffällt.

Fairerweise sollte man aber dazusagen, dass bei Apple ein neigungs- und höhenverstellbarer Standfuß satte 460 Euro Aufpreis kostet.

Technik

Betriebsgeräusch

Wir haben beim Philips 27E3U7903 keine Betriebsgeräusche wahrnehmen können. Sowohl im Stand-by als auch im Betrieb arbeitet der Monitor völlig geräuschlos – unabhängig davon, welche Helligkeit eingestellt ist. Allerdings kann gerade die Geräuschentwicklung einer gewissen Serienstreuung unterliegen, weshalb diese Beurteilung nicht für alle Geräte einer Serie gleichermaßen zutreffen muss.

Stromverbrauch

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal k. A. 53,73 W
Betrieb typisch 37,76 W
140 cd/m² k. A. 28,57 W
Betrieb minimal k. A. 2,11 W
Energiespar­modus (Stand-by) 0,3 W 1 W
Ausgeschaltet (Soft-off) k. A. < 0,3 W
Ausgeschaltet (Netzschalter)

Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)

Zum Maximalverbrauch macht Philips im Datenblatt keine konkrete Angabe. Der typische Bedarf wird mit 37,76 Watt ausgewiesen. In unseren Messungen lag der Maximalverbrauch bei 53,73 Watt.

Der Soft-off-Modus senkt die Leistungsaufnahme nahezu auf null. Gemessen wurden lediglich unter 0,3 Watt. Im Stand-by-Betrieb ermittelten wir dagegen einen vergleichsweise hohen Wert von rund 1 Watt. Dieser ist in der Praxis jedoch realistisch einzuordnen: Bereits beim ersten Einschalten weist der Monitor darauf hin, dass er die geltenden Energiestandards zwar einhalten kann, dies allerdings mit funktionalen Einschränkungen einhergeht, da in diesem Modus ein Großteil der Einstellmöglichkeiten deaktiviert wird.

Einen separaten Netzschalter, um das Gerät vollständig vom Stromnetz zu trennen, besitzt der Philips 27E3U7903 nicht.

Bei einer auf 140 cd/m² eingestellten Bildschirmhelligkeit – einem praxisnahen Wert für Büro- und Studio-Arbeit – zeigt unser Messgerät eine Leistungsaufnahme von 28,57 Watt. Daraus ergibt sich eine Effizienz von rund 1,0 cd/W. Im Vergleich zu anderen Monitoren ist das ein lediglich durchschnittlicher Wert, angesichts der hohen 5K-Auflösung und der insgesamt gebotenen Leistungsfähigkeit des Probanden jedoch akzeptabel.

Anschlüsse

Der Philips 27E3U7903 ist konsequent als Docking-Monitor ausgelegt und bietet eine entsprechend umfangreiche und funktional abgestufte Anschlussausstattung. Sämtliche Schnittstellen sind auf der Rückseite horizontal angeordnet und gut erreichbar.

Anschlüsse des Philips 27E3U7903
Anschlüsse

Eine zentrale Rolle spielen die Thunderbolt-4-Anschlüsse. Der Monitor verfügt über einen Thunderbolt-4-Eingang (Upstream) und einen Thunderbolt-4-Ausgang (Downstream).

Der Thunderbolt-4-Eingang dient als Host-Anschluss für den Computer und überträgt neben dem Videosignal (DisplayPort-Alt-Modus 1.4) auch Daten und liefert Strom. Laut Handbuch unterstützt diese Schnittstelle Power Delivery mit bis zu 96 Watt. Der Thunderbolt-4-Ausgang ist für einen Daisy-Chain-Betrieb vorgesehen und stellt zusätzlich Power Delivery mit bis zu 15 Watt für nachgeschaltete Geräte bereit. Damit lassen sich weitere Thunderbolt-Displays oder Peripheriegeräte in Reihe betreiben.

Wichtige Anmerkung: Der Thunderbolt-4-Eingang akzeptiert auch USB-C-Verbindungen mit DisplayPort-1.4-Alt-Mode. Das ist keineswegs selbstverständlich und bedeutet, dass sich der Proband auch wie ein normaler USB-C-Monitor betreiben lässt. Die Vorteile der höheren Thunderbolt-4-Bandbreite stehen in diesem Fall allerdings nicht zur Verfügung.

Als klassische Videoschnittstelle ist zusätzlich ein HDMI-Eingang in Version 2.1 vorhanden. Einen dedizierten DisplayPort-Eingang besitzt der Philips 27E3U7903 nicht.

Für die USB-Anbindung stellt der Monitor mehrere Ports bereit. Neben dem Thunderbolt-Upstream existiert ein separater USB-C-Upstream-Anschluss für die Anbindung an Systeme ohne Thunderbolt. Auf der Downstream-Seite stehen ein USB-C-Port mit bis zu 15 Watt Ladeleistung und zwei USB-A-Buchsen zur Verfügung, die sich für Maus, Tastatur, externe Laufwerke oder andere Peripheriegeräte nutzen lassen. Der Philips 27E3U7903 fungiert damit als vollwertiger USB-Hub.

Ergänzend integriert der Monitor RJ-45-Ethernet, über das sich ein angeschlossener Rechner direkt ins kabelgebundene Netzwerk einbinden lässt – ein typisches und praxisrelevantes Feature moderner Docking-Displays. Hinzu kommen ein 3,5-mm-Kopfhörerausgang und eine Kensington-Diebstahlsicherung.

Die Anordnung der Anschlüsse ist grundsätzlich übersichtlich, wird in der Praxis jedoch durch das fest angeschlossene Stromkabel etwas beeinträchtigt, das zentral aus dem Gehäuse herausgeführt wird und zwischen den Ports verläuft. Bei der Erstmontage oder beim Umrüsten auf einen Monitorarm kann dies die Verkabelung unnötig erschweren, ändert aber nichts an der insgesamt sehr vollständigen Schnittstellen-Ausstattung.

In der Summe präsentiert sich der Philips 27E3U7903 als hochintegrierte Docking-Lösung: Thunderbolt 4 mit Daisy-Chain-Funktion und hoher Power-Delivery-Leistung, HDMI 2.1, zusätzlicher USB-C-Upstream, USB-Hub, Ethernet sowie ein Audio-Anschluss decken die meisten Studio- und Office-Szenarien ab und machen in vielen Setups eine separate Dockingstation überflüssig.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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