Lesertest LG 27QN880B: Überzeugende Bildqualität und Videoschnitt-Eignung

Der Ergo-Monitorfuß und seine Mechanik überzeugen komplett. Heben, senken, schwenken, drehen – alles in Perfektion

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Einleitung

Es ist Freitag, der 09.04.2021, 16:21 Uhr. An unserer Haustüre klingelt es. Ich öffne, und ein junger Mann im braunen Arbeitsdress fragt mich leicht genervt: „Bist Du Haferkamp?“ Bin ich. „Paket“, antwortet der Gute. Daraufhin trat ich ein paar Schritte zurück, und der Herr schob den erwarteten Karton mit dem neuen LG-Monitor durch die Türe. So schnell wie der Monitor im Flur stand, so schnell war der UPS-Mitarbeiter auch wieder auf und davon. Paketboten haben gerade echt eine Menge durchzumachen, und die fehlende Nennung der Tageszeit aus Gründen der Höflichkeit, also „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“, sei mehr als verziehen.

Testkandidat Sven Haferkamp
Testkandidat Sven Haferkamp

Da stand das Paket nun. Ich muss gestehen, ich hatte einen leicht erhöhten Puls, weil ich mich auf das gute Stück schon ein paar Tage gefreut habe. Also hoch damit in den ersten Stock, in mein Arbeitsrefugium gewuppt, und da stand das Teil nun. Der LG 27QN880. Ich wollte den Karton sofort öffnen und den Inhalt begutachten, doch wo ist mein Messer? Dann fiel mir ein: Ach ja, ein Video zum Testbericht des Monitors habe ich ja auch noch auf meiner To-do-Liste. Und nun? So coole Typen wie Casey Neistat machen zu neuen Technik-Gadgets richtig hippe Unboxing-Videos. Dem will ich doch in nichts nachstehen, dachte ich mir. Pustekuchen. Nichts bedacht und durchgespielt, obwohl ich zum Thema Video eine gewisse Routine habe.

Wie mache ich ein Video von oben? Wie bekomme ich das mit dem Licht hin? Kamera platzieren, Ton aus dem Off, den Monitor entsprechend drapieren – ihr merkt schon: Im Bereich Unboxing spiele ich gerade meine völlige Routine aus. Es bedurfte noch einiger Organisation von mechanischem Equipment, und erst zwei Tage später konnte es losgehen. Was für eine zeitliche Qual! Es sei angemerkt, dass ich vom Sternzeichen „kleiner Technik-Nerd“ bin, und Geduld zum Aufreißen einer Verpackung gehört nun mal nicht zu meinen Stärken.

Zurück ins Geschehen. Sonntag zum frühen Abend hin war es dann so weit: Unboxing vom LG-Monitor! Kamera: Check. Ton … äh, ne, kommt später aus dem Off. Licht an, Record drücken, und los geht’s.

Unboxing

Den Karton aufgeschnitten und aufgeklappt. Zum Vorschein kommen: eine CD, ein USB-C-Kabel, ein HDMI-Kabel, der schicke und gewichtige Monitorfuß, Papier (don’t read the fucking manual!) und ein Netzteil mit entsprechender Zuleitung. Letzteres mit Abmessungen und einem Gewicht, von dem ich mir dachte: alter Schwede, da steckt aber was drin. Unter der nächsten Styropor-Abdeckung durfte ich dann endlich den Screen ans Licht holen. Wie es sich gehört: mit einer Schutzfolie beklebt. Raus mit dem Teil aus dem Karton, sachte auf die Vorderseite gelegt, und es offenbaren sich mir die Anschlüsse des Gerätes.

Videoeingänge in jeglicher Couleur. Daten, Audio, Strom. Konkret: ein DisplayPort, zwei HDMI-Eingänge, ein Kopfhörerausgang. Das reicht, um alles, was da ist, „irgendwie“ ohne Adapter-Arie an den LG anzuschließen. Ey, USB 3.0 ist auch noch zweimal da, dazu Power und USB-C. Herz, was begehrst du mehr? Zwei Schrauben, die ich auf der VESA-Halterung erkennen konnte, riefen mir zu: „Organisier schon mal einen Kreuzschlitzdreher!“ Ich nehme den Fuß aus der Verpackung und sehe mir die Mechanik an. Das Teil wiegt. Kein Pergament-Metall aus kostenoptimierter fernöstlicher Fertigung.

Lesertest LG 27QN880B: Überzeugende Bildqualität und Videoschnitt-Eignung

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Video von Sven Haferkamp zum LG 27QN880-B

Wie bekomme ich den Monitor an den Fuß? Kann das so einfach gehen? Kurz die zwei Nasen der Halterung in die dafür vorgesehene Führung geschoben, den Fuß nach unten geklappt, und es machte laut, deutlich und vertrauenserweckend: KLICK. Der Fuß war fest am Screen. Oder der Screen fest am Fuß. Kein Schrauben, kein Fummeln. Fest drin. Und auch kein Schraubendreher vonnöten.

Am Ende des Fußes befindet sich die Klemme mit massiver Materialstärke. Das sieht alles sehr professionell aus, dachte ich mir. Ach so, „ich“: Mein Name ist Sven Haferkamp, ich lebe im Ruhrgebiet und bin als Unternehmensberater tätig. Das Thema Homeoffice betreibe ich in dieser Form seit Jahren, seit Anfang 2020 wurde es zum zentralen Punkt meines beruflichen Schaffens. Wie ich schon schrieb, habe ich Spaß an Technik und technischen Gadgets. Das sind ein höhenverstellbarer Schreibtisch, gute Monitore (in diesem Fall Audiomonitore!), mein Mac, Webcams, ein Audiomischer, ein kabelloses Headset, ein iPad Pro und allerlei Tools, die mir das Leben leichter machen und mein Technikherz erfreuen. Neben täglich drei bis vier Stunden Online-Meetings oder Online-Trainings per Zoom oder Teams nutze ich klassische Office-Anwendungen, Cubase zum Musikmachen und einen großen Teil der Adobe-Suite. Photoshop, Lightroom, Premiere und Audition habe ich beruflich wie privat in Verwendung. Die Bandbreite der Anwendungen ist also recht groß.

Ach ja, Gaming: Ich spiele nicht. Zero. Dem konnte ich noch nie etwas abgewinnen. Mein Sohn wiederrum ist leidenschaftlicher Zocker. Als ich den Monitor auf meinem Schreibtisch aufgebaut hatte, steckte mein Sohn kurz den Kopf durch die Türe und meinte nur: „Schick, Papa! Auf meinem würde der sich aber besser machen.“ Der einzige Grund, warum mir Jonas den Monitor nicht gemopst hat, war die Info, dass es auch eine Gaming-Version gebe, aber das Teil auf meinem Schreibtisch die Office-Version sei. „Das reicht von der Bildwiederholfrequenz nicht“, sagte ich mit etwas Mitleid im Blick. Ob das so ist? Ich habe keine Idee. Der Filius ist zufrieden abgezogen. Ein Glück, sonst wäre der Haussegen zwischen Vater und Sohn vermutlich ein paar Tage schiefgehangen.

Jetzt zum Gerät: Mein etwas betagter 27-Zöller von Dell aus dem Jahr 2011 musste weichen. Ein kurzer wehmütiger Blick auf den treuen Gefährten, Strom raus, HDMI raus, und dann war der Monitor auch schon vom Tisch. Tatsächlich habe ich mich im ersten Moment nur auf das frische Erscheinungsbild des neuen LG-Displays gefreut; eine sehr schicke und designtechnisch zeitgemäße Erscheinung. Der schmale Rand, der stylische und funktionelle Fuß sind verglichen mit dem Dell eine echte Augenweide. Die Auflösung von 2560 x 1440, also WQHD, sowie die 27″ in der Bilddiagonalen genoss ich ja schon einige Jahre, dort erwartete Ich also kein großes Wahrnehmungs-Update. Weit gefehlt, aber dazu später mehr.

Installation

Den Schreibtisch habe ich nach vorne gezogen, auf Arbeitshöhe gebracht und den LG 27QN880 mit der Klemme an die Platte montiert. Die Montage des Fußes ging leicht von der Hand. Die Stärke meiner Schreibtischplatte beträgt 25 mm, und die vormontierte Klemme war auf diesen Bereich eingestellt. Bis zu 90 mm (!) kann die Tischplatte respektive die entsprechende Aufnahmefläche stark sein, um die Klemme des Monitors aufzunehmen. Dazu hat der Fuß entsprechende Montagepunkte, um die Schraubklemme in ihrem Arbeitsbereich anzupassen.

Im Lieferumfang des Monitors findet sich auch eine Montageplatte, wenn man diesen nicht mit der Klemme, sondern mit der direkten Verschraubung durch den Schreibtisch fixieren möchte. Dazu ist ein Loch von 20 bis 40 mm Durchmesser erforderlich. Die meisten User im Büro oder Homeoffice werden vermutlich die Variante mit der Klemme nutzen. Ich bin mir sehr sicher, dass es eine Menge von Anwendungen und Installationsnotwendigkeiten gibt, die eine Montage mit der Schraube „irgendwo“ auf der Arbeitsplatte oder einem entsprechenden Möbel erforderlich machen. Die Mechanik zum Einstellen des Monitors ist für solche Anwendungen absolut prädestiniert.

Der Arbeitsplatz mit dem LG 27QN880 in der Mitte
Der Arbeitsplatz mit dem LG 27QN880 in der Mitte

In diesem ersten Schritt habe ich den Fuß zentral hinter den Monitor platziert. Ich konnte mich jedoch daran erinnern, dass der ein oder andere YouTuber den Fuß auf die Seite gebracht hat. Versuch macht kluch – gesagt, getan. Der Fuß ist nun direkt neben dem Notebook-Ständer! Das ergibt für mich einen sehr aufgeräumten Arbeitsplatz.

 Unter dem Monitor ist genügend Platz für Equipment
Unter dem Monitor ist genügend Platz für Equipment

Die freigewordene Fläche unter dem Monitor konnte ich mit meiner Mini-Audio-Regie bestücken. Mein Mischpult, welches mein kabelloses Headset, mein Großmembran-Mikro und weitere Audioquellen für meine Online-Trainings aufnimmt, fand direkt seinen neuen Stammplatz. Sehr gut!