Test ASUS PA348CGV: Synergie aus Bildbearbeitung und Gaming
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34 Zoll großer Monitor aus der ProArt-Produktlinie wagt den Spagat zwischen präziser Farbreproduktion für Bild- und Videobearbeitung sowie guten Leistungen im Spielebereich

Helligkeit, Schwarzwert, Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen (auch Local Dimming) deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des ASUS PA348CGV – D65
Helligkeits- und Kontrastverlauf des ASUS PA348CGV – D65

Leuchtdichte Weiß:

Helligkeit Nativ D65 5800 K D50
100 % 337,6 cd/m² 326,3 cd/m² 302,0 cd/m²
50 % 243,7 cd/m²
0 % 28,4 cd/m²

Leuchtdichte Schwarz:

Helligkeit Nativ D65 5800 K D50
100 % 0,34 cd/m² 0,34 cd/m² 0,34 cd/m²
50 % 0,24 cd/m²
0 % 0,03 cd/m²

Mit annähernd nativem Weißpunkt erreichen wir eine maximale Leuchtdichte von rund 350 cd/m². Im HDR-Modus können wir gut 490 cd/m² ermitteln. Das liegt ein gutes Stück über der Werksangabe. Ein Kontrastverhältnis von rund 1000:1 wird über die gesamte Spannbreite der Helligkeitseinstellungen eingehalten. Dies entspricht wiederum der Angabe im Datenblatt und ist für IPS-Panels ein typischer Wert.

Blickwinkel

Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Die Angaben beruhen auf einem Restkontrast von 10:1. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte. Allerdings werden weitere farbmetrische Veränderungen nicht oder nur unzureichend in die Angabe einbezogen.

Blickwinkel vom IPS-Panel des ASUS PA348CGV
Blickwinkel des ASUS PA348CGV

Das IPS-Panel des ASUS PA348CGV überzeugt durch seine hohe Blickwinkelstabilität. Farbton- und Gradationsveränderungen sind gegenüber Bildschirmen mit VA-Panel deutlich reduziert.

Diese Eigenschaften erlauben eine großflächige Anzeige farbkritischer Inhalte. Mit zunehmendem Winkel leidet vor allem der Kontrast, das Bild wird insgesamt flauer. Dunkle Tonwerte erscheinen stark aufgehellt. Der Effekt ist, abhängig vom Sichtabstand, bereits bei frontaler Betrachtung sichtbar. Hier wirkt sich das breite LC-Panel ungünstig aus. Diese Technologie-bedingte Schwäche kann vom Hersteller nur durch das Aufbringen spezieller, kostensteigernder Folien abgemildert werden.

Aufhellungen bei seitlicher Betrachtung
Aufhellungen bei seitlicher Betrachtung

Farbmetrische Tests

Farbraumvergleich in CIELAB (D50)

Die folgenden Darstellungen basieren auf den farbmetrischen Daten nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt. Das Bezugsweiß für die Aufbereitung in CIELAB ist D50 (adaptiert mit Bradford).

Weißes Volumen: Bildschirmfarbraum
Schwarzes Volumen: Referenzfarbraum
Buntes Volumen: Schnittmenge
Vergleichsziele: sRGB, Adobe RGB, ECI-RGB v2, ISO Coated v2 (ECI), DCI-P3 RGB

Farbraum Abdeckung
ISO Coated v2 97 %
sRGB 100 %
Adobe RGB 88 %
ECI-RGB v2 81 %
DCI-P3 RGB 94 %

Der erzielte Farbumfang erlaubt ein farbsicheres Arbeiten im sRGB-Arbeitsfarbraum und hinreichend präzise Proof-Simulationen für den Offset-Druck auf gestrichenem Papier. Größere RGB-Arbeitsfarbräume werden nur mäßig bis nicht hinreichend abgedeckt, auch wenn das Farbraumvolumen gegenüber dem von Monitoren mit einfacher W-LED-Hintergrundbeleuchtung signifikant erhöht ist.

Das wird auch gut beim Vergleich mit DCI-P3 RGB deutlich. Dieser Farbraum spielt insbesondere für HDR-Video-Workflows eine große Rolle. Hier kann der ASUS PA348CGV wiederum überzeugen. Die Differenzen in Bezug zur Werksangabe (98 %) sind teilweise auf die Vergleichsgrundlage (CIELAB vs. Farbtafel) und die Aufbereitung der Daten zurückzuführen.

Diagramm: Abdeckung ISO Coated v2
Abdeckung ISO Coated v2, 3D-Schnitt 1
Diagramm: Abdeckung ISO Coated v2
Abdeckung ISO Coated v2, 3D-Schnitt 2
Diagramm: Abdeckung sRGB
Abdeckung sRGB, 3D-Schnitt 1
Diagramm: Abdeckung sRGB
Abdeckung sRGB, 3D-Schnitt 2
Diagramm: Abdeckung Adobe RGB
Abdeckung Adobe RGB, 3D-Schnitt 1
Diagramm: Abdeckung Adobe RGB
Abdeckung Adobe RGB, 3D-Schnitt 2
Diagramm: Abdeckung ECI-RGB v2
Abdeckung ECI-RGB v2, 3D-Schnitt 1
Diagramm: Abdeckung ECI-RGB v2
Abdeckung ECI-RGB v2, 3D-Schnitt 2
Diagramm: Abdeckung DCI-P3 RGB
Abdeckung DCI-P3 RGB, 3D-Schnitt 1
Diagramm: Abdeckung DCI-P3 RGB
Abdeckung DCI-P3 RGB, 3D-Schnitt 2

Messungen vor Kalibration und Profilierung

Dynamische Regelungen werden, sofern möglich, vor den nachfolgenden Tests deaktiviert.

Werkseinstellung (Farbmodus: Standard)

Die Werkseinstellung des ASUS PA348CGV überzeugt. Alle von uns erfassten Parameter korrelieren gut mit den jeweiligen Einstellungen im OSD. Die Graubalance ist ausgezeichnet.

Werkseinstellung (Farbmodus: Standard)
Werkseinstellung (Farbmodus: Standard)

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Farbmodus sRGB im Vergleich mit sRGB

Farbmodus sRGB
Farbmodus sRGB

Der sRGB-Modus wurde sorgfältig implementiert, hat aber eine entscheidende Schwäche. Positiv: Die Graubalance ist weiter einwandfrei. Und auch wenn die Tonwertkurve die sRGB-Charakteristik nicht ganz erreicht, sind die Abweichungen doch vertretbar. Geringe Abweichungen in den bunten Farben zeugen von einer präzisen Farbraumtransformation. Entsprechende Inhalte können damit bereits ohne weitere Maßnahmen sehr ansprechend auch in nicht Farbmanagement-fähigen Anwendungen wiedergegeben werden.

Ein großer Wermutstropfen ist allerdings die nun auf rund 80 cd/m² fixierte Leuchtdichte. Hier interpretiert ASUS die Spezifikation, die noch Röhrenbildschirme ins Kalkül zog, weiterhin viel zu eng. Das hatten wir schon in früheren Tests von Monitoren der ProArt-Reihe kritisiert.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Farbmodus DCI-P3 („Color Temp.“: P3-Theater) im Vergleich mit DCI-P3 RGB

Farbmodus DCI-P3 ("Color Temp.": P3-Theater)
Farbmodus DCI-P3 („Color Temp.“: P3-Theater)

Im DCI-P3-Bildmodus hält man sich ebenfalls streng an die Spezifikation, erlaubt aber eine Anpassung der Helligkeit über die normativen 48 cd/m² hinaus. Der Weißpunkt erreicht mit der Einstellung „P3-Theater“ die im PDF nicht weiter ausgewiesene Vorgabe hinreichend genau. Die Farbtransformation gelingt solide, schöpft das Potenzial des Panels aber nicht ganz aus. Allerdings kommt es auch durch unsere Referenzwerte (basierend auf der Spezifikation bei einem Weißpunkt von D65) zu potenziell leicht erhöhten Abweichungen.

Alternativ kann im OSD ein Weißpunkt von 6500 K gewählt werden. Diese Einstellung haben wir nachfolgend aufbereitet.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Farbmodus DCI-P3 („Color Temp.“: 6500 K) im Vergleich mit DCI-P3 RGB

Farbmodus DCI-P3 ("Color Temp.": 6500 K)
Farbmodus DCI-P3 („Color Temp.“: 6500 K)

In diesem Fall haben die Firmware-Ingenieure ihre Transformation auf die Display-P3-Spezifikation von Apple abgestellt. Sie sieht D65 als Weißpunkt und sRGB als Tonwertkurve vor. Letztere wird, wie schon im sRGB-Modus, nicht ganz erreicht, ist aber der Grund für die hohen Abweichungen. Für den Test unterstellen wir nämlich weiterhin eine Gamma-2.6-Tonwertkurve.

ASUS sollte hier unbedingt entweder den Gamma-Regler verfügbar machen oder zumindest eine optionale Gamma-2.6-Einstellung offerieren. Das ICC (International Color Consortium) sieht für seine beiden DCI-P3-Referenzprofile stets Gamma 2.6 vor – auch bei einem Referenzweißpunkt von D65.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Denis Freund

... ist seit 2008 dabei und hat Medieninformatik sowie Druck-/ Medientechnik studiert. Es ist für die Bereiche Farbmesstechnik, -metrik und -management zuständig und entwickelte die PRAD-Test-Software. Nach wie vor verfasst er Testberichte über Grafik-Monitore.

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