Test Sony Xperia Z2 – wasserdichtes Tablet
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Lautsprecher

Den von Sony versprochenen „tadellosen Klang“ können wir beim Testgerät leider nicht herauskitzeln. Daran ändert auch nichts die im Auslieferungszustand deaktivierte ClearAudio+ Optimierung. Die beiden integrierten Lautsprecher befinden sich ungünstig positioniert links und rechts im unteren Bereich des Displayrahmens und bieten damit schon mal eine schlechte Grundlage. Dort, wo man im Normalfall sein Tablet festhält, können diese schnell verdeckt werden. Bildet man hier mit seiner Handinnenfläche nicht eine Art Klangkörper, dann bleibt die Tonausgabe noch dumpfer als sie eh schon ist.

Zusammen mit der höhenlastigen Soundcharakteristik ergibt das eine eigenartig blecherne Kombination, die nicht wirklich gefallen mag. Dass ab etwa halber Lautstärke zudem der Sound verzerrt wird, macht hier auch nicht mehr viel aus, da man bei diesem Tablet nur in seltensten Fällen auf externe Kopfhörer oder Boxen verzichten wird. Schon mit günstigen externen Lautsprechern oder Ohrhörern stellt sich eine hörbare Qualitätsverbesserung ein.

Display

Das spiegelnde 10,1-Zoll-IPS-Triluminos-Display verfügt über eine Auflösung von 1.920 x 1.200 Bildpunkten (224 ppi) und bietet damit eine weniger feine Darstellung als das Samsung Galaxy Note 10.1 Edition 2014 (300 ppi) oder das Apple iPad Air (264 ppi). Dennoch sind einzelne Pixel mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen und die Darstellung wirkt nicht weniger scharf.

Wie bei den meisten Tablets üblich, wird die hohe Auflösung nicht dazu verwendet, um eine möglichst große Arbeitsfläche zu generieren, sondern um die Darstellung der Inhalte qualitativ aufzuwerten. Im Ergebnis findet man neben der scharfen Darstellung fein differenzierte Details vor. Das Seitenverhältnis im 16:10 Format hat, je nachdem mit welchem Konkurrenten man es vergleicht, seine Vor- und Nachteile. Im Hochkantformat passt viel Text auf eine Seite bevor man scrollen muss und im Breitbild-Modus halten sich die schwarzen Balken bei Filmen noch im erträglichen Rahmen.

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Das Sony Xperia Z2 Tablet verfügt über ein farbstarkes Triluminos Display mit 1.920 x 1.200 Bildpunkten.

Die spiegelnde Display-Oberfläche erreicht im Mittel eine maximale Helligkeit von 384 cd/m². Im Zentrum sind es sogar 416 cd/m², während wir in den beiden rechten Ecken nur etwa 355 cd/m² gemessen haben. Im regulären Betrieb ist von diesen Helligkeitsunterschieden praktisch nichts zu entdecken.

Am Displayrand sind nur äußerst minimale Leuchtstreifen zu erkennen, die wenn überhaupt nur bei dunklen Bildinhalten auffallen. Ansonsten lässt sich die Displayhelligkeit stufenlos von minimal 10 cd/m² bis 416 cd/m² (jeweils Displaymitte) verstellen. Die 88 cd/m² unseres eBook-Reader-Tests erhält man, indem man den Helligkeitsregler zu etwa zwei Drittel aufzieht. Im letzten Drittel steigt die Helligkeit dann relativ rapide an.

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Links: Helligkeitsverteilung. Rechts: Helligkeitseinstellung 88 cd/m².

Während man in Innenräumen dank der hohen Displayhelligkeit gut mit dem spiegelnden Display zurechtkommen kann, wirkt sich diese Eigenschaft im Außenbetrieb sichtbar nachteiliger aus. Sich in der Oberfläche widerspiegelnde Umgebungsgegenstände überlagern den eigentlichen Bildinhalt und stören je nach Ausrichtung des Bildschirms mal mehr und mal weniger. Durch die recht kräftige Displaybeleuchtung wird dieser Effekt immerhin etwas relativiert und fällt weniger stark ins Gewicht als bei dunkleren Bildschirmen mit glatter Oberfläche.

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Sony Experia Z2 im Außeneinsatz.

Neben der Unempfindlichkeit des Gehäuses gegen Staub und Wasser ist ein weiteres Alleinstellungsmerkmal Sonys Triluminos-Technologie beim Display. Hier werden blaue LEDs mit rotem und grünem Phosphor kombiniert und erzeugen so ein besonders breites Farbspektrum. Bereits rein subjektiv werden Farben deutlich differenzierter dargestellt und Webseiten erscheinen teils in Farbtönen, die sonst oft im Verborgenen bleiben. Die Farben wirken dabei sehr kräftig und intensiv, was je nach Anwendung aber auch etwas unnatürlich wirken kann.

Der von uns ermittelte Farbraum übertrifft den sRGB-Farbraum vor allem im Blau-, Magenta- und Grünbereich. Die blauen LEDs in Kombination mit rotem und grünem Phosphor zeigen hier ihre Wirkung. Die Farbtreue erreicht bei unserem Testgerät in der Werkseinstellung dagegen keine guten Werte. Graustufen, Mischfarben und Grundfarben weichen teils mit einem DeltaE2000 von über 10 deutlich vom Ideal ab.

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Farbraumvergleich Xperia Z2 Tablet (Weiß),sRGB (Schwarz), AdobeRGB (Blau). CalMAN sRGB ColorChecker (spectracal.com).

Der sehr gute Schwarzwert von 0,34 cd/m² bei maximaler Displayhelligkeit von 416 cd/m² (Displaymitte) sorgt für einen hohen Kontrast von 1223:1. Das ist ein sehr gutes Ergebnis, das zu einem satten Schwarz führt und insbesondere bei Filmen, Fotos und Spielen effektvoll zur Geltung kommt.

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Die Blickwinkelstabilität ist dank des IPS-Panels insgesamt sehr gut. Bei besonders weiten Winkeln wird die Darstellung etwas schlechter, da sich dann Spiegelungen der glatten Glasoberfläche über die Bildinhalte legen. Farb- oder relevante Helligkeitsveränderungen können wir beim Triluminos-IPS-Panel jedoch nicht entdecken.

Touchscreen

Die Bedienung des Sony Xperia Z2 Tablet hat im Test tadellos funktioniert. Wischgesten wurden flüssig und ohne Aussetzer oder Wartezeiten umgesetzt. Im Randbereich können wir kein nachlassen der Sensitivität feststellen. Programmabstürze, Gedenkminuten oder sonstige Bedienungseinschränkungen sind während des Testzeitraums nicht vorgekommen. Ab und zu sollte man wie bei jedem anderen Tablet auch, das eine oder andere nicht mehr benötigte Programm schließen, um das System zu entlasten. Gerade speicherintensive Apps wie Spiele können da schon mal etwas bremsend wirken.

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Links: Die virtuelle Tastatur lässt sich intuitiv bedienen. Rechts: Im Hochkantformat wird es zwar etwas enger, bleibt aber immer noch gut bedienbar.

Das Sony Xperia Z2 ist nicht mit einer Digitizer-Funktion ausgestattet. Eine Stiftbedienung lässt sich daher, wie bei vielen anderen Tablets auch, nur mit kapazitiven Stiften umsetzen. Mit ihren Gummispitzen ersetzen diese den Finger und stellen weder verschiedene Druckstufen noch sonstige Features der Digitizer-Alternativen bereit.

Die virtuelle Tastatur bietet im Breitbildformat große Tasten und lässt sich intuitiv bedienen. Im Hochkantformat rückt das Tastenfeld zwar dichter zusammen, bleibt aber dank der reduzierten Zeichenzahl im Vergleich zur virtuellen Tastatur des Samsung Galaxy Note 10.1 WiFi Edition 2014 noch angenehm komfortabel bei der Eingabe.

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