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TESTBERICHT: LG 34CB98-B Teil 5


Reaktionsverhalten

Den LG 34CB98-B haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 5 ms für GtG genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden. Hier gibt es die Stellungen "Aus", "Langsam", "Mittel" und "Schnell". Als Standardwert ist "Mittel" voreingestellt.

60 Hz, Overdrive "Aus"

Bei 60 Hz und ausgeschaltetem Overdrive messen wir sowohl den Schwarz-Weiß-Wechsel als auch den schnellsten Grauwechsel mit je 21,2 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 27,6 ms, und der CtC-Wert wird mit 17,4 ms ermittelt.

Trotz des abgeschalteten Overdrives sind dezente Überschwinger in der Grafik zu sehen. Das Abschalten hat daher keinen Sinn, da sich die Qualität hier nicht verbessert, aber die Schaltzeiten umgekehrt durch das Zuschalten merklich reduziert werden.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

60 Hz (Overdrive "Aus"): Langsame Schaltzeiten und dezente Überschwinger

60 Hz, Overdrive "Mittel"

In der Werkseinstellung "Mittel" bei 60 Hz werden die Schaltzeiten schon effektiv verkürzt. Der Schwarz-Weiß-Wechsel ist mit 21,6 ms zwar marginal schlechter, der schnellste Grauwechsel hat sich aber von 21,2 auf 11,6 ms verbessert. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt schnelle 18,2 ms. Ein CtC-Wert von 16,4 ms ist zwar nicht berauschend, aber auch nicht kritisch.

In der Overdrive-Stellung "Mittel" sind die Überschwinger sogar noch etwas dezenter als bei vollständig abgeschaltetem Overdrive. Kritische Farbübergänge stellen für den LG keinerlei Hürden dar. Auch bewegte Farbkanten werden daher scharf abgebildet.

60 Hz (Overdrive "Mittel"): Ordentliche Schaltzeiten, dezente Überschwinger

60 Hz, Overdrive "Schnell"

In der höchsten Stellung "Schnell" greift der Overdrive noch einmal ordentlich zu. Auch der Schwarz-Weiß-Wechsel reduziert sich jetzt auf 17,3 ms. Noch deutlicher aber der schnellste Grauwechsel, den wir jetzt mit 6,9 ms ermitteln. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt sehr schnelle 11,4 ms. Ein CtC-Wert von 7,4 ms ist ebenfalls recht gut.

Leider zeigen sich in der Overdrive-Stellung "Schnell" aber auch deutliche Überschwinger bzw. Doppelkonturen, die unsere Grafik stellenweise sprengen. Wir empfehlen daher, den LG in der Werkseinstellung zu betreiben (Overdrive "Mittel"), um Überschwinger zu vermeiden. Der Reaktionszeitgewinn in der höchsten Overdrive-Stufe ist zwar gegeben, aber der Qualitätsverlust verhältnismäßig hoch. Ferner ist für schnelle Spiele der Input-Lag ohnehin recht hoch.

60 Hz (Overdrive "Schnell"): Sehr schnelle Schaltzeiten, aber signifikante Überschwinger, die den Darstellungsbereich unserer Grafik überschreiten.

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

60 Hz, Overdrive "Aus"und "Mittel"

60 Hz, Overdrive "Schnell"

Latenzzeit und subjektive Beurteilung

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit.

Letztere ist mit 5,7 ms in der schnellsten Overdrive-Stufe zwar recht flott und im Vergleich zur Standardeinstellung "Mittel" (9,1 ms) deutlich verbessert. Durch die Signalverzögerungszeit von 20,6 ms macht das insgesamt 26,3 ms. Wir haben auch eine alternative Messung der Latenz gemacht, die deutlich besser ausfällt. Die Ergebnisse finden Sie im folgenden Abschnitt.

Als Gaming-Monitor für schnelle Spiele ist der LG 34CB98-B nicht prädestiniert und auch nicht gedacht. Wenn Gaming ein wichtiges Kaufkriterium ist, empfiehlt sich ein Blick auf den LG 38UC99, der ebenfalls ein – sogar noch größeres – Curved-Display bietet und auch sehr gut zum Gaming geeignet ist.

Der LG 34CB98-B ist dagegen vornehmlich für den Business-Einsatz gedacht und geeignet und kostet auch nur die Hälfte. Das Reaktionsverhalten ist in allen diesbezüglichen Anwendungsszenarien – inkl. der EBV (schnelles Zoomen in Photoshop etc.) schnell genug. Einem gelegentlichen Spielen von weniger fps-lastigen Titeln zur Auflockerung am Feierabend steht aber nichts im Wege.

Alternative Messung der Latenz

Zur Messung der Bildverzögerung (Input-Lag) von Monitoren gibt es verschiedene Ansätze, weshalb sich nicht nur Testergebnisse und Herstellerangaben unterscheiden, sondern auch die Werte bei verschiedenen Publikationen. Zudem nennen Hersteller selten einen Wert für die Signalverzögerungszeit, und wenn doch, ist in der Regel nicht erkennbar, wie diese Messungen durchgeführt wurden.

PRAD verfolgt nach dem jüngsten Update der Testmethoden derzeit zwei verschiedene Ansätze. Zum einen setzen wir das nur etwas mehr als 100 Euro teure Messgerät von Leo Bodnar ein. Hierbei handelt es sich um ein vollintegriertes Messgerät mit Signalgenerator und Sensor, bei dem der Wert schnell vom Bildschirm abgelesen werden kann. Da die Lag-Zeit von der Messposition auf dem Bildschirm abhängig ist, können Sie alle drei Werte (oben, Mitte, unten) dem Diagramm entnehmen. Als Richtwert für die Latenz sollte der mittlere Wert herangezogen werden.

Alternative Messung des Lags am HDMI-Eingang 1080p@60 Hz

Für den Anwender sind diese Werte aber mitunter nicht aussagekräftig, da sich in Kombination mit Grafikkarten, Treibern, Chroma-Subsampling sowie der verwendeten Auflösung und Framerate unterschiedliche Lag-Zeiten zugunsten oder zuungunsten des Monitors ergeben können. Zudem können die Messungen mit dem "Leo Bodnar LAG Tester" nur am HDMI-Eingang bei 1080p@60 Hz durchgeführt werden.

Die von uns angewendete Methode verfolgt daher einen anderen Ansatz. Dort messen wir die Verzögerung zwischen Bild und Ton (Audio-Ausgang der Soundkarte im Vergleich zum Signal des Lichtsensors am Monitor). Dies geschieht in der Regel am DisplayPort unter Einstellung der nativen Auflösung und bei höchster Bildfrequenz in der Bildschirmmitte.

Die real erlebte Bildverzögerung ist deshalb von oben erwähnten Faktoren (und weiteren wie DirectX) abhängig und sollte im Wertebereich zwischen Leo Bodnar und der PRAD-Messmethode liegen.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des LG 34CB98-B arbeitet mit White LED und leuchtet kontinuierlich. Der Vergleich im Diagramm zeigt: Sowohl bei voller als auch bei reduzierter Einstellung der Helligkeit wird der Lichtstrom nicht unterbrochen, wie das bei PWM-Backlights der Fall wäre. Da bei keiner Helligkeitseinstellung Unterbrechungen im Lichtstrom in Form von Flackern auftreten, werden die Augen auch an langen Arbeitstagen geschont.

LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

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