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TESTBERICHT: BenQ SW2700PT Teil 10


Subjektive Beurteilung

Wir empfehlen, den BenQ in der Werkseinstellung zu betreiben (AMA: Ein), um die Reaktionszeiten zu verkürzen. Einbußen in der Bildqualität muss man dadurch nicht befürchten. In der Werkseinstellung (AMA: Ein) erreicht der BenQ bei fast allen Graustufenübergängen befriedigende Werte im Bereich von 7,3/7,5 ms.

Die hohe Reaktionszeit und der hohe Input-Lag von 10,8 ms machen den SW2700PT zu keinem Gaming-Monitor, wofür er letztendlich auch nicht konzipiert wurde.

Sound

Eingebaute Lautsprecher besitzt der BenQ SW2700PT nicht. Tonsignale verarbeitet der SW2700PT an den HDMI- wie auch an den DP-Eingängen. Die Wiedergabe ist am Kopfhörerausgang möglich, an den natürlich auch externe Lautsprecher angeschlossen werden können.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des SW2700PT angeschlossen werden, der Ton wird an den Kopfhörerausgang weitergeleitet. Beim Anschluss via DisplayPort wurde der SW2700PT von unserer NVIDIA-Grafikkarte allerdings nicht als Audiogerät erkannt. Der mitgelieferte Treiber war selbstverständlich korrekt installiert. Leider eine weitere der vielen kleinen Ungereimtheiten, auf die wir beim Test des SW2700PT stoßen mussten.

Erwähnenswerte Zusatz-Features wie PiP bietet der SW2700PT nicht. Eine Voreinstellung für Filme gibt es beim SW2700PT ebenfalls nicht und wäre auch unnötig. Wir empfehlen, den SW2700PT außerhalb von Farbmanagement-fähigen Anwendungen im sRGB-Modus zu betreiben, da der sRGB-Farbraum ziemlich genau der HDTV-Norm entspricht.

In dieser Konfiguration und der Helligkeitseinstellung 50 haben wir ein HD-Video am PC betrachtet. Der SW2700PT zeigt dabei ein scharfes Bild mit natürlich wirkenden Farben. Der Schwarzwert und der Bildkontrast sind gut. In dunklen wie in hellen Szenen ist die Detailzeichnung gut. Nachzieheffekte bei schnellen Szenen treten kaum auf.

Wer es etwas bunter mag, kann bei Videos und Spielen auch den erweiterten Farbraum in Adobe-RGB-Modus nutzen. Je nach Bildinhalt wirken dann aber Farben auch schnell übertrieben, beispielsweise die Rottöne bei der Darstellung von Blut.

Für die professionelle Videobearbeitung ist der SW2700PT aufgrund der fehlenden Möglichkeit zur exakten Farbraumemulation nur sehr bedingt geeignet. Im Hobbybereich dürfte das kaum jemanden stören, da man sich hier gut mit dem sRGB-Werks-Preset behelfen kann. Beim Shoppen im Internet empfiehlt es sich, auf Farbmanagement-fähige Browser mit den richtigen Einstellungen zu achten oder alternativ den sRGB-Modus zu verwenden. Ansonsten kann es beim Klamottenkauf schnell zu bösen Überraschungen kommen.

Für die externe Zuspielung ist der SW2700PT aufgrund seiner WQHD-Auflösung von Haus aus nicht optimal, da die Skalierung von Full-HD-Material einen nicht ganzzahligen Teiler erfordert.


Bewertung
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699,00 €
++ sehr gut, + gut, +/- zufriedenstellend, - schlecht, -- sehr schlecht

Datenblatt

Diskussion im Forum


Fazit

Die überragenden TIPA-Lorbeeren des SW2700PT können wir leider nicht vollumfänglich nachvollziehen. Auch wenn ein Fazit keine Kaufberatung ersetzt, möchten wir hier etwas ausführlicher werden, um unseren interessierten Lesern eine echte Hilfestellung zu geben.

Zunächst macht BenQ mit dem SW2700PT zweifellos vieles richtig. Die größte Stärke des Gerätes liegt in seiner ausgezeichneten Ergonomie und äußeren Verarbeitung. Hier kann der BenQ auch mit deutlich teureren Geräten problemlos mithalten.

Auch der Funktionsumfang mit erweitertem Farbraum, Monitorblende und Hardware-Kalibrierung zu einem fairen Preis weiß zu gefallen. Die größten Schwächen liegen in der nur zufriedenstellenden Bildhomogenität sowie der abgespeckten und holprigen Hardware-Kalibrierung. Messtechnisch ist ansonsten alles gut bis sehr gut. Hinsichtlich der Langzeitstabilität der "inneren Werte" blieben aber im Test Fragezeichen.

Auf seiner Produktseite beschreibt BenQ den SW2700PT als "Perfekten Partner für ambitionierte Fotografen". Da der SW2700PT somit als klarer Spezialist konzipiert ist, spielen Gaming-Fähigkeiten und externe Zuspielung für die Gesamtwertung auch keine Rolle. Da durch "Fotografen-Rezensionen" und in lancierten Presseberichten als Zielgruppe aber auch Profifotografen, Grafiker und Layouter genannt werden, muss der SW2700PT sich den Ansprüchen dieser Zielgruppe ebenfalls stellen.

Und genau hier liegt die Krux. Für ambitionierte Hobby-Fotografen ist der SW2700PT im Vergleich zu einem unkalibrierten Standardmonitor ein großer Schritt nach vorne. Das Gleiche gilt z. B. für professionelle Event-, Sport- und Pressefotografen. Allerdings reicht hier auch eine Software-Kalibrierung völlig aus, und ein Workflow im erweiterten Farbraum ist sogar eher kontraproduktiv.

Kreativfotografen, die mit Fine Art Prints arbeiten, oder Fotografen, die im Bereich Produkt- und Werbefotografie tätig sind, benötigen tatsächlich höchste Farbgenauigkeit und haben weder Zeit noch Lust, sich an den Ecken und Kanten der unfertig wirkenden Hardware-Kalibrierung des SW2700PT zu reiben. Für eine professionelle Videoverarbeitung ist er ebenfalls nicht optimal.

Ein vergleichbarer Profimonitor wäre z. B. der Eizo CS2730. Kauft man noch die optionale Lichtschutzhaube nach, liegt man hier aktuell bei ca. 1.200 EUR – also einer Preisdifferenz von immerhin 530 EUR brutto. Verzichtet man auf die Lichtschutzhaube, sind es noch 381 EUR. Im Augenblick des Kaufs betrachtet, ist das dennoch viel Geld für einen Amateur. Über die Lebenserwartung des Monitors betrachtet, sieht die Sache aber anders aus.

Den Profi interessiert da ohnehin nur die Nettodifferenz von 445 EUR, die auf die Garantiezeit gerechnet gerade mal 7,42 EUR im Monat ausmachen (Eizo: Fünf Jahre Herstellergarantie inkl. Vor-Ort-Austauschservice; BenQ: Drei Jahre). Dafür wird man sicher nicht riskieren, eine ganze Produktionscharge in den Sand zu setzen.

Für Hobby-Fotografen dagegen, die z. B. viel im Bereich Landschaft fotografieren und ihre Bilder auch mit erweitertem Farbraum präsentieren oder drucken können, stellt der SW2700PT durchaus eine sehr interessante Option dar.

Gesamturteil: GUT


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2 Kommentare vorhanden


Ich hatte mir den Benq SW2700PT vor diesem Test über Amazon.de gekauft und auf ein kleines Wunder gehofft: Einen 27-Zoll Monitor mit erweitertem Farbraum (Wide Gamut > Adobe RGB) zur professionellen Bildbearbeitung, wow.
Leider wurde ich schwer enttäuscht. Der entscheidende Punkt, weshalb ich ihn wieder zurückschicken musste, war die in meinen Augen mangelhafte Bildhomogenität. Das abgebildete Beispiel hier im Test (Seite 4 > Ausleuchtung) trifft es ziemlich gut. Bei mir war es noch ungleichmäßiger. Was nützt der erweiterte Farbraum, wenn die Ausleuchtung ungleichmäßigt ist und verfälschte Farben darstellt? Die Antwort lautet: Nichts!
Ich würde jedem Hobby-Fotografen empfehlen, kauft euch einen guten sRGB-Monitor und von dem ersparten Geld ein gutes Objektiv für eure Kamera.
Den erweiterten Farbraum zu bewerben und dann dieses Ergebnis zu liefern finde ich frech von Benq.
So werde ich nun doch auf einen Eizo sparen müssen. Sehr, sehr schade.
Dieses Fazit habe ich schon seit geraumer Zeit befürchtet und war daher auch sehr auf den Prad-Test gespannt. Die (wahrscheinlich bezahlten) "Reviews" auf Youtube usw. sprachen nämlich alle dieselbe Sprache: Marketing und Werbung gelaber.
Daher freue ich mich umso mehr über diesen fundierten und fachlich relevanten Test. Großes Lob an Prad!

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