Test TV LG 47LW650S
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DVB-Tuner

Der integrierte Triple-Tuner unterstützt DVB-T, DVB-C und DVB-S inkl. angebotener HD-Signale. Wir haben die Verarbeitung von DVB-S und DVB-S2 Signalen getestet. Durch den CI+ Schacht können verschlüsselte Programme empfangen werden.

Lg 47lw650s Fernseher Triple Tuner
Lg 47lw650s Fernseher Ci Schacht
Links: Anschlüsse für DVB-T, DVB-C und DVB-S; Rechts: CI+ Schacht

Die Beurteilung der Qualität integrierter Tuner krankt an dem Umstand, dass zwangsweise eine Weiterverarbeitung erfolgt. Scaler und (sofern kein Programm in 720p ausgewählt wird) Deinterlacer werden also immer mitgetestet. Trotz dieser Einschränkung können wir festhalten, dass der Tuner sich keinen größeren Fauxpas erlaubt. Eine möglichst unverarbeitete Zuspielung über einen externen DVB-Receiver bringt keine deutlichen Qualitätszugewinne. Ein sichtbarer „Chroma Upsampling Error“, präsent noch bei einigen günstigen DVB-Receivern, bleibt aus (abgesehen von inhärenten Einschränkungen durch die 4:2:0 Unterabtastung bei nativem Videomaterial).

Interessant ist die Aufnahmefunktion durch eine vom Mediaplayer des LG 47LW650S initialisierte Festplatte.

Lautsprecher

LG gönnt dem 47LW650S zwei interne Lautsprecher mit einer Leistung von 10 Watt. Das schmale Gehäuse setzt enge Grenzen bezüglich der Qualität. Daher können wir letztlich nur festhalten: „Sie funktionieren“. Soundgenuss hört sich aber anders an.

3D-Inhalte

Anstatt abwechselnd ein Bild für das rechte und linke Auge über die gesamte Panelfläche anzuzeigen, setzt LG beim 47LW650S auf eine passive Technik. Im 3D-Betrieb wird das zeilenweise unterschiedlich polarisierte Licht von den einfachen Polarisationsfilterbrillen gefiltert.

Lg 47lw650s Fernseher 3d
Die beigelegten Polarisationsfilterbrillen.

Die Vorteile gegenüber einer Umsetzung mit Shutterbrillen liegen in einer nur wenig reduzierten Helligkeit und flimmerfreien Darstellung, geringen Crosstalk-Effekten und der Verfügbarkeit von günstigen, leichten Brillen. Großer Nachteil ist die halbierte vertikale Auflösung. Gleichzeitig ist der vertikale Sweetspot für die Erhaltung des 3D-Effektes eingeschränkt.

Tatsächlich präsentiert der LG 47LW650S ein helles, angenehmes 3D-Bild. Störende Crosstalk-Effekte haben wir auch in kritischen Szenen kaum festgestellt. Der vertikale Bewegungsspielraum ist eingeschränkt, was im üblichen Sichtabstand nur wenig ins Gewicht fallen sollte. Allerdings ist die verminderte vertikale Auflösung nicht wegzudiskutieren. Auch in 3 Meter Abstand konnten wir leichte Aliasing-/ Treppenstufen-Effekte wahrnehmen.

Aufgrund der für jedes Auge verbleibenden 540 Zeilen sollte man von der Zuspielung von „Side-by-Side“ Material mit reduzierter horizontaler Auflösung absehen. Bei „Top-and-Bottom“ Material ist dagegen die vertikale Auflösung verringert, was exakt mit der Implementierung von LG korreliert. Auf Blu-ray werden 3D-Inhalte per „Frame-Packing“ mit voller Auflösung ausgegeben.

Mit entsprechender Treiberausstattung ist auch die 3D-Darstellung vom Rechner aus möglich. nVidias „3D Vision“ mit einer Ausgabefrequenz von 120Hz wird aber nicht unterstützt. Hier ist man auf Lösungen angewiesen, die das Signal mit geringerer Bildwiederholfrequenz und „Side-by-Side“, „Top-and-Bottom“ oder per „Frame-Packing“ ausgeben.

Die Möglichkeit, 2D-Inhalte nach 3D zu konvertieren, fanden wir im Ergebnis wenig überzeugend. Von nativem 3D-Material ist man weit entfernt.

LG zeigt mit der passiven 3D-Technik eine sehr interessante und ausgereifte Alternative zum Einsatz von Shutterbrillen auf. Ob die diskutierten Vorteile die halbierte vertikale Auflösung aufwiegen können, muss der Benutzer letztlich selbst entscheiden.

Bewertung

Keine Angaben
3.7

(GUT)

Fazit

Der LG 47LW650S ist ein LCD-TV mit vielen Talenten. Auf der Haben-Seite stehen die hohe Blickwinkelstabilität, eine potente Elektronik und gute Werksabstimmung in den „Cinema“- und „Expert“-Modi und ein sehr umfangreiches Featureset, das wir an dieser Stelle nicht erneut auflisten wollen.

Das integrierte CMS erlaubt eine Kalibration durch den Benutzer, allerdings ist die Farbraumanpassung unglücklich umgesetzt. Aufgrund geeigneter Voreinstellungen (und eines nativ ohnehin in Richtung ITU-R BT.709 tendierenden Farbraums) ist das aber kein Beinbruch.

Die passive 3D-Technik mit Polarisationsfilterbrillen konnte im Test überzeugen, auch wenn die Halbierung der vertikalen Auflösung auf 540 Zeilen durchaus sichtbar ist.

Leider zeigte unser Testgerät Schwächen in Bildhomogenität und Ausleuchtung. Die Helligkeitsverteilung variiert zu stark, und die Ausleuchtung ist fleckig. Besonders in schnellen Spielen kann der etwas zu hohe Input-Lag störend sein.

Das Kontrastverhältnis liegt für ein IPS-Panel im grünen Bereich. Allerdings erreicht die Konkurrenz mit dem Einsatz von VA-Panels nativ deutlich höhere Werte. Aufgrund der Edge-LED Hintergrundbeleuchtung kann auch die „Local Dimming“ Funktion in den meisten Situationen keine entscheidende Verbesserung erreichen.

Die Videosignalverarbeitung erfolgt solide. Schwächen im Deinterlacing von Videomaterial werden von einer starken Leistung bei Filmmaterial aufgewogen. Hinsichtlich des Postprocessing vermissen wir ein gutes „Detail Enhancement“, das der Darstellung noch einen gewissen „Punch“ hätte geben können.

Der aktuelle Straßenpreis von etwa 1.250,00 Euro ist angesichts der Leistungen angemessen. Damit erreicht der LG 47LW650S insgesamt ein gutes Ergebnis.

Technische Spezifikation: LG 47LW650SWenn Sie unserem Redakteur Fragen zu diesem Test stellen möchten, tun Sie dies bitte in folgendem Beitrag innerhalb unseres Forums. Wir versuchen Ihre Fragen so schnell wie möglich zu beantworten.

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... ist seit 2008 dabei und hat Medieninformatik sowie Druck-/ Medientechnik studiert. Es ist für die Bereiche Farbmesstechnik, -metrik und -management zuständig und entwickelte die PRAD-Test-Software. Nach wie vor verfasst er Testberichte über Grafik-Monitore.

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