Einleitung
Pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko offeriert BenQ gleich vier Beamer, die im Wohnzimmer die Spieler in Lebensgröße auf die Leinwand werfen sollen. Der Preisbereich beträgt hierbei 479 bis 1.299 Euro. Wir testen den TH575i, der mit Full-HD-Auflösung und einer Lichtleistung von nominell 3800 Lumen das Einstiegsmodell ist und für fast jeden Geldbeutel erschwinglich ist.
Mit einer Stellfläche von 29,7 × 22,1 cm ist er in etwa so groß wie ein DIN-A4-Blatt. Er bringt 2,5 kg auf die Waage, womit er für die Festinstallation und den mobilen Einsatz bestens geeignet ist.
Als Lichtquelle kommen keine Laserdioden oder LEDs zum Einsatz, vielmehr setzt BenQ bei diesem Modell auf die klassische UHP-Lampe. Die Lebensdauer wird mit 6000 Stunden bei höchster Lichtausbeute beziffert. Im Kinomodus sollen authentische Farben mit hoher Präzision erzielt werden. Das Kontrastverhältnis wird mit 15 100:1 beziffert.
Eine automatische vertikale Trapezkorrektur erleichtert die rechteckige Bildformatanpassung, auch wenn der Beamer nicht optimal mittig platziert wird, sondern aus Umgebungsgründen etwas seitlich aufgestellt werden muss. Das Objektiv mit manuellem 1,1-fachen Zoom bietet überdies eine angenehme Flexibilität, um das Gerät nicht auf den letzten Millimeter genau ausrichten zu müssen.
Google TV weist als Betriebssystem alle Apps auf, die wir von unserem Fernseher kennen. Integriert sind zahlreiche Streamingdienste wie Netflix, Prime Video, Disney+ und YouTube. Weitere Apps wie WOW, DAZN, Paramount+ und Apple TV können aus dem Google Play Store kostenlos heruntergeladen und installiert werden.
Freunde von dreidimensionalen Filmen dürfen sich freuen, denn 3D wird vom BenQ TH575i unterstützt – und liefert dabei die volle Auflösung. Ein vollständiges Farbmanagement ermöglicht es, die Bildqualität weiter zu optimieren. Ein verbauter 10-Watt-Lautsprecher sorgt für einen verständlichen Ton.
Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und den Spezifikationen finden Sie im Datenblatt des BenQ TH575i.
Lieferumfang
Der Projektor wird gut geschützt in einem braunen Karton mit weißer Aufschrift, Tragegriff und einer zusätzlichen Schaumstoffummantelung verkauft. Zum Lieferumfang gehören der BenQ TH575i, eine Fernbedienung mit zwei Batterien, ein Stromkabel, eine Schnellstartanleitung, eine Garantiekarte und ein Google-TV-Dongle.
Gegen Aufpreis gibt es optional von BenQ die 3D-Brille DGD5 und eine Universaldeckenhalterung namens CMG3.

Optik und Gestaltung
Den BenQ TH575i gibt es ausschließlich mit weißem Finish. Er besitzt drei Standfüße mit grauen, gummierten Unterlagen, damit empfindliche Stellflächen nicht zerkratzen. Überdies verhindert das Gummi ein Verrutschen des Gerätes. Das Design ist schlicht gehalten und bietet große Gitter für die Kühlluftzufuhr sowie die Abwärme.
Das Objektiv mit manuellem 1,1-fachen Zoom ist nicht mittig, sondern aus optischen Gründen auf der rechten Seite ins Gehäuse eingelassen. Die Regler für Fokus und Bildgröße befinden sich darüber in einer Aussparung. Eine Schiebeklappe zum Verschließen fiel dem Rotstift zum Opfer.
Das Anschlussfeld auf der Rückseite ist recht spartanisch. Hinter einer verschraubten Schiebeklappe ist der Google-TV-Dongle installiert.
Auf der linken Seite ist einer der großen Lüfter eingelassen. Auf der rechten Seite gibt es einen weiteren Lüfter.
Die Oberseite bietet guten Zugriff auf Fokus- und Zoomregler. Weiter hinten ist der Ein/Ausschalter platziert, falls die Fernbedienung mal nicht zur Hand sein sollte. Eine Tastatur zur Steuerung des Beamers ist nicht vorhanden, sodass hierfür der Controller benötigt wird.
Die Unterseite beherbergt drei Füße, von denen der vordere höhenverstellbar ist, und die Aufnahmepunkte für eine Deckenhalterung.
Der Projektor bringt ein Gewicht von 2,3 kg auf die Waage. Damit ist er für handelsübliche Deckenhalterungen geeignet, um ihn fix im Wohnzimmer zu installieren. Darüber hinaus ist er leicht und kompakt genug, um ihn gelegentlich mit zu Freunden oder in den Garten zu nehmen.
Die Abmessungen des BenQ TH575i betragen 296 x 120 x 221 mm (B x H x T).

Zusammengefasst gefallen uns Optik, Design und Haptik. Verarbeitung und Materialqualität entsprechen einem Gerät in dieser Preisklasse.
Anschlüsse
Der BenQ TH575i besitzt ein recht übersichtliches Anschlussfeld mit nur einem HDMI-Eingang auf der Rückseite, einer USB-Mini-Schnittstelle, einem RS232-Anschluss zur Steuerung und einer 3,5-mm-Klinke für die Audio-Ausgabe.
Der Sound wird über den HDMI-Audio-Rückkanal ausgegeben, um externe 5.1-Lautsprechersysteme im Heimkino zu nutzen.
Hinter der Aussparung wird der Android-TV-Dongle angeschlossen.
Aufstellung und Installation
Wie von BenQ gewohnt, geht die Aufstellung leicht von der Hand. Dank des relativ großen Offsets kann der TH575i auf Höhe der Leinwandunterkante oder überkopf auf Höhe der Oberkante platziert werden. Auf eine elektrische Bildanpassung (wie beim BenQ W5850) oder gar einen Autofokus muss beim aktuellen Probanden erwartungsgemäß verzichtet werden. Bildgröße und Schärfe lassen sich von Hand einstellen. Die separaten Regler dafür sind gut zugänglich. Alles ist leichtgängig und hat kein Spiel.
Der 1,1-fache Zoom ist zwar nicht besonders üppig bemessen, erleichtert aber die finale Installation. Auf einen Lens-Shift muss hingegen verzichtet werden.
Die automatische horizontale Trapezkorrektur unterstützt die Installation selbstständig. Das Tool richtet das Bild bei einer Schrägprojektion oder bei seitlicher Aufstellung geometrisch korrekt aus. Manuelle Eingriffe sind weiterhin möglich. Da das Feature die Auflösung sichtbar reduziert, empfehlen wir, den Projektor exakt in Waage und mittig vor der Leinwand aufzustellen, um auf die Trapezkorrektur zu verzichten. Sollte das unterwegs nicht möglich sein, kann der vordere Kunststofffuß herausgedreht werden, um Filme und Live-Sport weiter nach oben zu bekommen.
Für die Erstinstallation nimmt der BenQ TH575i den Nutzer an die Hand und führt ihn durch alle relevanten Einstellungen. Dazu gehören die Sprachauswahl und die Länderauswahl für die Smart-TV-Funktionen. Besonders leicht ist die Einbettung von Google TV, weil das Betriebssystem sich via QR-Code mit dem eigenen Google-Account koppelt. Damit ist die komplette Smart-Installation in wenigen Sekunden erledigt.
Beim BenQ W4100i hatten wir noch kritisiert, dass Google TV erst nach der Netzwerkanbindung von Hand installierbar ist – diesbezüglich hat der Hersteller auf unsere Kritik reagiert und beim TH575i alles fehlerfrei umgesetzt.
Das umständliche und zeitaufwendige Verbinden mit dem eigenen Netzwerk und dem Google-Account entfällt, weil das der Projektor selbstständig durchführt.
Der Google-TV-Stick war bei unserem Probanden bereits verbaut. Auf Nachfrage bestätigt BenQ, dass das bei allen Geräten dieser Serie so sei.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Aufstellungsmöglichkeiten detailliert für eine Projektion im 16:9-Format:

Bildgröße
Das Objektiv mit manuellem 1,1-fachen Zoom ermöglicht es, eine 2,50 m breite 16:9-Leinwand aus einer Distanz von 3,72 bis 4,10 m vollständig auszuleuchten. Damit gehört das Gerät eher zu den Weitwerfern, es kann in größeren Räumen daher weiter hinten aufgestellt werden. Sein Zoomfaktor ist zwar relativ gering bemessen, bietet aber die nötige Flexibilität, um den Projektor nicht millimetergenau platzieren zu müssen.
Damit besitzt der BenQ TH575i recht viel Komfort für einen DLP-Beamer in diesem Preissegment.
Die nachfolgende Größentabelle zeigt die Aufstellungsmöglichkeiten detailliert für eine Projektion im 16:9-Format:

























