Test ASUS PA279CV: Günstiger 4K-Monitor für Bild- und Videobearbeitung

Die ProArt-Serie von ASUS wendet sich an professionelle Anwender mit erhöhten Ansprüchen an die Bildqualität. Im Test kann der Vertreter PA279CV überzeugen

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Einleitung

Erst kürzlich konnte sich der ASUS PA278QV als Vertreter der ProArt-Serie des Herstellers eine Empfehlung der Redaktion einheimsen. Der gerade neu vorgestellte ASUS PA279CV trägt jetzt dem Wunsch nach einem ähnlichen Gerät, aber mit der höheren 4K-Auflösung Rechnung.

Die ProArt-Serie von ASUS ist bekanntermaßen generell auf den Workflow von Kreativen und professionellen Content-Erstellern ausgelegt. Der ASUS PA279CV verfügt dazu über eine Vorkalibrierung ab Werk mit CalMAN-Verifizierung, die höchste Farbgenauigkeit garantieren soll (Delta E < 2).

Für Blickwinkelneutralität sorgt das 4K-UHD-IPS-Panel (3840 x 2160 Pixel) im 16:9-Format. Neben einer 100-prozentigen Abdeckung des sRGB-Farbraums sollen auch DCI-P3 und die HDR-Wiedergabe unterstützt werden. Umfangreiche Ergonomie-Funktionen sind in der ProArt-Serie ohnehin selbstverständlich.

Doch auch bei den Anschlüssen ist „der Neue“ auf der Höhe der Zeit. Dank USB-C, HDMI und DisplayPort werden alle modernen Signaleingänge geboten. Via USB-C können auch externe Geräte mit bis zu 65 Watt aufgeladen werden.

Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und den Spezifikationen finden Sie im Datenblatt des ASUS PA279CV.

Lieferumfang

Dem Lieferumfang liegen die Kabel für Strom, DisplayPort und USB-C bei. Neben den üblichen ASUS-ProArt und VIP-Beilagen finden wir einen Bericht über die werkseitige Kalibrierung mit individueller Seriennummer. Handbuch, Treiber, Standardfarbprofil und diverse Zusatz-Software konnten wir uns problemlos direkt über die Produkt-Website besorgen.

Lieferumfang des Asus PA279CV Monitors
Lieferumfang

Optik und Mechanik

Die Montage entspricht dem üblichen Klicksystem. Zunächst wird das Standbein auf der Display-Rückseite eingerastet. Das klappt hier überraschenderweise aber nicht von allein. Man muss tatsächlich auch gleichzeitig den Knopf drücken, der sonst nur zum Lösen erforderlich ist.

Montage des Standbeins am Display
Montage des Standbeins

Anschließend wird die Bodenplatte aufgesetzt und mit einer Flügelschraube werkzeugfrei fixiert. Alternativ kann das Standbein auch per Knopfdruck zur Wandmontage ganz einfach entfernt werden. Das VESA-Wandmontage-Set (100 x 100 mm) ist separat erhältlich.

Montage des Fußes am Monitorarm
Montage des Standbeins
Fixierung von Monitorarm und Fußmit mittels einer Flügelschraube
Fixierung mit Flügelschraube

Bei den Abbildungen zur Montage sieht man, dass im Inneren von Standbein und Bodenplatte ordentlich Metall verwendet wird. Die äußere Verschalung ist aber komplett aus Kunststoff. Das gilt auch für die Bodenplatte, die oben nach gebürstetem Aluminium aussieht.

Displayansicht von vorn in der höchsten Stellung
Ansicht vorn in der höchsten Stellung
Displayansicht von hinten in der höchsten Stellung
Ansicht hinten in der höchsten Stellung
Displayansicht von vorn in der niedrigsten Stellung
Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung
Displayansicht von hinten in der niedrigsten Stellung
Ansicht hinten in der niedrigsten Stellung

Vergleicht man den ASUS PA279CV mit seinem WQHD-Vetter PA278QV, fällt auf, dass die Display-Gehäuse sehr ähnlich aussehen. Vielleicht fällt der Elektronik-Erker beim aktuellen Probanden etwas tiefer aus, aber ansonsten dürften die beiden Geräte äußerlich ziemlich identisch sein.

Wieso ASUS dann hier ein anderes Standbein einsetzt, bleibt ein Rätsel. Denn es ist vor allem das Standbein, das den Qualitätseindruck des ASUS PA279CV schon merklich trübt. Zwar sind alle erdenklichen Ergonomie-Funktionen vorhanden, das Geräusch bei der Höhenverstellung lässt sich aber kaum mit dem Begriff „hochwertig“ in Einklang bringen. Ferner muss das Display noch nicht mal maximal nach hinten geneigt werden, um dann bei der anschließenden Höhenverstellung am Standbein hängen zu bleiben.

Displayansicht mit 45°-Drehung nach links
Ansicht 45°-Drehung nach links
Displayansicht mit 45°-Drehung nach rechts
Ansicht 45°-Drehung nach rechts

Davon abgesehen macht aber auch die Mechanik einen recht präzisen und stabilen Eindruck. Über den Umfang der Ergonomie-Funktionen kann man sich ohnehin nicht beklagen: Höhenverstellung 15 cm, Neigung -5 bis +35° und eine Drehfunktion um je 45° in beide Richtungen. Auch ein Schwenk in das Hochformat ist möglich.

Asus PA279CV Ansicht seitlich
Ansicht seitlich
Asus PA279CV Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel nach hinten
Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel nach hinten
Ansicht Pivot seitlich
Ansicht Pivot seitlich
Ansicht Pivot von vorn
Ansicht Pivot von vorn
Übersicht Ergonomie-Funktionen (Screenshot: ASUS-Handbuch)
Übersicht Ergonomie-Funktionen (Screenshot: ASUS-Handbuch)

Zum Bündeln der Kabel hat das Standbein auf der Rückseite einen Clip fest integriert. Das Standbein mag die eine oder andere Schwäche haben – ein schickes Aussehen hat der ASUS PA279CV mit dieser Kombination aus Silber und Schwarz aber allemal. Berücksichtigt man ferner die Preisklasse, kann man damit auch ganz gut leben.

Insgesamt ist die Verarbeitung zwar teils etwas Kunststoff-lastig, hinterlässt aber für die Preisklasse einen überdurchschnittlichen und durchaus hochwertigen Eindruck.

Standbein des Asus PA279CV
Standbein
Kabelführung hinten am Monitorstandbein
Kabelführung

Das Netzteil ist beim ASUS PA279CV direkt im Gehäuse untergebracht. Zur Kühlung dienen Lüftungsschlitze rund um die Ausbuchtung hinten in der Mitte. Bei normaler Arbeitshelligkeit konnten wir nach längerem Betrieb auch hier so gut wie keine Erwärmung feststellen.

Aufgefallen ist uns beim Testgerät aber eine gewisse Geruchsentwicklung im Bereich der Lüftungsschlitze. Die mag nach ein paar Wochen im Betrieb verschwinden, ist jedoch auch bei einem nagelneuen Monitor nicht zwangsläufig in dieser Form anzutreffen.

Lüftungsschlitze auf der Displaygehäuserückseite
Lüftungsschlitze

Technik

Betriebsgeräusch

Wir haben beim ASUS PA279CV keine Betriebsgeräusche wahrnehmen können. Sowohl im Standby wie auch in Betrieb arbeitet der Monitor völlig geräuschlos – unabhängig davon, welche Helligkeit eingestellt ist. Allerdings kann gerade die Geräuschentwicklung einer gewissen Serienstreuung unterliegen, weshalb diese Beurteilung nicht für alle Geräte einer Serie gleichermaßen zutreffen muss.

Stromverbrauch

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal k. A. 38,16 W
Betrieb typisch 32 W
140 cd/m² k. A. 24,18 W
Betrieb minimal k. A. 19,26 W
Energiespar­modus (Standby) < 0,5 W 0,43 W
Ausgeschaltet (Soft Off) < 0,5 W < 0,2 W
Ausgeschaltet (Netzschalter) 0 W 0 W

Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)

ASUS nennt im Datenblatt einen typischen Verbrauch von 32 Watt. Nach unseren Messungen werden bei maximaler Helligkeitsstufe nur 38,16 Watt erreicht.

Im Standby sinkt die Leistungsaufnahme bereits unter 0,5 Watt. Wer möchte, kann mittels des Soft-off-Buttons den Strombedarf sogar noch unter 0,2 Watt drücken. Ferner hat der Proband einen dedizierten Netzschalter, um den Monitor komplett vom Stromnetz zu trennen.

Bei 140 cd/m² am Arbeitsplatz zeigt das Messgerät 24,18 Watt an, die Effizienz bei dieser Helligkeit berechnet sich zu 1,2 cd/W. Für einen Monitor mit 4K-Auflösung ist das ein guter bis sehr guter Wert.

Anschlüsse

Mit DisplayPort (1.2), zwei HDMI-Eingängen (2.0) und USB-C hat der ASUS PA279CV alle wichtigen Digital-Eingänge an Bord. Audiosignale können über die integrierten Lautsprecher oder über den Kopfhörerausgang ausgegeben werden. Der USB-C-Eingang kann wie üblich Bildsignale, Daten und Strom übertragen (bis zu 65 Watt).

Anschlüsse des Asus PA279CV
Anschlüsse

Der USB-3.0-Hub bietet vier Downstream-Ports. Zwei davon sind direkt auf der Rückseite bei den anderen Anschlüssen untergebracht, zwei weitere auf der linken Seite hinter dem Display versteckt und auch für den Anschluss von USB-Sticks einigermaßen gut zu erreichen. Als Upstream dient der USB-C-Eingang.

USB-3.0-Hub via USB-C-Eingang
USB-3.0-Hub via USB-C-Eingang

Bedienung

Die Bedienung erfolgt über fünf Multifunktionstasten an der Rahmenvorderseite (plus Soft-off-Taste). Die Tasten stehen nicht hervor, sondern schließen bündig mit dem Rahmen ab. Sie haben einen klaren und hörbaren Druckpunkt. Größe, Geräusch und Bedienung sind angenehm und unterstreichen den hochwertigen Eindruck der äußeren Verarbeitung.

Multifunktionstasten an der Rahmenvorderseite des Asus PA279CV
Multifunktionstasten an der Rahmenvorderseite

OSD

Ein beliebiger Tastendruck blendet zunächst eine Schnellauswahl ein. Damit können Signalquelle, Helligkeit und Blaulichtfilter auch ohne Umweg über das Menü erreicht werden. Die letzten beiden Punkte können über das Systemmenü als Verknüpfung auf Wunsch mit beliebigen anderen Funktionen belegt werden.

Bei der Optik des OSDs ist einmal mehr zu bemängeln, dass es nicht an höhere Auflösungen angepasst wurde. Es wirkt daher etwas pixelig und wenig modern. Ansonsten ist das OSD ASUS-typisch relativ klar und logisch aufgebaut. Im unteren Bereich wird eine Hilfestellung zu den Möglichkeiten der Navigationstaste eingeblendet. Je nach Betriebsart können einige Optionen ausgegraut sein, wenn diese dort nicht verfügbar sind.

OSD: ProArt-Bildmodi (Screenshot: ASUS-Handbuch)
OSD: ProArt-Bildmodi (Screenshot: ASUS-Handbuch)
OSD: Bildeinstellungen (Screenshot: ASUS-Handbuch)
OSD: Bildeinstellungen (Screenshot: ASUS-Handbuch)
OSD: Bildeinrichtung (Screenshot: ASUS-Handbuch)
OSD: Bildeinrichtung (Screenshot: ASUS-Handbuch)
OSD: Systemeinstellungen (Screenshot: ASUS-Handbuch)
OSD: Systemeinstellungen (Screenshot: ASUS-Handbuch)

Inhaltlich ist alles gut strukturiert und auf acht selbsterklärende Hauptebenen verteilt. Die Einstellmöglichkeiten sind insgesamt sehr umfangreich. Optionen für Farbtemperatur (Zahlenwert) und Gamma sind hier ebenfalls vorhanden. Abgesehen von ein paar Umbenennungen (zum Beispiel ProArt-Preset statt Splendid-Bildmodus) finden wir aber keine Unterschiede zum „normalen“ ASUS-OSD.

Zwei durchaus nützliche Besonderheiten hat das OSD von ASUS noch parat. Zum einen die Möglichkeit, selbst Verknüpfungen für die Schnellauswahl zu definieren, und zum anderen die QuickFit-Funktion. Per Knopfdruck lassen sich damit Alignment-Grid, Lineal oder verschiedene Dokumenten-Formate einblenden, sodass man vor dem Ausdruck besser abschätzen kann, wie der Output in Zentimetern ausfällt.

1 KOMMENTAR

  1. Danke für Ihre detaillierten Tests!
    Könnten Sie bitte bei den Monitoren mit USB-C Hub extra testen, ob Power Delivery zum Laptop funktioniert, wenn der Monitor ausgeschaltet ist oder sich im Ruhemodus befindet.
    Bei einigen Monitoren gibt es „Deep Sleep Funktion“, die man ausschalten kann, aber manchmal funktioniert es nur für die USB-A Ports und nicht für USB-C Power Deliver zum Laptop.

    MfG

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