Test AOC U32U1 – Design-Monitor mit überzeugender Leistung

31,5-Zoll-Monitor im Design von Studio F. A. Porsche überzeugt neben einer ansprechenden Optik auch mit einer ausgesprochen guten Bildqualität

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Einleitung

Mit einem vom Studio F. A. Porsche entwickelten Design möchte AOC mit dem U32U1 Kunden ansprechen, die bereits bei der äußeren Erscheinung den besonderen Auftritt lieben. Das fast rahmenlose 31,5-Zoll-Display thront dabei auf einer glänzenden Standbeinkonstruktion aus Edelstahl.

Doch auch technisch hat das Gerät laut Spezifikationen einiges zu bieten. Der AOC U32U1 verfügt über ein blickwinkelstabiles IPS-Panel mit 4K-Auflösung, 10 Bit Farbtiefe und erweitertem Farbraum. AOC verspricht eine Abdeckung von 135 % sRGB, 100 % Adobe RGB und 98 % DCI-P3 und will den Monitor damit als perfekte Wahl für Fotografen und Videoprofis verstanden wissen.

Dank DisplayHDR-600-Zertifizierung kann das Modell mit einer Maximalhelligkeit von 600 cd/m² beeindrucken und auch im Unterhaltungsbereich glänzen. USB-C und moderne Anschlüsse sorgen dabei für eine blitzschnelle Datenübertragung und gleichzeitiges Aufladen von Notebook-Akkus.

Trotz der Orientierung auf ein elegantes Design sind auch Ergonomie-Funktionen vorhanden, die vor allem den Wechsel in das Hochformat zum Beispiel beim Desktop-Publishing besonders einfach machen sollen.

Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und den Spezifikationen finden Sie im Datenblatt des AOC U32U1.

Lieferumfang

Neben dem Netzteil und dem Kaltgeräte-Kabel zur Stromversorgung enthält der Lieferumfang vollständig alle Kabel zur Signalübertragung: DisplayPort, HDMI und USB-C. Als nette Beigabe gehören zudem zwei Kabelbinder mit Klettverschluss dazu. Alle Signalkabel haben eine komfortable Länge von 1,8 m und machen einen hochwertigen Eindruck.

Lieferumfang des AOC U32U1
Lieferumfang

Das Fehlen von „Papierkram“ werden die Wenigsten vermissen, zumal das Gerät bereits komplett vormontiert im Karton liegt. Die beiliegende CD enthält das Handbuch in mehreren Sprachen als PDF-Dokument, Treiber und Standardfarbprofil sowie einige Zusatzprogramme. Damit kann man beispielsweise das OSD auch Software-gesteuert mit Maus und Tastatur bedienen.

Optik und Mechanik

Eine Montage ist nach dem Auspacken nicht notwendig, da der Monitor – geschwenkt ins Hochformat – bereits mit montiertem Standbein im Karton liegt. Man kann ihn am griffigen Standbein einfach aus dem Karton heben, auf den Schreibtisch stellen und dann wieder in das Querformat zurückschwenken. Der Karton ist allerdings auch sehr voluminös und der Bildschirm mit 10,3 kg nicht gerade ein Leichtgewicht.

Montage des Standbeins
Montage des Standbeins

Über Design und Geschmack kann man bekanntlich vortrefflich streiten. Doch jeder weiß selbst am besten, was ihm gefällt. Aus unserer Sicht ist ein Design dann besonders gelungen, wenn Funktionalität und Eleganz Hand in Hand gehen. Das ist auch der Maßstab, den wir hier verwenden. Hochtrabende Namen wie „Design by Studio F. A. Porsche“ stellen für manchen Käufer zwar schon einen Wert an sich dar, für unsere Beurteilung sind sie aber nebensächlich.

Ansicht des Monitors von vorne in der höchsten Stellung
Ansicht vorn in der höchsten Stellung
Ansicht des Monitors von hinten in der höchsten Stellung
Ansicht hinten in der höchsten Stellung

Optisch zieht das als stangenförmiger Ständer gestaltete Standbein natürlich als Erstes den Blick auf sich. Im Vergleich zu den massiven Standfüßen der Konkurrenz wirkt der Standfuß filigraner. Das aus glänzendem Metall geformte Gestänge hat aber dennoch ein ordentliches Gewicht, was für die Stabilität auch wichtig ist, und dürfte nicht unerheblich zum Gesamtgewicht des Gerätes von 10,3 kg beitragen. Es fühlt sich sehr massiv an und verleiht dem Display daher einen guten Schwerpunkt. Nachteilig ist, dass sich der glänzende Edelstahl als extrem anfällig für Fingerabdrücke erweist.

Displays mit sehr schmalem Rahmen gibt es mittlerweile viele. Das Besondere am AOC U32U1 ist jedoch, dass der Rahmen nicht nur seitlich und oben, sondern wirklich rundum gleich schmal ist. Damit wäre der Bildschirm eigentlich optimal für den Einsatz in Mehrschirm-Umgebungen geeignet. Man könnte ihn sogar ohne übermäßige Unterbrechung am Übergang übereinanderstapeln. Dafür scheint der Proband aber leider gar nicht vorgesehen zu sein. Das Standbein lässt sich nicht ohne Weiteres entfernen. Wir haben auch im Handbuch keinen Hinweis auf eine alternative Wandmontage gefunden.

Der Hersteller bezeichnet den AOC U32U1 selbst als Zero-Edge-Display, das das Konzept des rahmenlosen Designs noch einen Schritt weiterführen soll. Dank einer innovativen Konstruktion sollen dabei die Rahmen links und rechts hinter dem Panel verborgen werden, was eine echte rahmen- und kantenlose Anzeige erzeugen soll. So weit das Marketing. In der Realität sieht das aber etwas anders aus.

Der äußere, „echte“ Rahmen ist mit gut 3 mm nicht rekordverdächtig schmal. Hinzu kommt wie üblich ein ca. 5 mm breiter Rahmen durch die nicht genutzte Display-Fläche. Die Besonderheit liegt darin, dass der Bildschirm nicht bündig mit dem Rahmen abschließt oder leicht nach hinten versetzt ist, sondern nach vorn aus dem schützenden Gehäuse herausragt. Dadurch mögen bei mittiger Sitzposition die seitlichen Ränder des äußeren Rahmens etwas schmaler wirken (ca. 2 statt 3 mm), sichtbar bleiben sie aber definitiv, und an dem Rahmen durch die nicht genutzte Display-Fläche ändert sich selbstverständlich auch nichts.

Zero-Edge-Display, das nach vorn über den Rahmen hinausragt
Zero-Edge-Display, das nach vorn über den Rahmen hinausragt

Hier stimmen die Marketing-Aussagen von AOC mit der Realität leider nicht überein. In dem ungeschützt nach vorn abstehenden Display können wir keinerlei Vorteil sehen. Vielmehr muss man beim Verstellen der Position sehr darauf achten, nicht versehentlich mit den Daumen auf den Bildschirm zu drücken.

Vielversprechend ist jedenfalls der Hinweis im Handbuch dazu: „Achten Sie darauf, bei der Winkelverstellung möglichst nicht den LCD-Bildschirm zu berühren. Andernfalls kann es zu Beschädigungen bis hin zum Bersten des LCD-Bildschirms kommen.“

Ansicht des Monitors von vorne in der niedrigsten Stellung
Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung
Ansicht des Monitors von hinten in der niedrigsten Stellung
Ansicht hinten in der niedrigsten Stellung

Auf der Rückseite setzt das eher minimalistische Design des AOC U32U1 noch einen farblichen Akzent. Was in der Abbildung oben nach dem üblichen Elektronik-Erker des Display-Gehäuses aussieht, ist tatsächlich aber ein separat abgesetztes Gehäuse, das nur durch ein Gelenk zur Neigungsverstellung mit dem Bildschirm verbunden ist. Das Gehäuse ist laut Hersteller aus schwarzem Aluminium, die nach außen sichtbare silberne Seite aber aus Kunststoff. Hier sind sämtliche Anschlüsse und die Stromversorgung untergebracht, ferner auch die Standbein-Aufhängung.

Sie ermöglicht eine Höhenverstellung um 12 cm und eine Rotation um die eigene Achse zum seitlichen Verdrehen. Die Angaben des Herstellers dazu sind leider widersprüchlich. Nach Augenschein gehen wir davon aus, dass die Angabe 40° korrekt ist.

Ansicht Display mit Drehung nach links
Ansicht Drehung nach links
Ansicht Display mit Drehung nach rechts
Ansicht Drehung nach rechts

Die Neigung erfolgt in dem Gelenk, mit dem das Display verbunden ist. Sie ist von -3,5° bis knapp 20° möglich. Beim Drehen ins Hochformat hat die ungewöhnliche Konstruktion sogar tatsächlich einen funktionalen Mehrwert. Da das „Zusatzgehäuse“ mit den Anschlüssen seine Position nicht ändert, bleiben auch die benötigten Kabellängen gleich.

AOC U32U1 Ansicht seitlich
Ansicht seitlich
Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel nach hinten
Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel nach hinten
AOC U32U1 Ansicht Pivot seitlich
Ansicht Pivot seitlich
AOC U32U1 Ansicht Pivot von vorn
Ansicht Pivot von vorn

Für einen designorientierten Monitor ist es durchaus bemerkenswert, dass sämtliche Ergonomie-Funktionen vorhanden sind. Die Spielräume sind allerdings nicht gerade üppig. Die hochwertige Mechanik begeistert vollkommen. Das Verstellen geht leichtgängig, und die gewünschten Positionen werden stabil gehalten. Besonders komfortabel gelingt die Nutzung der Pivot-Funktion. Auf ein Kabelmanagement muss man beim Standbein allerdings verzichten. Dafür machen die Verarbeitung und die verwendeten Materialien beim AOC U32U1 durchweg einen sehr hochwertigen Eindruck.

Standbein des AOC U32U1: Ständer aus Edelstahl
Standbein: Ständer aus Edelstahl

Die Stromversorgung ist beim AOC U32U1 in einem externen Netzteil untergebracht. Das Display selbst kann daher komplett auf Belüftungsöffnungen verzichten. Das Zusatzgehäuse hat dagegen am oberen Rand dezente Öffnungen, die vermutlich aber auch zum Abstrahlen für die Lautsprecher gedacht sind.

Externes Netzteil, relativ groß und schwer
Externes Netzteil, relativ groß und schwer

Beim Display konnten wir auch nach längerem Betrieb praktisch nirgendwo eine Erwärmung feststellen. Während das Netzteil gut handwarm wird, ist beim Zusatzgehäuse kaum etwas zu spüren. Dem Netzteil sollte man daher auf jeden Fall bei der Aufstellung genug Raum zur Kühlung zugestehen – zumal es auch externe Geräte mit Strom versorgen kann.

Lüftungsschlitze und Lautsprecher-Auslass auf der Displaygehäuserückseite
Lüftungsschlitze und Lautsprecher-Auslass

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