Lesertest EIZO EV2795: Office-Monitor mit perfektem KVM-Switch

Lesertester ist vom KVM-Switch und der automatischen Helligkeitsanpassung mittels EcoView schwer begeistert (Werbung)

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Einleitung

Einen richtigen Monitor für seine Ansprüche zu finden, kann tatsächlich eine Wissenschaft für sich sein, und bei meiner Suche hatte ich das Gefühl, die sprichwörtliche „Nadel im Heuhaufen“ zu suchen. Meine Anforderungen sind vielleicht zu speziell, wobei ich mir auch vorstellen kann, dass sich einige Leser da draußen in meiner Suche wiederfinden.

Die Corona-Pandemie hat sicher einige von uns von eventuell einem Tag alle zwei Wochen im Home-Office zu fünf Tage die Woche seit März letzten Jahres katapultiert. So ist es mir jedenfalls ergangen, und mein privater „Arbeitsplatz“, an dem ich vor allem Fotos bearbeitet hatte, wurde zu meinem permanenten Arbeitsplatz. Ich arbeite in der IT eines großen Unternehmens und bin dort für das Projektmanagement-Office und die Einführung einer neuen ERP-Software, auf Neudeutsch „PMO“, zuständig.

Meine üblichen Programme, mit denen ich tagtäglich arbeite, reichen von der MS-Office-Suite zu Azure DevOps im Chrome-Browser. Die Kommunikation findet zu 99,9 % via MS Teams statt. Ich sehe mich also als den typischen Office-User an, der eigentlich nie genug Bildschirmarbeitsplatz haben kann. Im Folgenden will ich kurz meinen „Gerätepark“ vorstellen sowie meine Anforderungen und Ansprüche an meinen Arbeitsplatz.

Mein Gerätepark und die Anforderungen an diesen

Grundlage für meine Arbeit sowie mein „Privatvergnügen“ sind zwei Lenovo-Laptops. Mein Arbeits-Laptop ist ein T470 und mein Privat-Laptop ein X1 Carbon. Beide besitzen zum Glück schon einen Thunderbolt-3-Anschluss, der auch als USB-C-Schnittstelle ausgelegt ist. Mein X1 Carbon hatte ich schon von Beginn an via Thunderbolt-Anschluss und Thunderbolt 3 Dock von Lenovo an meinem altehrwürdigen EIZO EV2333 genutzt. Dort hatte ich auch das interne Display als Zweit-Display mitgenutzt und war eigentlich recht zufrieden. Die wenigen Tage, die ich im Home-Office verbracht hatte, habe ich entweder komplett mit meinem T470 erledigt oder den Dell-Monitor meiner Frau als externes Display nebst kleiner Maus und Tastatur mitbenutzt.

Jetzt könnte sich der ein oder andere fragen, warum ich nicht einfach meinen Thunderbolt 3 Dock genutzt habe. Wäre ja simpel: Kabel umstecken und fertig. Problematisch bei Thunderbolt 3 scheint jedoch, dass die Implementierung zumindest in Windows gewisse Rechte benötigt. Aus Sicherheitsgründen habe ich als normaler Benutzer diese Rechte nicht, und ich konnte die Dockingstation nicht nutzen. (Vielleicht mit ein Grund, warum neben EIZO auch viele andere Hersteller auf USB-C bei Monitoren setzen?) Da ich eher selten im Home-Office war, habe ich dem nicht so große Bedeutung beigemessen und war zufrieden, wie es funktionierte. März 2020, und alles wurde im Grunde auf den Kopf gestellt. Meine damals wirklich allerbeste Entscheidung war, direkt nach einem Monitor zu suchen, der mir vor allem eine Dockingstation via USB-C bereitstellt. Ich kannte solche Geräte schon aus unserem Büro, da dort ein externer Partner ähnliche Bildschirme von Dell eingesetzt hat. Folgende Anschlüsse und Funktionalitäten waren ein Muss für mich:

  • USB-C
  • LAN
  • Daisy-Chain
  • IPS-Panel
  • Eine halbwegs vernünftige Farbraumabdeckung für meine Fotobearbeitung auf Hobby-Niveau

LAN-Anschluss war wichtig für mich, da ich zum einen eher schlechten WLAN-Empfang im Arbeitszimmer habe und mein Arbeitsrechner aus welchen Gründen auch immer mit WLAN alle zwei bis drei Tage komplett einfriert. Mit Daisy-Chain wollte ich die Anzahl an Kabeln reduzieren, die ich immer an meinen Arbeits-Laptop anschließen muss, wenn ich doch aus dem Büro ins Home-Office wechsle. Schlussendlich bin ich auch dank PRAD beim Philips 241B7Q gelandet. Ich musste jedoch noch meine Tastatur und Maus wechseln, da ich mit einer kabelgebundenen mechanischen Cherry-Tastatur und einer alten Performance MX von Logitech nicht so einfach zwischen zwei Laptops wechseln konnte.

Ich hatte tatsächlich auch überlegt, die Eingabegeräte mit einem KVM-Switch zwischen den Laptops nutzbar zu machen. Am Ende bin ich dann auf folgendes Setup in 1 gelandet.

Home-Office-Setup vor dem Wechsel auf EV2795
Home-Office-Setup vor dem Wechsel auf EV2795

Das mag jetzt auf den ersten Blick ziemlich wüst und unordentlich ausschauen, anders wusste ich mir aber nicht zu helfen. In der oberen Hälfte sind meine privaten Geräte angeordnet, bei denen ich auch eine klare Trennung zu meinem Arbeits-Laptop favorisiert hatte. Vor allem der D/A-Wandler hätte mir ansonsten Probleme bereiten können. Tastatur und Maus hatte ich dann tatsächlich auch nach dem Gesichtspunkt ausgesucht, zwischen unterschiedlichen Laptops wechseln zu können. Ich bin schlussendlich bei der Ergo K860 und der MX Master 3 von Logitech gelandet. Bei der Webcam habe ich einfach hingenommen, dass ich private Zoom-Calls einfach ohne machen muss. Das Jabra-Headset kann glücklicherweise zwei Geräte ansteuern. Die beiden LAN-Anbindungen habe ich der Übersichtlichkeit halber weggelassen. Eine wird über den Thunderbolt 3 Dock realisiert, die andere über den Philips 241B7Q. Gewisse Dinge haben mich bei diesem Setup täglich „genervt“: Ich musste beim Wechseln der Laptops immer an meiner Tastatur, meiner Maus und auch am Philips-Monitor umschalten. Es kam nicht selten vor, dass ich die Tastatur und/oder die Maus vergessen hatte und mich erst mal gefragt hatte, ob da was kaputt sei.

Ein Anspruch für mich bei solchen Geräten ist einfach, dass sie „funktionieren“ müssen, ohne irgendwie aufzufallen. Sobald eines der Geräte meine Aufmerksamkeit beansprucht, ist schon irgendwas nicht ganz so, wie es idealerweise sein sollte. Zusätzlich musste ich Maus und Tastatur entsprechend neu kaufen und konnte meine alten Eingabegeräte nicht mehr weiternutzen. Ich hatte tatsächlich sehr lange und auch bei den üblichen Verdächtigen wie z. B. Dell, Lenovo, EIZO oder HP nach einer Art „KVM-Switch“ im Monitor gesucht. Umso erstaunter war ich, dass EIZO im Herbst 2020 im Grunde genau das vorgestellt hatte. Es wirkte fast so, als ob das Unternehmen meine Gedanken lesen konnte oder aber meine Suche und meine Anforderungen doch nicht so ungewöhnlich sind und es einen gewissen Bedarf für eine solche technische Lösung gibt. Mein Setup mit dem EV2795 schaut nach ein wenig Umbau folgendermaßen aus:

Home-Office-Setup nach dem Wechsel auf EV2795
Home-Office-Setup nach dem Wechsel auf EV2795

In meinen Augen schaut das weit aufgeräumter und weniger komplex aus. Ich habe eine klare Trennung zwischen Privat und Arbeit und kann ohne lästiges Umschalten alles mit beiden Laptops nutzen. Wobei ein Umschalten dann doch bleibt, worauf ich aber später noch mal eingehen werde.

Das "unendliche" Home-Office-Setup nach dem Umbau auf den EV2795
Das „unendliche“ Home-Office-Setup nach dem Umbau auf den EV2795

Lieferumfang

Der Lieferumfang könnte auf den ersten Blick recht mager wirken. Es sind nur das Stromkabel, ein USB-C-Kabel und vier Schrauben zur Montage an Halte-Armen oder Ähnlichem beigelegt. Ich persönlich begrüße sogar eine gewisse Sparsamkeit in Bezug auf beigelegte Kabel, da sich über die Jahre einige HDMI- und DisplayPort-Kabel angesammelt haben.

Kabel im Lieferumfang des EV2795
Kabel im Lieferumfang des EV2795

Im Zuge der vielfältigen Nachhaltigkeitsoffensiven kenne ich seit dem Fairphone 1 und 2 die Versuche, überflüssige Beigaben wie eben Kabel, Netzteile usw. zu reduzieren. Ich habe die Kabel auch nicht genutzt, da ich die am Arbeitsplatz bereits vorhandenen Kabel weiterverwenden konnte. Nur die kleine Schraube in 6, die ich im Paket noch gefunden habe, konnte ich nicht wirklich zuordnen. Aufgrund der Größe gehe ich aber nicht davon aus, dass sie eine vitale Haltefunktion übernehmen könnte, und habe diese daher einfach ignoriert.

Kleine Schraube ohne weitere Zuordnungsmöglichkeit mit Stift zur Einordung der Größe
Kleine Schraube ohne weitere Zuordnungsmöglichkeit mit Stift zur Einordung der Größe

Um den KVM-Switch des EV2795 vollständig nutzen zu können, wird noch ein USB-B-Kabel benötigt. In diesem Fall gehe ich jedoch davon aus, dass nicht jeder Haushalt ein Kabel vorrätig hat, um wirklich USB-B 3.0 ansteuern zu können. Da der EV2795 allerdings einen Gigabit-LAN-Anschluss bereitstellt, würde ich jedem dazu raten, ein entsprechendes Kabel zu verwenden. In diesem Falle hätte EIZO so ein Kabel beilegen können. Ich hatte genau ein Kabel im Haushalt und konnte es von einer selten genutzten externen Festplatte „ausborgen“.