Test Tablet Viewsonic ViewPad 10e

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Einleitung

Mit dem ViewPad 10e bringt ViewSonic ein ultraschlankes Tablet auf den Markt, das mit nur 9,1 Millimeter Dicke auskommt. Der 9,7 Zoll große Touchscreen zeigt 1.024 x 768 Pixel im Seitenverhältnis von 4:3. Angetrieben wird das 620 Gramm schwere Gerät von einem Cortex-A8-Prozessor, der über einen Rechenkern mit 1 GHz Takt und 512 MB Arbeitsspeicher verfügt. Der interne Speicherplatz ist mit 4 GB bestückt, mit einer Speicherkarte kann er um 32 GB erweitert werden. Für die Kommunikation sind Bluetooth und n-WLAN vorhanden. Im folgenden Test nehmen wir das ViewSonic ViewPad 10e genau unter die Lupe.

Optik und Handhabung

Der erste Qualitätseindruck ist gut. Das Gehäuse wirkt sehr stabil, die Spaltmaße sind nicht perfekt aber recht gering. Hervorstehende Ecken und Kanten finden wir nur an der nachlässig montierten Blende des microSD-Slots.

Mit 620 Gramm ist das ViewPad nur 19 Gramm schwerer als ein iPad 2 ohne 3G-Option, dennoch soll im Inneren ein großer Akku mit 5400 mAh verbaut sein. Die geringe Dicke entspricht eher einem Smartphone und unterstreicht den handlichen Eindruck, allerdings sind auch alle seitlichen Bedienelemente und Anschlüsse entsprechend schlank gestaltet. Ein schmaler Streifen der anthrazitfarbenen Rückwand ist für das Halten mit der linken Hand in griffigem Schwarz gummiert.

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Acer Iconia Tab A100 Tablet Back
Das ViewPad von vorn und hinten. (Bilder: ViewSonic)

Leider zieht das Gehäuse Fingerabdrücke und Staubflusen wie magnetisch an, schon nach kurzer Zeit ist das Gehäuse mit unansehnlichen Gebrauchsspuren übersät. Das gilt nicht nur für die schwarz-glänzende Vorderseite, sondern auch für die mattierte Rückseite: sie erweist sich ebenso als hochempfindlich für Schmutz und Kratzer und ist zudem noch schwerer zu reinigen als die glatte Vorderseite.

Kommunikation

Die Anschlüsse an den schmalen Seitenflächen des ViewPad 10e sind durchweg klein geraten. Der microSD Kartenslot ist nicht abgedeckt, das Herausziehen der winzigen Karte ist eine fummelige Angelegenheit. Für den microUSB-Port liegt ein Kabel bei, für den miniHDMI-Anschluss (versteckt hinter einem Deckelchen mit Bildschirmsymbol) leider nicht.

Acer Iconia Tab A100 Tablet Anschluesse
Schmale Anschlussleiste an der Oberkante.

Zusätzlich gibt es noch den Kopfhöreranschluss (Stereoklinke 3,5 mm) und die Netzteilbuchse. Rechts im Foto ist der winzige Schieber des Ein-/Aus-Schalters zu sehen, der sich vorzugsweise mit dem Fingernagel bedienen lässt – unbeabsichtigtes Einschalten muss man hier nicht befürchten.

Die WLAN-Anbindung unterstützt die Standards 802.11 b/g/n, Bluetooth die Versionen 3.0 und 2.1. UMTS und GPS gibt es nicht, auch nicht als Option.

Display

Das Display mit der blickwinkelstabilen IPS-Technik ist sicherlich das Highlight des ViewPad 10e. Die Farben wirken satt und kontrastreich, bei seitlichem Einblick verblasst hier nichts. Die Leuchtdichte gibt ViewSonic mit 400 cd/m² an, unsere Messung liefert einen Regelbereich von 50 bis 390 cd/m². Der Schwarzwert ist mit 0,07 bis 0,54 cd/m² ebenfalls sehr gut, daraus errechnet sich ein beeindruckendes Kontrastverhältnis von 720:1.

Acer Iconia Tab A100 Tablet Kontrast
Guter Regelbereich, hohes Kontrastverhältnis.

Auch die Helligkeitsverteilung kann begeistern: beim Weißbild ist das Display sehr gleichmäßig ausgeleuchtet, der Mittelwert beträgt hervorragende 98 Prozent. Beim Schwarzbild zeigen sich zwei daumennagelgroße Stellen am linken Rand, an denen die Hintergrundbeleuchtung durchscheint. Ansonsten wirkt auch das Schwarzbild sehr gleichmäßig.

Acer Iconia Tab A100 Tablet Ausleucht
Sehr gleichmäßige Helligkeitsverteilung beim Weißbild.

Bei der Bedienung reagiert der kapazitive Touchscreen schnell und zuverlässig. Nicht ganz so schnell erscheinen uns die Sensoren des ViewTab, meist dauert es etwas, bis der Bildschirminhalt der Drehung des Tablets folgt. Die automatische Drehfunktion kann abgestellt werden, ein Schalter zur Fixierung der derzeitigen Position ist nicht vorhanden.

Die Auflösung mit 1.024 x 768 Pixeln im Seitenverhältnis von 4:3 entspricht dem iPad 2, während die meisten Androiden eher mit höheren Auflösungen im 16:9-Format daherkommen. Lästig sind die starken Spiegelungen, die seitliche Lichtquellen und helle Gegenstände auf dem glänzenden Display erzeugen. Ausgeschaltet lässt sich das Gerät hervorragend als Kosmetikspiegel verwenden.

Multimedia

Auf der Vorderseite rechts oben finden wir die CMOS-Kamera, sie liefert nur die geringe Auflösung von 1,3 Megapixel. Das reicht für Webcam-Anwendungen, fotografische Ambitionen werden hier nicht bedient.

Die beiden Lautsprecherchen finden wir unten an der Rückseite. Für Nachrichtentexte oder gelegentliche Hintergrundmusik mögen sie ausreichen, der Klang bewegt sich aber eher auf dem Niveau eines Küchenradios. Schade, dass ViewSonic keinen Radioempfang spendiert hat.

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Kleine Stereo-Lautsprecher an der Rückseite.

Bei Videos zeigt das ViewPad zahlreiche gängige Dateiformate wie MP4, AVI, WMV und MOV. Aktuelle 16:9-Inhalte bringen bei der Vollbilddarstellung auf dem 4:3-Display zwangsläufig schwarze Bildränder mit sich. Über HDMI können Bilder und Videos bis maximal 720p ausgegeben werden.

Ebooks können in den Formaten PDF, ePub und TXT angezeigt werden. Für den schnellen Zugriff ist die Amazon Kindle App bereits vorinstalliert. Beim Lesen wird das Gewicht des 10-Zöllers schnell unkomfortabel, auch die niedrigere Pixeldichte (132 dpi gegenüber z.B. 167 dpi beim Amazon Kindle 4) ist für Ebooks nicht vorteilhaft.

Software

Das ViewPad 10e kommt mit Android 2.3 (Gingerbread) – dies ist die Smartphone-Ausgabe von Android. Die Tablet-Variante 3.2 (Honeycomb) oder besser noch das aktuelle 4.0 (Ice Cream Sandwich) sind hier merkwürdigerweise nicht installiert, eine verbindliche Zusage zur späteren Aktualisierung steht derzeit noch aus.

Für den Start von Anwendungen stehen zwei Optionen zur Verfügung: der grundlegende Android Launcher (deutsch: Übersicht), und das ViewSonic-eigene ViewScene 3D. Während ersterer ohne jeden Komfort auskommen muss, bietet ViewScene einen komfortabel zu bedienenden Desktop mit mehreren Oberflächen an.

Acer Iconia Tab A100 Tablet Launch
Zwei Startprogramme stehen zur Verfügung.

Oft wird der vorhandene Platz auf dem Display schlecht ausgenutzt, die Schriften erscheinen sehr groß. Trotz nicht vorhandener Telefonfunktion ist der Prozess „Mobilfunk-Standby“ angeblich der größte Verbraucher, und beim Abschalten liest man die Meldung: „Ihr Telefon wird herunter gefahren“.

Leider fehlt der Android-Installation ein Google-Zertifikat, daher gibt es keine Apps aus dem Android-Market. Angeboten wird stattdessen der deutlich schlechter bestückte Appstore von 1Mobile.

Laufzeiten

Für den Start benötigt das ViewPad knapp 30 Sekunden, zuvor muss der Ein-/Aus-Schieber mindestens 4 Sekunden gehalten werden. Applikationen startet das Tablet meist zügig, der Start des ViewScene 3D lässt bisweilen allerdings geraume Zeit auf sich warten. Auch beim Browsen im Internet sind öfters mal kleine Ruckler zu sehen.

Der Akku hielt knapp einen Tag im Dauereinsatz durch, wenn wir das helle Display auf augenfreundliche 200 cd/m² herunter regelten. Der Hersteller gibt eine Standby-Zeit von 200 Stunden an, unser noch nagelneuer Akku schaffte davon gerade mal die Hälfte. Das mitgelieferte Netzteil sollte also immer dabei sein, denn Laden über USB ist nicht möglich.

Bewertung

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Diskussion in unserem Forum

Fazit

Das ViewSonic ViewPad 10e hinterlässt einen unentschlossenen Eindruck. Zweifellos ist die Bildqualität des Displays beeindruckend gut, doch alles Übrige hat man anderswo schon mindestens ebenso gut gesehen. Der starke Akku hält nicht besonders lange, jedwede Komfortausstattung fehlt, die USB-Buchse lädt keinen Strom in den Akku, der Einschalter nervt – hier addieren sich die Kleinigkeiten.

Hauptsächlich aber fragt man sich, warum ein brandneues 10 Zoll Tablet mit einer nur oberflächlich angepassten Smartphone-Version ohne Zugriff auf den Android-Market ausgeliefert wird. In einem Preisbereich, an den sich die Mitbewerber von oben her mit neuen Quad-Cores herantasten, erscheint die Preisempfehlung von 349 Euro für die hier gebotene Grundausstattung mit Single-Core CPU und bescheidenem Speicher dann doch sehr ambitioniert.

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