DVI auf dem Rückzug bei weiter steigenden HDMI-Marktanteilen

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Marktforscher von In-Stat sehen in einer neu vorgestellten Analyse die digitale Schnittelle DVI zusehends unter Druck, während man für HDMI mit weiter steigender Marktpenetration rechnet. Die Hauptursache für diese Entwicklung sei im Erfolg von HDMI im Heimelektronikbereich zu suchen, wo im Jahr 2008 in 95 Prozent aller weltweit verkauften Flachbildfernseher eine HDMI-Schnittstelle verbaut gewesen sei. Dies sei dem Marktforschungsunternehmen zufolge die bisher weiteste Verbreitung unter allen HDMI-fähigen Produkten. Den Löwenanteil der DVI-Verkäufe hingegen nimmt der Markt für PCs und PC-Peripheriegeräte ein.

“HDMI beginnt bei mobilen Computern schnell Boden gut zu machen als eine Schnittstelle, die mit PCs und einem Sammelsurium an Heimelektronikgeräten zusammenarbeiten kann” sagt Brian O’Rourke, Analyst bei In-Stat. “In der nahen Zukunft wird unter den Heimelektronikprodukten eine spannende Entwicklung bei portablen Geräten wie Videokameras, Digitale Fotokameras, und portablen Medienplayer (PMPs) zu beobachten sein.” Das Interesse der Verkäufer dieser Produkte werde durch die Einführung kleinerer HDMI-Stecker geweckt, so Rourke.

Die von In-Stat ermittelten Forschungsergebnisse sehen bis 2012 für die Verkäufe von DVI-Produkten eine jährliche Rückgangsrate von 30 Prozent vor, wohingegen man sich von HDMI für den gleichen Zeitraum ein jährliches Wachstum von 23 Prozent verspricht.

Die voranschreitende Verbreitung von HDMI ist auch auf dem Monitormarkt gut sichtbar, es gewinnt hier die Überhand unter anderem weil auch in Budget-Monitoren immer öfter HDMI-Ports verbaut werden. HDMI, das per Standard die Unterstützung für den Kopierschutz HDCP vorsieht, präsentiert sich so dem Kunden als Vorteil hinsichtlich Gerätekompatibilität, wohingegen bei DVI die Hersteller zwar die Möglichkeit haben den HDCP-Kopierschutz zu integrieren, dies jedoch nicht zwingend erforderlich ist. Das Abspielen kopiergeschützter Inhalte wie sie z.B. als Blu-ray, HD DVD, oder verschlüsselte Streams vorliegen, erfordert, dass jedes der in der Abspielkette beteiligten Geräte sich auf HDCP versteht. Ist nur eines der involvierten Gerät ohne Kopierschutz, bleibt der Bildschirm schwarz.

Doch es macht sich bereits ein weiterer vielversprechender Mitstreiter im Kampf um den Kuchen des Schnittstellenmarkts bemerkbar: DisplayPort, der bisher noch eher selten anzutreffende doch sich schnell verbreitende Standard bringt eine größere Videobandbreite mit, was höhere Auflösungen und Wiederholraten ermöglicht. Neben dem eigenen Kopierschutzstandard DPCP (DisplayPort Content Protection) ist auch hier Unterstützung für HDCP vorhanden.

Mit der kommende DisplayPort Version 1.2, die auf der kürzlich stattgefundenen WinHEC 2008 vorgestellt wurde, zeichnet sich ein potentiell wichtiges Alleinstellungsmerkmal für Displayport ab. Die angekündigte Erhöhung der Bildwiederholrate auf 120 Hertz, wird nicht nur Gamern hellhörig werden lassen, sondern auch neuen Anwendungsmöglichkeiten wie z.B. LCD Shutter-Technologien und stereoskopische 3D-Monitore neuen Auftrieb geben.

Käufern sei als Rat mitgegeben auf das Vorhandensein einer HDMI-Schnittstelle zu achten. Falls Rückwärtskompatibilität zu Geräten mit der in die Jahre kommenden (jedoch nach wie vor überall anzutreffenden) analogen VGA-Schnittstelle sicher gestellt werden soll, sollte das Gerät einen DVI-I (analog und digital) oder DVI-A (analog) Anschluss mitbringen. DisplayPort bleibt zum jetzigen Zeitpunkt nach wie vor aufgrund der noch geringen Marktdurchdringung eher Power-Usern vorbehalten, was sich jedoch in Kürze durch die Einführung einer Vielzahl bereits angekündigter Geräte ändern könnte.

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