Test AOC 27P2C – Guter und günstiger Home-Office-Monitor
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Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Die Helligkeitsverteilung fällt mit einem Durchschnittswert von 7,93 % zwar nur zufriedenstellend aus, der Maximalwert ist mit 12,26 % aber bereits beachtlich gut. Das gilt erst recht für die Farbreinheit, die insgesamt ein sehr gutes Ergebnis erzielt (Delta-C-Average: 1.01, Delta-C-Maximum: 1.75).

Auch aus subjektiver Sicht ist die Bildhomogenität nicht nur angesichts der Preisklasse überdurchschnittlich gut gelungen.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des AOC 27P2C
Coating des AOC 27P2C
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der AOC 27P2C besitzt eine matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte. Das Foto zeigt den Bildschirm des AOC 27P2C bei horizontalen Blickwinkeln von ±60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad.

Horizontale und vertikale Blickwinkel vom IPS-Panel des AOC 27P2C
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Die Blickwinkelstabilität ist IPS-typisch gut. Auch bei extremeren Blickwinkeln bleiben die Farben dank des Panels sehr stabil. Wahrnehmbar sind vor allem der übliche Helligkeits- und Kontrastverlust. Bei horizontalen Blickwinkeln wird die Farbtemperatur etwas wärmer, bei vertikalen Blickwinkeln dagegen spürbar kühler. Mit freiem Auge ist das vor allem bei vertikalen Blickwinkeln schon recht deutlich zu sehen. Die Abbildung unten kann den subjektiven Eindruck nicht vollständig wiedergeben.

Die Farben bleiben aber auf jeden Fall in sich stimmig. Auch in dunkleren Bereich bleibt die Zeichnung ganz gut erhalten. Ein paar Details gehen jedoch verloren.

Interpolation

Der AOC 27P2C löst nativ mit 1920 x 1080 Pixeln auf. Für die 27-Zoll-Diagonale ist das schon recht mager. Wünsche nach den Interpolationsfähigkeiten des Gerätes zum Hochskalieren noch niedrigerer Auflösungen dürften beim Probanden daher eher selten aufkommen.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1280 x 720 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfeeindruck. Farbsäume treten nicht auf.

Einen Schärferegler haben wir im OSD des AOC 27P2C nicht gefunden. Stattdessen gibt es eine auch per Direktwahl aufrufbare Funktion namens „Clear Vision“, die die Konvertierung niedrigerer Auflösungen verbessern soll. Hier kann das Nachschärfen des Bildes durchaus Sinn ergeben. In der nativen Auflösung ist das bei digitalen Signalen dagegen nicht der Fall. Daher ist diese Namensgebung für den „Schärferegler“ eigentlich eine gute Idee.

In allen interpolierten Auflösungen sind die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut bis sehr gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich.

Eine seitengerechte Skalierung ohne Verzerrung ist mit den im OSD angebotenen Optionen allerdings nur im nativen 16:9- und im 4:3-Format möglich.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Proband mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1Display Pro und das Spektrofotometer X-Rite i1Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Die Farbraumabdeckung gibt der Hersteller mit 100 % sRGB an. Nach unseren Messungen wird das nicht ganz erreicht. Unsere Grafiken dazu zeigen die Bereiche, wo es noch fehlt. Zum anderen ist aber auch eine leichte Überdeckung an anderer Stelle sichtbar.

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach Software-Kalibration mit Quato iColor Display zusammen:

Farbraum Abdeckung im Werks-Preset Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 94 % 94 %
Adobe RGB 70 %
ECI-RGB v2 64 %
DCI-P3 RGB 69 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L) 91 %

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Diagramm: Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus "Standard"
Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Standard“

Die Graubalance des AOC 27P2C ist auch messtechnisch bereits ab Werk recht ordentlich. Die Farbtemperatur messen wir mit 6700 K nur minimal zu kühl, und das Gamma liegt im Durchschnitt mit 2,24 ebenfalls nahe beim Soll. Der Gammaverlauf ist zunächst überwiegend linear, knickt dann aber ab 65 % nach unten weg.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus "sRGB"
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“

Die üblichen Bildmodi sind beim AOC 27P2C sehr versteckt zu finden. Zum einen scheint es sich bei den Optionen des „Eco-Mode“ um Bildmodi zu handeln. Den sRGB-Modus finden wir aber als Auswahlmöglichkeit bei der Farbtemperatur. Tatsächlich werden mit der Auswahl der Farbtemperatur auch andere Einstellungen wie zum Beispiel die Helligkeit abgespeichert.

Im Vergleich zu den Werkseinstellungen ändert sich aber auch im sRGB-Modus praktisch nichts. Die Farbtemperatur und das durchschnittliche Gamma verharren im Rahmen der Messgenauigkeit auf den oben bereits genannten Werten. Auch die Graubalance ist praktisch unverändert gut.

Der Kurvenverlauf des Gammas wurde ebenfalls beibehalten, anstatt ihn an die sRGB-Norm anzupassen. Die Farbabweichungen sind im Durchschnitt noch zufriedenstellend, gehen aber bei Blautönen sogar über ein Delta E94 von 5 hinaus.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

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