Test ASUS PA348CGV: Synergie aus Bildbearbeitung und Gaming
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34 Zoll großer Monitor aus der ProArt-Produktlinie wagt den Spagat zwischen präziser Farbreproduktion für Bild- und Videobearbeitung sowie guten Leistungen im Spielebereich

Reaktionsverhalten

Den ASUS PA348CGV haben wir in der nativen Auflösung bei 60 und 120 Hz am DisplayPort-Anschluss untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Im Datenblatt wird die Reaktionszeit mit 2 ms (GtG) angegeben. Der ASUS PA348CGV implementiert eine sechsstufige Overdrive-Funktion namens „Trace Free“ (0, 20, 40, 60, 80, 100). In der Werkseinstellung ist eine Voreinstellung von 60 gewählt.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Der Messwert Color to Color (CtC) geht über die herkömmlichen Messungen von einfarbigen Helligkeitssprüngen hinaus, schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren.

Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Overdrive 60 Hz

Trace Free 0 (60 Hz)

Diagramm Trace Free 0: Bereits sehr kurze Reaktionszeiten
Trace Free 0: Bereits sehr kurze Reaktionszeiten
Diagramm Trace Free 0: Völlig neutrale Abstimmung
Trace Free 0: Völlig neutrale Abstimmung

Trace Free 60 (60 Hz)

Diagramm Trace Free 60: Verkürzte Schaltzeiten
Trace Free 60: Verkürzte Schaltzeiten
Diagramm: Trace Free 60: Leichte Überschwinger
Trace Free 60: Leichte Überschwinger

Trace Free 100 (60 Hz)

Diagramm Trace Free 100: Weiter verkürzte Schaltzeiten
Trace Free 100: Weiter verkürzte Schaltzeiten
Diagramm Trace Free 100: Starke Überschwinger
Trace Free 100: Starke Überschwinger

Overdrive 120 Hz

Trace Free 0 (120 Hz)

Die Reaktionszeiten des ASUS PA348CGV sind, unabhängig von der getroffenen Einstellung, überaus kurz. Selbst bei deaktivierter Overdrive-Schaltung ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel lediglich 5,8 ms und für den schnellsten Grauwechsel rund 2,4 ms. Der Durchschnittswert für alle unsere 15 Messpunkte beträgt knapp 3,5 ms. Ein CtC-Wert von 8 ms ist ebenfalls sehr gut. Der Helligkeitsverlauf (GtG 80–50 %) ist völlig neutral.

Diaramm Trace Free 0: Bereits sehr kurze Reaktionszeiten
Trace Free 0: Bereits sehr kurze Reaktionszeiten
Diagramm Trace Free 0: Völlig neutrale Abstimmung.
Trace Free 0: Völlig neutrale Abstimmung.

Trace Free 60 (120 Hz)

Nach Aktivierung der Pixelbeschleunigung (dritthöchste Stufe) verbessern sich die ohnehin guten Reaktionszeiten weiter. Selbst der Schwarz-Weiß-Wechsel reduziert sich auf nun 5,2 ms. Für den Grauwechsel fallen im Durchschnitt nur noch 2,3 ms an. Der CtC-Wert sinkt bis auf 3,6 ms. Die messtechnisch nun nachweisbaren leichten Überschwinger machen sich im Bild noch nicht bemerkbar.

Diagramm Trace Free 60: Verkürzte Schaltzeiten
Trace Free 60: Verkürzte Schaltzeiten
Diagramm Trace Free 60: Leichte Überschwinger
Trace Free 60: Leichte Überschwinger

Trace Free 100 (120 Hz)

Die Auswahl der maximalen Beschleunigung führt zu einer weiteren Verkürzung der Reaktionszeiten. Der schnellste Grauwechsel beträgt jetzt noch 0,7 ms, und der Durchschnittswert für alle unsere 15 Messpunkte reduziert sich auf 1,8 ms. Der CtC-Wert sinkt ebenfalls weiter bis auf 2,2 ms. Aufgrund der nun starken Überschwinger, die sich auch visuell störend bemerkbar machen, sollte man diese Stufe nicht verwenden.

Diagramm Trace Free 100: Weiter verkürzte Schaltzeiten
Trace Free 100: Weiter verkürzte Schaltzeiten
Diagramm Trace Free 100: Starke Überschwinger
Trace Free 100: Starke Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall befinden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum. Jede Achse repräsentiert einen im Pegel und in der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Netzdiagramm: Trace Free 0 (60 Hz)
Netzdiagramm: Trace Free 0 (60 Hz)
Netzdiagramm: Trace Free 0 (120 Hz)
Netzdiagramm: Trace Free 0 (120 Hz)
Netzdiagramm: Trace Free 60 (60 Hz)
Netzdiagramm: Trace Free 60 (60 Hz)
Netzdiagramm: Trace Free 60 (120 Hz)
Netzdiagramm: Trace Free 60 (120 Hz)
Netzdiagramm: Trace Free 100 (60 Hz)
Netzdiagramm: Trace Free 100 (60 Hz)
Netzdiagramm: Trace Free 100 (120 Hz)
Netzdiagramm: Trace Free 100 (120 Hz)

Latenzzeit

Die Latenz oder auch Signalverzögerungszeit ist ein wichtiger Aspekt für Spieler, garantieren niedrige Werte doch ein direktes Feedback. Die Latenzzeit fällt bei 60 Hz mit 12,9 ms ordentlich aus. Sie geht bei der Ansteuerung mit 120 Hz auf 10,4 ms zurück (kürzester Messwert aus mehreren Versuchen).

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des ASUS PA348CGV wird nicht durch Pulsbreitenmodulation (PWM) reguliert. Deshalb entstehen keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flackern). Somit ist der Monitor selbst bei reduzierter Helligkeit für ein ermüdungsfreies Arbeiten geeignet.

Diagramm der LED-Hintergrundbeleuchtung ohne PWM-Helligkeitsregelung
LED-Hintergrundbeleuchtung ohne PWM-Helligkeitsregelung

Subjektive Bewertung

Der ASUS PA348CGV lässt im Spielebereich seine Muskeln spielen. Die sehr guten Reaktionszeiten machen ihn, in Kombination mit der kurzen Latenzzeit, zu einem soliden Gaming-Monitor. Eine maximale Bildwiederholrate von 120 Hz ist in diesem Bereich zwar schon lange kein besonders herausstechendes Merkmal mehr. Aber in Kombination mit der variablen Synchronisation (AMD FreeSync Premium Pro – ließ sich auch mit unserer GeForce-Karte problemlos nutzen), die von 48 bis 120 Hz reicht, muss sich der Proband auch heute nicht verstecken. Dazu kommt die „Low Framerate Compensation“, die den Bereich prinzipiell nach unten hin erweitert.

Grobe dynamische Kontrastregelung (seitliche Ansicht überzeichnet den Effekt)
Grobe dynamische Kontrastregelung (seitliche Ansicht überzeichnet den Effekt)

Die dynamische Kontrastregelung ist hingegen eher ein Gimmick. Sie wurde zwar durchaus sorgfältig implementiert, kann aber mit wenigen vertikalen Zonen kein wirklich zufriedenstellendes Ergebnis erreichen.

Denis Freund

... ist seit 2008 dabei und hat Medieninformatik sowie Druck-/ Medientechnik studiert. Es ist für die Bereiche Farbmesstechnik, -metrik und -management zuständig und entwickelte die PRAD-Test-Software. Nach wie vor verfasst er Testberichte über Grafik-Monitore.

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