Lesertest i1Display Pro: Richtige Positionierung wichtig
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Ben Bischoff machte die Erfahrung, dass die richtige Positionierung des Kolorimeters für ein optimales Ergebnis entscheidend ist

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The good, the bad, the ugly

Wenn ich meine Erfahrungen der letzten Tage mit dem Gerät in einem Schlagwort zusammenfassen müsste, wäre es wohl „deppensicher“. Zum einen ist die Verwendung der Hardware quasi selbsterklärend, zum anderen ist die mitgelieferte Software einfach zu handhaben und erklärt sich auch noch selbst. Ich kann über nahezu jede Einstellung mit der Maus fahren, und mir wird auf der linken Fensterseite der Software erklärt, wofür die Einstellung gut ist, was sie beeinflusst und wie man sie verändern kann. Hilfreiche Tipps zur erfolgreichen Durchführung der Kalibrierung, wie etwa das 30-minütige Warmlaufenlassen des Displays, findet man ebenso innerhalb der Software wie alle weiteren Erklärungen zum Gerät. Folgt man exakt der Anleitung, ist es meiner Meinung nach fast unmöglich, sein Anzeigegerät falsch zu kalibrieren.

Durchlassklappe am Monitor
Durchlassklappe am Monitor
i1Display Pro mit Fixierung am Monitor
i1Display Pro mit Fixierung am Monitor
Richtig stark fand ich neben der wirklich hervorragend dokumentierten Software auch die Umgebungslichtmessung. Sie läuft verlässlich und autark, sodass mir alles andere wichtiger sein kann. Ein wenig umständlich fand ich die Geschichte mit dem Gegengewicht. Zwar lässt sich dieses am USB-Kabel verschieben, dennoch muss man wirklich richtig aufpassen, dass bei einer Kalibrierung die Optik des i1Display 100%ig auf dem Display aufliegt, um eben Fehler auszuschließen. Es wäre schön, wenn man das korrekte Aufliegen des Kolorimeters anders sichergestellt hätte, etwa über eine Art Halterung, Saugnäpfe oder Ähnliches. Ich habe mir jetzt einfach angewöhnt, das Kabel etwas mit Klebeband zu fixieren, damit das Kolorimeter optimal sitzt. Dieser Sachverhalt ist aber wohl mehr dem Design meines Monitors als dem Design des i1Display Pro geschuldet. (Das Neigen des Displays nach hinten, ermöglich ein optimales Aufliegen auf der Displayoberfläche. Anm. d. Red.) Einen wirklichen Punktabzug kann ich dafür nicht vergeben. Generell habe ich keine Nachteile am Gerät entdecken können, die im Gesamteindruck zu Punktabzug geführt haben. Außer vielleicht, dass man aus reiner Neugier heraus viel zum Thema liest und tiefer in die Materie einsteigt, als es das eigene Zeitbudget zulässt.

Fazit

Im Netz finden sich oft kontroverse Aussagen zur Display-Kalibrierung. Die einen halten nicht viel davon, da man ja zum Beispiel auch die Displays der Kunden kalibrieren müsste, auf denen die eigenen Bilder betrachtet werden. Die andere Seite schwört darauf, denn komme was wolle: Die Farben stimmen einfach, egal ob zur Anzeige oder zum Druck, zumindest auf der eigenen Seite. Nach meinen unlängst gewonnenen Erfahrungen mit dem Thema kristallisiert sich Folgendes klar heraus: In dem Moment, in dem ich als Fotograf selbst feststelle, dass mir beim Betrachten meiner Bilder an verschiedenen Displays verschiedene Farben angezeigt werden, habe ich ein Problem. Guten Gewissens könnte ich zum Beispiel an Kunden keine Bilder ausliefern. Möchten meine Kunden diese etwa drucken, weiß ich nicht, ob die Bilder so aussehen, wie ich das haben möchte. Genau an diesem Punkt verliere ich die Kontrolle über die Qualität des Produktes, das ich verkaufe. Dieser Zustand verlangt, dass man sich eben mit der Farbdarstellung auseinandersetzt und nicht zuletzt auch eine Lösung für dieses Problem etabliert.

Ich habe das Thema anfangs aufgrund meines Halbwissens und der eventuell notwendigen Zeit gescheut. Nachdem ich nun das X-Rite i1Display Pro testen konnte, erscheint mir diese Scheu als unbegründet. Denn wenn man sich nicht zu tief in die Materie wühlen möchte, um selbst Herr über jede kleine Einstellung zu werden, übernimmt das komplette System diese Arbeit und bietet mir innerhalb von fünf bis zehn Minuten eine sorgenfreie und dauerhafte Lösung meines Problems an. Kurzum: Meine Bilder werden in der korrekten Farbe dargestellt, und meine beiden Displays sind sich endlich über die anzuzeigenden Farben einig.

Bei einem Preis von aktuell gut 200 Euro ist das für mich persönlich eigentlich keine schwere Entscheidung mehr. Denn für diesen relativ kleinen Betrag bin ich mir einfach sicher, durchweg Bilder mit korrekten Farben, Kontrasten und Helligkeiten abliefern zu können. Selbst wenn man nicht gewillt ist, dieses Geld in die Hand zu nehmen, gibt es vom Hersteller X-Rite mit dem „ColorMunki“ noch eine günstigere Alternative.

Mit dem Einsatz des Systems spare ich mir aber zumindest schon mal das Gegenprüfen auf mehreren anderen Anzeigen und habe somit mehr Zeit für das Wichtigste an meiner Arbeit: die Fotos. Die gut dokumentierte Software und die dauerhafte Tageslichtkorrektur runden das System für mich ordentlich ab und hinterlassen nichts weiter als ein Gefühl der Zufriedenheit. Sollte sich für mich dazu noch einmal die Gelegenheit bieten, einen Beamer zu profilieren, probiere ich das auf jeden Fall aus und bin gespannt, wie das Ergebnis aussehen wird.

Bewertung

4.8

(SEHR GUT)
5%

Weiterführende Links zum Thema

Lesertest X-Rite i1Display Pro: Für Fotografen ein Muss

Lesertest i1Display Pro: Kompatibilität zu Argyll CMS/DisplayCAL (Frank Entz)

Lesertest i1Display Pro: Kalibrierung mobiler Geräte (Franz Haberhauer)

Lesertest i1Display Pro: Vergleich mit anderem Kolorimeter (Lutz Wichert)

Lesertest i1Display Pro: Richtige Positionierung wichtig (Ben Bischoff)

Lesertest i1Display Pro: Farbprofile mit Tücken für Anfänger (Michael Hafeneder)

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