Test TV TCL U55S7606DS
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Multimedia

Beim Smart-TV-Angebot greift TCL auf ein fertiges Portal aus dem Hause Netrange zurück. Zwar integriert die deutsche Software-Schmiede zahlreiche Apps, bei denen es sich allerdings überwiegend um unbekanntere Dienste handelt. Die Hochkaräter sind eher rar gesät, steht doch zum Beispiel Netflix als einzige Online-Videothek zur Auswahl – keine Spur von Maxdome oder Amazon Instant Video! Wenigstens wurde nicht auf YouTube verzichtet; auch Twitter und Facebook sind mit von der Partie.

Als praktisch erweist sich der in die Fernbedienung integrierte Beschleunigungssensor, der je nach Handbewegung einen Mauszeiger über den Bildschirm manövriert. Der interne Mediaplayer kommt mit zahlreichen Dateitypen zurecht, schwächelt jedoch bei 4K-Formaten (siehe „4K-Wiedergabe“).

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Auf ansprechend gestaltete Menüs sowie Smart-TV-Apps muss man beim TCL-Fernseher nicht verzichten, wobei die Navigation hin und wieder etwas träge vonstattengeht.

Der interne Mediaplayer kommt mit allen wichtigen Dateiformaten zurecht, verweigert allerdings Ultra-HD-Videos – mehr dazu unter „4K-Wiedergabe“.

Bildqualität

In den Werkseinstellungen fällt der TCL U55S7606DS bei eingefleischten Cineasten gnadenlos durch: Sein Bild wirkt verrauscht und künstlich, so dass man sich ernsthaft fragt, ob überhaupt eine Qualitätskontrolle stattgefunden hat. Dabei sorgt schon der Wechsel auf den Bildmodus „Kino“ für sichtbare Verbesserungen, kommen hier doch nicht nur etwas natürlichere Farben, sondern auch ein satter (Im-Bild-)Kontrast von 703:1 sowie eine hohe Durchschnittshelligkeit von 318 Candela pro Quadratmeter zustande.

Dreht man den Hintergrundbeleuchtungs-Regler komplett auf, sind sogar bis zu 452 Candela möglich – dem Fernsehen an sonnigen Tagen steht also nichts im Wege. Für ein Edge-LED-Modell dieser Preisklasse brilliert das Gerät außerdem mit einer sehr homogenen Ausleuchtung.

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Die Farbabweichungen des TCL U55S7606DS lassen sich über das Bildmenü reduzieren, aber nicht gänzlich beseitigen. Darüber hinaus können der Kontrast und die Feinzeichnung optimiert werden.

Leider ist der Blickwinkel des UHD-Billigheimers alles andere als stabil: Bereits aus leicht schräger Perspektive verliert das Bild ganze 75 Prozent des Kontrasts und fast die Hälfte der Helligkeit. Im Vergleich zu Markenmodellen liegt die Farbreproduktion auf unterdurchschnittlichem Niveau; die Delta-E-Abweichungen betragen 7,6 (Farbe) beziehungsweise 8,6 (Graustufen). Dabei driften sämtliche Nuancen, darunter auch Hauttöne, ins bläuliche Violett ab. Außerdem werden schwarze Bereiche relativ stark aufgehellt.

Die Schärfe lässt im Großen und Ganzen keine Wünsche offen – speziell HD-Material erscheint angenehm knackig. Das gilt auch im Tuner-Betrieb, zumal sich der Bildbeschnitt (Overscan) komplett abschalten lässt.

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Die beste Ausgangsbasis für ein Heimkino-taugliches Bild bietet das Preset „Kino“, wobei die Farbreproduktion stark zu wünschen übrig lässt.
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In den Werkseinstellungen tanzen praktisch alle gemessenen Mischfarben aus der Reihe, wobei Blau- und Grautöne besonders stark abweichen. Die Farbtemperatur ist zu kühl.

Trotz aktiver Shutter-Technik geht in 3D-Filmen die Auflösung verloren. Im RP-133-Testbild beispielsweise erscheinen native Linienpaare grau statt schwarz und selbst die vertikalen Linienpaare sind nur dürftig erkennbar. Problematischer finden wir in der Praxis allerdings die häufigen Geisterbilder (Übersprechen) und das permanente Ruckeln.

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Seitlich sitzenden Zuschauer bereitet der TCL U55S7606DS wegen seiner schlechten Blickwinkelstabilität keinen Spaß; der Kontrast nimmt um 75 Prozent ab.

2 KOMMENTARE

  1. Also nicht von einem Panasonic Viera TX-P50UT50E (50″ FullHD-Plasma mit Aktiv-3D) wechseln?

    Und was heißt „trotz aktiver Shutter-Technik geht in 3D-Filmen die Auflösung verloren.“

    4K-3D gibt es noch nicht soweit ich weiß.
    Wenn sich die Auflösung von 8MP auf 4MP reduzieren würde (wie früher bei Polfilter-3D die halbierte FHD-Auflösung), wäre das immer noch FullHD, ja sogar mehr als die 2,3MP von FHD.

    Das hätte man schon genauer beschreiben können 🙂 .

    Solange man keine Twin-Sat-Tuner im TV hat, und auch HD+ ohne Restriktionen möglich ist (notfalls mit Uni-Cam), sind die integrierten Funktionen sowieso uninteressant.
    Das gleiche beim Ton, der kommt eh aus dem 7.1-System.

    Wenn es ein oft zu findendes Gebrauchtgerät mit evtl. 47″ aufwärts mit vernünftiger Bildqualität (gleich oder besser dem oben genannten Viera) gäbe, der wäre eine Alternative.
    Smart-TV-Funktionen und Ton sind dabei völlig irrelevant.

  2. Ein 4K TV der keine 4K Videos abspielt? Das ist ja wohl ein schlechter Witz! Aber danke dass ihr darauf hinweist.

    Ich überlege mir nämlich ein 4K bzw. UHD TV als Monitor.

    Dass ein 4K bzw. UHD TV einen HDMI 2.0 Eingang hat finde ich völlig normal. Der Hersteller hat vollkommen recht sowas nicht gesondert hervorzuheben. HDMI 2.0 ist für UHD TVs ja wohl das absolute Minimum.

    Dass 4K nicht in 3D funktionieren kann wird klar wenn man die HDMI 2.0 Bandbreite ansieht – 50 oder gar 60 fps (pro Kanal!) geht damit nicht. Dafür braucht’s DP 1.3!

    Wichtig (für zukünftige TV-Tests) wäre also welche anderen breitbandigen Digitaleingänge noch vorhanden sind – gibt es einen DisplayPort 1.3-Eingang? Thunderbolt? Funktioniert MHL in UHD?

    Für zukünftige UHD TV Tests fände ich auch noch wichtig zu wissen wie viele der vorhandenen HDMI Eingänge tatsächlich 2.0 unterstützen, und zwar nicht nur laut Herstellerspezifikation, sondern tatsächlich im Test übergeprüft. Wie die c’t in Heft 11 (Artikel 4K-TVs als Monitor) feststellte: „Die Anzeige von 4K-Signalen hing bei fast allen Kandidaten vom gewählten HDMI-Eingang ab…“, wobei in dem Test witzigerweise ausgerechnet das TCL-Gerät (U40S7606DS) dasjenige war das in dieser Hinsicht am gutmütigsten war.

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