Test Beamer & Projektor BenQ W1080ST+
5/5

Subjektive Beurteilung

Benq W1080st 2 Beamer Testbild Farben Ist
Gute Farbdarstellung, natürliche Hauttöne.

Der einzige Kritikpunkt ist hier die Differenzierung der Hauttöne der beiden Damen rechts oben im Bild. Vom W1080ST+ werden diese sehr ähnlich dargestellt, obwohl die Dame rechts im Original einen merklich dunkleren Teint hat.

Benq W1080st 2 Beamer Kino
Großes Kino schon aus kurzen Distanzen.
Benq W1080st 2 Beamer Kino 2
Benq W1080st 2 Beamer Kino 3
Grünsättigung ausreichend und natürlich.

Die nicht ganz vollständige Abdeckung des Farbraums bei Grün fällt subjektiv kaum auf. Auch schwierige Szenen werden natürlich dargestellt, ohne dass zum Beispiel Gras und Bäume zu sehr in Richtung Gelb abdriften.

An der Helligkeit gibt es nichts auszusetzen. Allerdings führt der messtechnisch recht ordentliche Schwarzwert subjektiv nicht zur erhofften Brillanz. Stattdessen muss man eher gewisse Detailverluste in dunklen Szenen in Kauf nehmen. Gut zu sehen im Jackett des Präsidenten oben links im Bild (besser gesagt: eben nicht mehr zu sehen).

Benq W1080st 2 Beamer Kino 4
Benq W1080st 2 Beamer Kino 5
Nicht ganz zufriedenstellend bei Schwarzwert und Detailzeichnung in dunklen Szenen.

Wer den Projektor auch mal zum Surfen nutzt, wird sich über die gute Bildschärfe bis in die Ecken freuen, da dadurch auch kleine Schriften gut lesbar bleiben.

Hinsichtlich Reaktionsverhalten schneidet der W1080ST+ im Praxistest sehr gut ab. Bei Spielen und Videos waren keine ungewöhnlichen Nachzieheffekte oder Bewegungsunschärfen zu sehen. Gerade auch für Spieler ist die DLP-Technik mit ihren blitzschnellen Reaktionszeiten gut geeignet.

Dafür muss man bei der DLP-Technik in der Regel den sogenannten Regenbogen-Effekt in Kauf nehmen. Er entsteht, wenn Farben nicht gleichzeitig, sondern durch Projektion der Einzelfarben rasch nacheinander dargestellt werden. Bei Einsteigergeräten wie dem W1080ST+ ist er meist deutlich stärker wahrzunehmen, als bei teureren Geräten.

3D-Wiedergabe

Eine 3D-Brille ist im Lieferumfang nicht enthalten. Der Preis für eine 3D-Brille liegt bei zirka 50 EUR. Geliefert wird sie von BenQ in einer edlen Box mit Magnetverschluss. Die Brille selbst ist dann noch mal in einem Samtsäckchen geschützt.

Benq W1080st 2 Beamer Brille 1
Benq W1080st 2 Beamer Brille 2
Optionales Zubehör 3D-Brille: gut ausbalanciert, DLP-Link-Technologie, Aufladen per USB.

Bei der Brille handelt es sich um eine aktive Shutter-Brille. Das ist im Vergleich zu einfachen Polarisationsbrillen die technisch erheblich bessere Umsetzung, dafür sind die Brillen aber auch entsprechend schwerer. Bei längerem Tragen wird sie auch bei BenQ schon auf dem Nasenrücken präsent. Allerdings hat BenQ die Elektronik so gut wie möglich in die Bügel verlagert, so dass die Brille sehr gut ausbalanciert ist und sich im Vergleich zu den Brillen anderer Hersteller leichter anfühlt. Nachgeladen wird der Akku der Brille über einen USB-Anschluss.

Die 3D-Darstellung gehört sicher zu den Stärken des W1080ST+. Dank seiner Triple-Flash-Technologie mit 144-Hz-Bildwiederholrate liefert der Projektor im 3D-Betrieb jedes Einzelbild für jedes Auge dreimal. Das führt zu einem ruhigeren und überraschend hell wirkenden Bild. Zugleich werden die Augen entlastet und Ermüdungserscheinungen reduziert.

Sound

Zur Komplettierung bringt der W1080ST+ einen Mono-Lautsprecher mit 1 x 10 Watt Ausgangsleistung mit. Der Klang ist schon in Mittelstellung recht kräftig beziehungsweise laut. Wir haben ihn auf Stufe 2 bis 3 heruntergeregelt, da sonst bei umfangreicherer Klangkulisse teilweise ein Dröhnen hörbar wurde. Zumindest als Behelf für den mobilen Einsatz taugt der Lautsprecher aber durchaus.

Bewertung

Keine Angaben
3.4

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Fazit

Der BenQ W1080ST+ ist durchaus ein gutes Einsteigergerät, das im Test aber auch merkliche Schwächen offenbart hat. Allem voran wäre hier das recht laute Lüftergeräusch mit einem eher unangenehmem Frequenzspektrum zu nennen. Wenngleich die Messwerte bei Kontrast und Schwarzwert recht positiv ausfallen, so wirkt sich im Praxiseinsatz die mangelnde Abdichtung gegen Streulicht doch sichtbar kontrastmindernd aus. Auch haben Lens-Flare-Flecken in dunklen Bildbereichen selbst in dieser Preisklasse nichts zu suchen. Die Schwächen bei der Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung mag man in dieser Preisklasse schon eher verschmerzen können.

Sehr gut gefallen hat uns die ausgezeichnete Werksabstimmung der Presets, genauso wie die hervorragenden Interpolationsfähigkeiten des Gerätes. Das Gleiche gilt für die Schärfe und Schärfeverteilung bis an die Bildränder, die auf eine hochwertige Optik hinweisen. Die bei Grün nicht vollständig abgedeckte HDTV-Norm fällt kaum auf. Die Farben wirken recht natürlich, erreichen aber nicht die Brillanz aus dem LED-Lager. Subjektiv fällt die Bildqualität trotz der guten Messwerte damit insgesamt eher durchschnittlich aus.

Das Thema Kurzdistanzprojektion ist definitiv nicht nur für Konsolenspieler interessant, aber vom W1080ST+ noch nicht konsequent umgesetzt. Das können andere – zu einem geringeren Preis – bereits besser. Wer vor allem einen möglichst günstigen Projektor erwerben möchte, wird am Markt meist schon ab 500 EUR fündig, ohne allzu viele Abstriche machen zu müssen. Wer dagegen höhere Ansprüche an die Bildqualität legt, sollte einen Blick auf den BenQ W7500 riskieren – nach wie vor unsere DLP-Referenz in seiner Preisklasse.

Pro und Contra

  • Bildschärfe und Schärfeverteilung
  • Sehr gute Interpolationsfähigkeiten
  • Gute Bedienbarkeit
  • Gute Farbraumabdeckung und natürliche Farbwiedergabe
  • Ausgezeichnete Presets ab Werk
  • Gute 3D-Wiedergabe
  • Lautes Lüftergeräusch
  • Aufstellungsflexibilität, vertikaler Versatz
  • Kontrastminderndes Streulicht und Lens-Flare-Flecken im Bild
  • Homogenität der Ausleuchtung und Detailzeichnung in dunklen Szenen
  • Ggfs. DLP-bedingter Regenbogen-Effekt

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Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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