Farbwiedergabe
Bei Monitoren für den Grafikbereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-, DCI-P3- und Adobe-RGB-Modus. Anschließend wird der Proband mit Quato iColor Display kalibriert. Sofern der Bildschirm eine vollwertige Hardware-Kalibration besitzt, wird stattdessen diese in Verbindung mit der Hersteller-Software verwendet.
Farbraumvergleich in CIELAB (D50)
Die folgenden Darstellungen basieren auf den farbmetrischen Daten nach einer Kalibrierung auf D65 als Weißpunkt. Das Bezugsweiß für die Aufbereitung in CIELAB ist D50 (adaptiert mit Bradford).
Weißes Volumen: Bildschirmfarbraum
Schwarzes Volumen: Referenzfarbraum
Buntes Volumen: Schnittmenge
Vergleichsziele: sRGB, Adobe RGB, DCI-P3, ECI-RGB v2
Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Farbraumabdeckung zunächst nach der Software-Kalibrierung auf den nativen Farbraum im Vergleich mit unterschiedlichen Arbeitsfarbräumen:
Das weiße Gitternetz verdeutlicht die beeindruckende Größe des nativen Farbraums des Philips Brilliance 27E3U7903. Alle drei relevanten Zielfarbräume – sRGB, Adobe RGB und DCI-P3 – werden vollständig umschlossen. In dieser Geräteklasse ist das ein außergewöhnlich hoher Abdeckungsgrad, der kaum noch Spielraum nach oben lässt und sich klar auf Referenzniveau bewegt.
Im Vergleich zum Apple Studio Display ist insbesondere die vollständige Abdeckung von Adobe RGB ein klarer Mehrwert. Zu dessen Farbraumabdeckung macht Apple selbst keine konkreten Angaben; unabhängige Tests sprechen von Werten zwischen 85 und 95 %. Angesichts der klaren DCI-P3-Orientierung des Apple-Displays und der fehlenden technischen Spezifikation halten wir einen Wert um 85 % für realistisch. Das entspricht in etwa dem Niveau eines typischen, auf DCI-P3 ausgelegten Bildschirms.
Eine relevante Unterdeckung zeigt sich lediglich im Vergleich mit dem besonders weit gefassten ECI-RGB-Farbraum. Doch selbst dieser wird zu beachtlichen 91 % erfasst – in anderen Bereichen wird seine Abdeckung sogar deutlich übertroffen.
Der Philips 27E3U7903 besitzt ab Werk auch Presets für die Farbräume sRGB, Adobe RGB und DCI-P3. Ziel der Presets sollte es sein, den nativen Farbraum möglichst genau auf den Zielfarbraum zu begrenzen, sodass man auch außerhalb von Farbmanagement-fähigen Anwendungen ein verlässliches Ergebnis erhält.
Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Farbraumabdeckung unkalibriert in den jeweiligen Werkspresets:
Auch hier fallen die Ergebnisse außergewöhnlich präzise aus. Insbesondere die Presets für Adobe RGB und DCI-P3 beschneiden den nativen Farbraum nahezu perfekt auf den jeweiligen Zielfarbraum. Eine derartige Präzision finden wir sonst in dieser Konsequenz vor allem bei hardwarekalibrierbaren Monitoren von EIZO.
Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werkspreset und nach Software-Kalibrierung mit Quato iColor Display zusammen:
| Farbraum | Herstellerangabe | Abdeckung im Werks-Preset | Abdeckung nach Kalibrierung |
| sRGB | 100 % | 99 % | 100 % |
| Adobe RGB | 100 % | 98 % | 99 % |
| ECI-RGB v2 | k. A. | – | 91 % |
| DCI-P3 RGB | 99 % | 98 % | 100 % |
| ISO Coated v2 (FOGRA39L) | k. A. | – | 99 % |
Messungen nach Kalibrierung und Profilierung
Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)
Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben:
| Bildmodus: | Display P3 |
| Helligkeit: | 70 |
| Kontrast: | 50 |
| Gamma: | 2,2 |
| Farbtemperatur: | 6500 K |
| RGB: | k. A. |
| Color-Gamut: | Display P3 |
| DUE Priority: | Aus |
| Schärfe: | 50 |
| Reaktionszeit: | Aus |
Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Die Graubalance des Philips 27E3U7903 überzeugt sowohl subjektiv als auch in der messtechnischen Analyse durch ihre hohe Präzision. Auch die Farbtemperatur liegt mit gemessenen 6600 K nahezu exakt auf den im OSD hinterlegten 6500 K. Das Gamma zeigt einen weitgehend linearen Verlauf und liegt im Durchschnitt bei 2,13.
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Auch im sRGB-Modus schneidet der Philips 27E3U7903 hervorragend ab. Die Messungen zur Graubalance sind unverändert sehr gut (Delta-C-Average: 0,22; Delta-C-Range: 0,75). Auffällig ist allerdings die fehlende Anpassung des Gamma-Verlaufs an die Normkurve. Im Durchschnitt liegt das Gamma mit 2,15 wie gehabt etwas zu niedrig, die Farbtemperatur dagegen nahe beim Soll.
Die Farbabweichungen fallen im Durchschnitt sehr gering aus, und selbst der Maximalwert bleibt unter einem Delta E 2000 von 2 (Delta-E-2000-Average: 0,73; Delta-E-2000-Maximum: 1,71). Zugleich ist die Farbraumabdeckung mit 99 % bereits exzellent.
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Vergleich Adobe-RGB-Modus mit dem Adobe-RGB-Arbeitsfarbraum

Im Adobe-RGB-Modus verläuft das Gamma wie erwartet linear, liegt in den relevanten Helligkeitsbereichen aber auch in seiner absoluten Höhe sehr genau dort, wo es sein soll. Die Graubalance fällt hier nochmals etwas besser aus (Delta-C-Average: 0,22; Delta-C-Range: 0,63).
Das Gleiche gilt für die Abweichungen bei den Buntfarben (Delta-E-94-Average: 0,27; Delta-E-94-Maximum: 1,03). Insbesondere die sehr geringe Maximalabweichung bewegt sich damit klar auf Referenzniveau.
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Vergleich DCI-P3-Modus mit dem DCI-P3-Arbeitsfarbraum

Im DCI-P3-Modus wird zwar die hohe Gamma-Vorgabe von 2,6 nicht ganz erreicht, aber sonst ist alles wie gehabt erstklassig. Das Gamma liegt im Durchschnitt bei 2,51. Die Abweichungen bei den Grauwerten (Delta-C-Average: 0,24; Delta-C-Range: 0,63) und bei den Farben (Delta-E-2000-Average: 0,55; Delta-E-2000-Maximum: 1,60) sind minimal.
Entsprechende Inhalte können mit den Werkspresets also bereits ohne weitere Maßnahmen sehr ansprechend auch in nicht Farbmanagement-fähigen Anwendungen wiedergegeben werden. In dieser Präzision ist das wirklich selten.
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Messungen nach Kalibrierung und Profilierung
Für die nachfolgenden Messungen wurde das Gerät aus Quato iColor Display heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.
Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.
Für die Kalibrierung im OSD wurden folgende Werte eingestellt:
| Bildmodus: | Display P3 |
| Helligkeit: | 33 |
| Kontrast: | 50 |
| Gamma: | 2,2 |
| Farbtemperatur: | Benutzerdefiniert |
| RGB: | 99/94/93 |
| Color-Gamut: | Display P3 |
| DUE Priority: | Aus |
| Schärfe: | 50 |
| Reaktionszeit: | Aus |
Wichtige Anmerkung
Die sonst üblichen Bildmodi sind beim Philips 27E3U7903 nicht separat ausgeführt, sondern unter der Einstellung für den Farbraum zusammengefasst. Die jeweils gewählte Farbraum-Voreinstellung wird dabei automatisch gemeinsam mit weiteren Parametern wie Helligkeit, Farbtemperatur und Gamma gespeichert. Einen klassischen User-Modus im Sinne eines frei konfigurierbaren Presets gibt es daher nicht.
Die Einstellung „Display P3“ lässt zunächst eine Beschränkung auf den gleichnamigen Zielfarbraum vermuten. Anders als im DCI-P3-Modus ist das hier jedoch nicht der Fall. Tatsächlich zeigt sich in der Praxis, dass in diesem Modus der native Farbraum des Panels genutzt wird. Angesichts dessen haben wir diese Einstellung als Basis für die Software-Kalibrierung verwendet.
Hardware-Kalibration
Bei einer Software-Kalibrierung werden bei jedem Systemstart Korrekturdaten in die LUT der Grafikkarte geschrieben. Zusätzlich erfolgt die Weißpunktanpassung häufig über die RGB-Gain-Regler im OSD des Monitors. Dadurch wird der effektiv nutzbare Farbraum beschnitten: Die maximal verfügbaren 256 Abstufungen pro Farbkanal werden nicht mehr vollständig genutzt. Trotz messtechnisch hoher Farbgenauigkeit kann sich dies in der Praxis durch Banding-Effekte in feinen Grau- und Farbverläufen bemerkbar machen.
Eine Hardware-Kalibrierung setzt hingegen direkt im Monitor an. Die Korrekturen werden in der internen LUT des Displays vorgenommen, sodass die volle Farbauflösung pro Kanal erhalten bleibt. Sie arbeitet unabhängig von Betriebssystem und Grafikkarte und ermöglicht eine höhere Präzision sowie konsistente Ergebnisse über verschiedene Systeme hinweg.
Der Philips Brilliance 27E3U7903 wird als „Calman Ready“ beworben, was bedeutet, dass der Monitor grundsätzlich hardwarekalibrierfähig ist. Interne LUTs können angepasst und Kalibrierprofile direkt im Monitor gespeichert werden. Philips verzichtet jedoch auf eine eigene Kalibrier-Software und setzt stattdessen auf die externe Lösung Calman von Portrait Displays.
Die hierfür verfügbare Edition „Calman Home for Philips“ (ca. 199 USD) richtet sich primär an die Kalibrierung von Consumer-Fernsehern und bietet nicht den Funktionsumfang, der für präzise SDR- oder HDR-Workflows im professionellen Grafik- oder Videoumfeld erforderlich ist. Die für eine ernsthafte Monitorkalibrierung geeignete Calman-Studio-Lizenz kostet rund 1.199 USD und liegt damit deutlich über dem Preis des Philips 27E3U7903 selbst. Zusätzlich wird ein externes Messgerät vorausgesetzt.
In der Praxis bedeutet das: Die Hardware-Fähigkeit zur Kalibrierung ist vorhanden, der professionelle Workflow muss jedoch separat lizenziert und mit erheblichem finanziellen und organisatorischen Aufwand umgesetzt werden. Von einer „automatischen“ Kalibrierung im Sinne integrierter Lösungen mit eingebautem Sensor – wie sie bei spezialisierten Grafikmonitoren üblich ist – kann daher nicht die Rede sein.
Aus diesen Gründen haben wir uns im Test auf eine Software-Kalibrierung beschränkt.


















