Einleitung
Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Gut also, dass Samsung in der 6er-Serie zahlreiche Modellvarianten anbietet, von denen sich einige bloß äußerlich voneinander unterscheiden. Wir haben den dezent gebogenen UE55KU6679 unter die Lupe genommen, der sich die Technik mit der KU6659er- und KU6649er-Reihe teilt.
Wie in den vergangenen Jahren verteidigt Samsung seine Poleposition auf dem TV-Markt mit einer ganzen Palette an Fernsehern. So beherbergt allein die aktuelle 6er-Serie mehr als 40 Modelle – Zurückhaltung scheint den Südkoreanern also ein Fremdwort zu sein. Der 55 Zoll große Testkandidat hat übrigens auch zwei kleinere Geschwister in den Formaten 43 und 49 Zoll. Doch keine Sorge: Bei der ganzen Masse muss man definitiv nicht auf Klasse verzichten.
Ausstattung
Große Modellvielfalt und solide Ausstattung
Wer es noch kleiner beziehungsweise größer oder eher flach statt gebogen mag, wird in Samsungs Mittelklasse ebenfalls fündig. Die Auswahl reicht nämlich von 40 bis 78 Zoll, wobei die Unterschiede zwischen den 6er-Modellen hauptsächlich optischer Natur sind – teilweise wird nur ein anderer Standfuß beigelegt oder der Rahmen in einer anderen Farbnuance angeboten. Der UE55KU6679 kommt jedenfalls in modischem Schwarz-Silber daher und verfügt über einen Curved-Bildschirm mit 4,2 Metern Radius sowie 138 Zentimetern Diagonale. Eine technische Besonderheit ist die Technologie „Active Crystal Color bei der die Phosphorschicht auf den Hintergrund-LEDs (Edge-LED-Backlight) durch moderne Quantenpunkte ersetzt wird. Das sorgt für intensive Farben, die bei den teureren Brüdern mit Nano-Crystal- respektive Quantum-Dot-Display aber noch ein wenig knackiger erscheinen.
Obwohl Samsung die 10-Bit-Unterstützung nur den Topmodellen bescheinigt, stellt überraschenderweise auch der UE55KU6679 unser entsprechendes HDR-Testbild mit recht sauberem Grauverlauf dar – insofern gibt er dynamikreiche Videos also in ordentlicher Qualität wieder, dazu aber später mehr. Diese nimmt das Gerät über seine drei HDMI-Eingänge oder den internen Mediaplayer entgegen, kann aber auch auf die HDR-Inhalte der Online-Videotheken Amazon Instant Video und Netflix zurückgreifen. Leider verzichtet Samsung auf eine doppelte TV-Empfangseinheit, die zum Beispiel bei Panasonic und Sony teils sogar im niedrigeren Preissegment zur Standardausstattung gehört.
Bedienung
Überarbeitetes Bedienkonzept
Gibt man sich mit SDR-Qualität zufrieden, findet man neben Amazon Instant Video und Netflix im Smart-Hub-Portal natürlich noch viele weitere Streaming-Dienste, TV-Mediatheken und Minispiele für zwischendurch. Die Auswahl lässt jedenfalls keine Wünsche offen. Praktisch finden wir, dass der Fernseher beim nächsten Einschalten mit der zuletzt genutzten Anwendung oder Quelle startet – egal, ob App, Tuner oder externer Zuspieler.
Auch sonst überzeugt das Tizen-Betriebssystem mit recht hohem Bedienkomfort, sofern man das Gerätemenü nicht allzu oft benötigt. Um dorthin zu kommen, sind nämlich ganze zehn Klicks auf der Fernbedienung nötig – der neue Smart-Remote-Signalgeber verzichtet auf ein paar (unserer Meinung nach wichtige) Direkttasten. Ebenso vermissen wir den Gyrosensor des Vorgängers, durch den man den Cursor im Bild mittels Handbewegungen manövrieren konnte.
Bildqualität
Farben auf Topniveau
Lieferten Topmodelle früher stets die augenscheinlich bessere Bildqualität, verschwimmen die Grenzen zwischen Einstiegs-, Mittel- und Oberklasse bei Samsung immer mehr. So begegnet der vergleichsweise günstige UE55KU6679 den teureren Brüdern in einigen Disziplinen auf Augenhöhe. Die Farbreproduktion zum Beispiel gehört zu seinen großen Stärken: Mit durchschnittlichen Delta-E-Werten von 2,1 sind die Abweichungen im Bildmodus „Film“ verschwindend gering, und sogar erweiterte Farbräume gehören bei den Südkoreanern mittlerweile zum Standard. Das ist wie bereits angedeutet der Technologie „Active Crystal Color“ zu verdanken, die im Farbraum-Preset „Nativ“ insbesondere Grün und Rot intensiviert. Nichtsdestoweniger erzeugt etwa der UE55KS9090 noch brillantere Nuancen.
Aus seitlichen Blickwinkeln bleichen sie bei beiden Modellen gleichermaßen stark aus Ebenso nehmen der Kontrast und die Helligkeit deutlich ab. Ein wenig darüber hinweg tröstet der neue Spezialmodus „HDR+“, der die Bilddynamik steigert und mithilfe der Tonwertfunktion „Optimalkontrast“ sogar SDR-Material annähernd auf HDR-Niveau bringt – mehr dazu erfahren Sie unter dem nachfolgenden Punkt.
Die Schaltungen „Precision Black“ (Local Dimming) oder „Peak Illuminator“ bleiben aber den Flaggschiffen aus der SUHD-Serie vorbehalten. Dabei hätten diese dem UE55KU6679 durchaus gutgetan, schwächelt er doch ein wenig in Sachen Ausleuchtung und Helligkeit (maximal 264 Candela pro Quadratmeter). Leider stellt das Edge-LED-Backlight HDR-Inhalten ebenso wenig Leuchtkraft zur Verfügung.
Nichtsdestoweniger kommt dank der entspiegelten Bildschirmoberfläche im sonnigen Wohnzimmer ein hervorragender Hellraumkontrast von 1256:1 zustande. Ebenso gefällt der satte ANSI-Kontrast von 2484:1, obgleich Filmszenen wie zu Beginn des Weltraum-Thrillers „Gravity“ etwas mehr Tiefe und Plastizität gewiss nicht schaden würden – zumal in den Letterbox-Balken ein minimales Restleuchten auffällt. Umgekehrt treten in hellen Bildern vor allem am unteren Rand Abdunklungen auf.
Das Curved-Design bringt dem 55-Zöller keine nennenswerten Vorteile gegenüber den flachen beziehungsweise ebenen Modellen. Vielmehr begünstigt das gekrümmte Display sogar Verzerrungen, die jedoch ausschließlich aus seitlicher Perspektive zum Vorschein kommen. Ebenso könnte die Bewegungsschärfe ein wenig besser sein, zumal schnelle Motive leicht verwischen. Dafür gelingt die 24p-Wiedergabe perfekt.