Lesertest EIZO EV2795: Erstklassige Ergonomie ideal für Steharbeitsplatz
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Der EIZO EV2795 konnte die Erwartungen des Kandidaten in allen Bereichen erfüllen oder übertreffen. Er kann als Allzweckwaffe in einer Vielzahl von Anwendungsfällen brillieren (Werbung)

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Bedienung

Über die Bedienelemente in der Frontblende lässt sich das OSD aufrufen. Da es sich um elektronische Elemente handelt, reicht hierzu ein leichtes Berühren. Dabei ist es egal, welches der Elemente verwendet wird, zunächst gelangt man stets in das Hauptmenü. Das Menü selbst ist übersichtlich aufgebaut und intuitiv zu bedienen. Für mich hervorzuheben ist, dass neben den ab Werk verfügbaren Profilen, die eine Optimierung auf Filme, das Lesen von Texten oder den sRGB-Farbraum ermöglichen, zwei weitere Profile zur Verfügung stehen, die vom Nutzer frei gestaltet werden können. Zwischen diesen kann man über das OSD hin und her schalten. Über das OSD kann auch der EcoView bedient werden, der einen energieeffizienteren Betrieb des Monitors ermöglichen soll. Ist der EcoView-Modus aktiviert, ist die Helligkeit des Bildschirms beim Einschalten zunächst größer, wird jedoch nach wenigen Sekunden durch langsames Dimmen an die Umgebungsbedingungen angepasst.

Das OSD: Übersichtlich aufgebaut und selbsterklärend. Hier am Beispiel des EcoView-Modus
Das OSD: Übersichtlich aufgebaut und selbsterklärend. Hier am Beispiel des EcoView-Modus

Die verfügbaren Profile und das zu verarbeitende Eingangssignal können alternativ über die separat zum Download bereitstehende Software „Screen InStyle“ auch per Hotkey umgeschaltet werden. Hier steht eine Vielzahl an Tastenkombinationen zur Verfügung, selbst belegt werden können die Funktionen jedoch leider nicht. Das Umschalten geschieht zuverlässig, schnell und unabhängig von der aktuell geöffneten Anwendung.

Des Weiteren bietet die Software die Möglichkeit, Profile für einzelne Anwendungen festzulegen. Diese Funktion hat es mir persönlich sehr angetan. Mit ihr kann ich meine persönlichen Vorlieben für Text- und Bildverarbeitung sowie für Spiele und das Betrachten von Videos individuell anpassen und muss danach nie wieder etwas neu einstellen. Die Software wechselt die Profile automatisch beim Aufrufen der jeweiligen Anwendung. Ich kann also auf der Taskleiste zwischen Word und Photoshop wechseln, und der Monitor schaltet von allein das von mir vorab festgelegte Profil ein, womit Helligkeit, Kontrast, Farbe etc. immer perfekt auf meine Bedürfnisse abgestimmt sind.

Zusatz-Software Screen InStyle: Der kleine Helfer, um auch die letzten Feinheiten nutzen zu können
Zusatz-Software Screen InStyle: Der kleine Helfer, um auch die letzten Feinheiten nutzen zu können

Anschlüsse

Die Konnektivität des EV2795 ist umfangreich. Neben je einem HDMI-Anschluss und DisplayPort stehen zwei USB-C-Schnittstellen (einer für Daisy-Chain), drei USB-A-Downstream-Ports und ein USB-Upstream-Port für die Funktionalität des KVM-Switches zur Verfügung. Außerdem sind eine Klinke für Audiosignale und eine RJ-45-Buchse für LAN vorhanden.

Anschlussmöglichkeiten: Für alles die passende Buchse (von unten)
Anschlussmöglichkeiten: Für alles die passende Buchse (von unten)
Anschlüsse von hinten betrachtet
Anschlüsse von hinten betrachtet

Für mich persönlich ist der integrierte KVM-Switch in Verbindung mit dem USB-C-Port das Highlight des Monitors. Über den EV2795 laufen dabei alle Signale von Maus, Tastatur, LAN, Audio und ggf. weiteren Peripheriegeräten. Diese können inklusive des Videosignals über ein einziges Kabel (USB-C) an den verbundenen Laptop übertragen werden. Dieses ist außerdem dazu geeignet, den Laptop mit einer Leistung von 70 W zu versorgen. Somit wird für mich jede Dockingstation obsolet, und das Kabelwirrwarr verschwindet vom Schreibtisch, der damit wieder seinem eigentlichen Zweck dienen kann. Parallel kann ich meinen Desktop-PC über DisplayPort oder HDMI mit dem Monitor verbinden und über den USB-B-Port ebenfalls auf den KVM-Switch zugreifen. Auf diese Weise ist es mir auch möglich, bei gleichzeitigem Betrieb beider Rechner mit einem Bildschirm und einem Satz Eingabegeräte zu arbeiten. Das Umschalten kann entweder über das OSD oder aber über eine Tastenkombination ausgeführt werden, wenn Screen InStyle installiert ist. Wird die Tastenkombination verwendet, ist zu beachten, dass die Software auf beiden PCs installiert sein muss, da der Tastendruck sonst ins Leere läuft. Der Wechsel zwischen den Signalen passiert innerhalb weniger Sekunden, und auch Maus, Tastatur und weitere verbundene Peripheriegeräte sind innerhalb dieser Zeit einsatzbereit.

Über die USB-A-Ports können selbstverständlich auch Peripheriegeräte aufgeladen werden. Die Anleitung weist zudem darauf hin, dass einer der drei Ports dabei eine Leistung von 10,5 W abgeben kann. Eine farbliche oder anderweitige Markierung des betreffenden Ports würde das Bild vollends abrunden, fehlt aber leider.

Jan Peer Gebauer ist von Daisy-Chaining begeistert
Jan Peer Gebauer ist von Daisy-Chaining begeistert
Daisy-Chain: Mit nur einem Kabel einen weiteren Bildschirm anschließen
Daisy-Chain: Mit nur einem Kabel einen weiteren Bildschirm anschließen

Ein weiteres Highlight des EV2795 ist Daisy-Chaining, das über den zweiten USB-C-Port genutzt werden kann, um einen weiteren Monitor anzuschließen. In der Standardeinstellung ist diese Funktion zunächst deaktiviert, kann aber einfach über das OSD aktiviert werden. Über ein USB-C-auf-DisplayPort-Kabel werden die Monitore verbunden und sind voll einsatzfähig. Alle notwendigen Signale werden vom EV2795 an den angeschlossenen Bildschirm via Daisy-Chain weitergegeben.

Auch dabei bleibt wiederum Platz auf dem Schreibtisch frei. Gleiches gilt für den jeweiligen Port am Laptop, der sonst ggf. für den zweiten Monitor verwendet worden wäre. Insgesamt fällt also wenig Aufwand an, um den eigenen Arbeitsplatz auf mehrere Bildschirme auszudehnen.

Bildqualität

Ein ausführlicher Test der technischen Eigenschaften wurde bereits vom PRAD-Team durchgeführt, sodass es in diesem Lesertest um die subjektiven Eindrücke in der Anwendung im Alltag gehen soll. Die Erwartungen an die Bildqualität liegen bei einem Monitor von EIZO sehr hoch. Der EV2795 wird diesen jedoch in fast allen von mir getesteten Situationen aus meiner subjektiven Perspektive mehr als gerecht. Das IPS-Panel weist die dieser Technologie typischen Merkmale auf. So kann das Bild aus nahezu jedem Winkel betrachtet werden, ohne dass nennenswerte Abweichungen bei Farbe und Helligkeit zu beobachten wären.

Ich habe im Homeoffice bisher auf einem 24-Zoll-Monitor mit einer maximalen Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln gearbeitet, wodurch sich die Erhöhung der Auflösung auf WQHD (2560 x 1440) des EV2795 bei gleichzeitiger Vergrößerung der Bildschirmdiagonale auf 27 Zoll sehr deutlich auswirkt. Da mein ganzer Desktop auf den kleinen Bildschirm angepasst war, wirkten die nun sehr klein gewordenen Symbole zunächst auf der neu gewonnenen Fläche etwas verloren. Die Gewöhnung erfolgt jedoch sehr schnell, und ich möchte mich davon nicht mehr trennen. An der Schärfe ist hierbei absolut nichts auszusetzen. (Anmerkung der Redaktion: Unter Windows 10 können Symbole auf Desktop und Taskleiste vergrößert werden, oder eine generelle Skalierung auf beispielsweise 120 % eingestellt werden.)