Test Beamer & Projektor BenQ W1080ST+
3/5

Bildqualität

Für den Test am PC haben wir den Projektor am HDMI-Anschluss in der nativen Auflösung betrieben. Zudem wurde der Projektor mit einem Reset auf die Werkseinstellung zurückgesetzt. Die Farbmessungen haben wir mit einem i1 Display Pro von X-Rite durchgeführt.

Benq W1080st 2 Beamer MainTestScreen
Main Test-Screen.

Zur Durchführung der Messungen sowie Erstellung des Videos und der Fotos vom projizierten Bild wurde der Projektor waagrecht ausgerichtet und im Abstand von zirka 1,4 Metern auf eine 2 Meter breite Leinwand mit GAIN-Faktor 1 ausgerichtet (entspricht einer Bilddiagonalen von 2,29 Metern beziehungsweise 90 Zoll). Die Raumbeleuchtung wurde dabei vollständig abgedunkelt.

Auflösung

Der BenQ W1080ST+ kann mit seinen nativen 1.920 x 1.080 Bildpunkten die volle HD-Auflösung ohne Umrechnung wiedergeben. Die eingebaute Skalierungseinheit verarbeitet auch zahlreiche andere PC- und AV-Formate, von 480i/480p und 576i/576p hinauf bis zu Full HD in 1.080i und 1.080p.

In der nativen Auflösung 1.080p verträgt der BenQ W1080ST+ praktisch alle relevanten Bildwiederholfrequenzen: 24, 25, 30, 50, und 60 Hz. Die möglichen Auflösungen sind in einer Liste im Handbuch zusammengestellt. Skalierungsverluste führen allerdings grundsätzlich bei jedem Gerät zu Einbußen bei der Bildqualität. Die native Auflösung ist daher immer die beste Wahl.

Das Pixelgitter ist nur sichtbar, wenn man sehr nahe an das Bild herangeht. Bei normalen Betrachtungsabständen ist es praktisch nicht auszumachen. Pixelfehler traten bei unserem Testgerät nicht auf.

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Bildschärfe und Konvergenz

Die für den Test verwendete Gittergrafik ist im Original nicht viel größer als das hier gezeigte Thumbnail, wird durch die Aufnahme vom Screen durch das Kamera-Objektiv aber stark vergrößert. Daher haben wir die Originalgrafik zur besseren Vergleichbarkeit ebenfalls so weit vergrößert, bis das Pixelraster sichtbar wird. Helligkeitsunterschiede an den Rändern sind aufnahmebedingt und spielen hier keine Rolle. Wichtig ist, dass die Pixelstruktur auch bei einer Interpolation sauber erhalten bleibt.

Benq W1080st 2 Beamer Gitter Soll
Gittergrafik, wie sie aussehen sollte.

Die 1 Pixel großen Strukturen unseres Testgitters kann der BenQ W1080ST+ perfekt wiedergeben. Senkrechte und waagrechte Linien sowie feine Strukturen werden akkurat dargestellt. Das Gleiche gilt für die Darstellung von Texten. Das Ergebnis ist hier ausgezeichnet und liegt auf dem Niveau guter LCD Monitore.

Benq W1080st 2 Beamer Gitter Nativ
Benq W1080st 2 Beamer Text Nativ
Bildschärfe und Darstellung von Grafik und Text sind bei nativer Auflösung ausgezeichnet.

Bildschärfe und Interpolation waren bereits Disziplinen, in denen sich der große Bruder „BenQ W7500“ besonders hervortat und auch der W1080ST+ schlägt sich hier äußerst respektabel. Die Interpolation von niedriger aufgelöstem Eingangsmaterial schafft auch er ganz ausgezeichnet. Farbsäume sind insgesamt kaum zu beobachten.

Benq W1080st 2 Beamer Gitter 720p
Benq W1080st 2 Beamer Text 720p
Das Ergebnis der Interpolation von 720p ist von guten TFTs nicht zu unterscheiden.

Auch die DVD-Auflösung 576p wird hervorragend interpoliert.

Auch das Ergebnis bei der Schärfeverteilung weist auf die Versendung einer hochwertigen Optik hin. Die folgende Abbildungsserie zeigt unser Testbild, bei dem auf die Mitte fokussiert wurde, in der Gesamtansicht und jeweils Ausschnitte aus dem Originalbild von der Mitte und den Ecken.

Benq W1080st 2 Beamer Schaerfeverteilung Gesamt
Benq W1080st 2 Beamer Schaerfeverteilung Mitte
Links: Testbild komplett, Rechts: 100%-Ausschnitt Mitte.
Benq W1080st 2 Beamer Schaerfeverteilung Links Oben
Benq W1080st 2 Beamer Schaerfeverteilung Rechts Oben
Links: 100%-Ausschnitt links-oben, Rechts: 100%-Ausschnitt rechts-oben.
Benq W1080st 2 Beamer Schaerfeverteilung Links Unten
Benq W1080st 2 Beamer Schaerfeverteilung Rechts Unten
Links: 100%-Ausschnitt links-unten, Rechts: 100%-Ausschnitt rechts-unten.

Wie bei fotografischen Objektiven auch, lässt bei jedem Objektiv die Abbildungsleistung zu den Rändern nach; am stärksten tritt dieser Effekt in den extremen Ecken zutage (schließlich ist ein Objektiv rund). Trotzdem ist beim BenQ W1080ST+ lediglich in den unteren Ecken ein gewisser Schärfeverlust zu beobachten. Die beiden oberen Ecken sind dagegen von der Mitte kaum zu unterscheiden.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Für diese Untersuchung messen wir die mittlere Helligkeit bei einem weißen und einem schwarzen Testbild. Das statische Kontrastverhältnis (full on/off) ergibt sich als Quotient der beiden Werte. Zusätzlich berechnen wir die Effizienz der Lichtausbeute in Lumen/Watt.

Die Helligkeit gibt BenQ mit 2.200 ANSI-Lumen an; in welchem Modus, ist nicht vermerkt. Der dynamische Kontrast soll 10.000:1 erreichen. Auf die Stärke des Lichtstroms wirkt sich beim BenQ W1080ST+ primär die Einstellung „Lampenleistung“ (Normal/Sparmodus/SmartEco) aus.

Den höchsten Lichtstrom messen wir erwartungsgemäß mit Lampenleistung „Normal“ mit 1.416 Lumen in der Bildmitte und 1.167 ANSI-Lumen wie üblich gemittelt über die gesamte Bildfläche. Auch die Effizienz ist mit 4,1 Lumen/Watt recht ordentlich.

Hinsichtlich Lichtleistung, Schwarzwert, Kontrast und Effizienz unterscheiden sich die Bildmodi Standard und Cinema nur marginal. Der Modus Cinema ist allerdings ab Werk bereits besser auf die Kinonorm abgestimmt und daher unsere Empfehlung.

Bei abgedunkeltem Kinoraum sowie bei gedämpfter Wohnzimmerbeleuchtung ist also der Modus Cinema-Eco bereits ausreichend, um eine 2 Meter breite 16:9-Leinwand auch in hellen Szenen gebührend mit Licht zu versorgen. Trotz des lauteren Lüfters haben wir den W1080ST+ aber überwiegend mit Lampenleistung „Normal“ betrieben, da hier die Farbraum-Abdeckung besser ist.

Tageslichttauglich ist der W1080ST+ aber nicht, bei stärkerer Raumbeleuchtung leiden Kontrast und Farbbrillanz massiv. Die gemessenen Schwarzwerte des W1080ST+ sind an sich gar nicht so schlecht. Trotzdem kommt auch hier sichtbar Restlicht durch, das schwarze Flächen entsprechend aufhellt. Für das statische Kontrastverhältnis (full on/off) ergibt sich demnach:

Helligkeit in Lumen Schwarzwert in Lumen Statisches Kontrastverhältnis Lichtausbeute in Lumen/Watt
Standard Normal 1.166,79 0,7915 1.474:1 4,1
Cinema Normal 1.147,38 0,7915 1.450:1 4,1
Standard Eco 737,71 0,5575 1.323:1 3,6
Cinema Eco 730,24 0,5476 1.334:1 3,5

Messwerte zu Helligkeit, Schwarzwerten und Kontrastverhältnis.

Soweit möglich, deaktivieren wir Funktionen wie eine dynamische Kontrastverbesserung für unsere Messungen grundsätzlich. Für den viel wichtigeren „Im-Bild“-Kontrast, also der Fähigkeit eines Projektors, in ein und derselben Szene starke Helligkeitsunterschiede darzustellen, hilft das nämlich herzlich wenig.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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