Audiovisuelle Medienwiedergabe
Mit seinem 16:9-Format und der nativen 4K-Auflösung bringt der BenQ MA320UP sehr gute Voraussetzungen für die Bewegtbildwiedergabe mit. Die Skalierung gelingt sauber, sodass auch zugespieltes HD-Material insgesamt ordentlich aufbereitet wird. 24p wird an DisplayPort und HDMI zwar unterstützt, allerdings nicht nativ in 4K, sondern nur bei 1080p. Das ist in der Praxis kein gravierender Mangel, zeigt aber, dass der Monitor im Videobereich nicht in jeder Hinsicht kompromisslos ausgelegt ist.
Im SDR-Betrieb bleibt der Gesamteindruck weitgehend unauffällig, was in diesem Fall durchaus positiv zu verstehen ist. Die Bildwiedergabe gelingt insgesamt sauber und ohne besondere Schwächen, die Interpolation arbeitet zuverlässig. Auffällig ist vor allem der hohe Kontrasteindruck des Panels: Spitzlichter treten klar hervor, und das Bild wirkt insgesamt angenehm plastisch. In sehr düsteren Szenen entsteht allerdings mitunter der Eindruck, dass besonders dunkle Details etwas früh zulaufen.
Spannender ist der HDR-Betrieb. Die Umschaltung gelang im Test problemlos. Nach Aktivierung von HDR lag die Flächenhelligkeit zunächst bei rund 204 cd/m² bei einer Farbtemperatur von etwa 6500 K. In Display Pilot 2 lässt sich zusätzlich die Funktion „Hintergrundlicht ein“ aktivieren.
Auf dem Desktop fiel dabei eine leichte Absenkung der Farbtemperatur auf etwa 6200 K auf, zugleich zeigte sich in hellen Fensterflächen ein leichtes Flimmern. Im eigentlichen HDR-Betrieb bestätigte sich diese Farbtemperaturverschiebung jedoch nicht. Sowohl in den Messungen als auch bei der Videowiedergabe blieb die Farbtemperatur stabil, sodass der Effekt offenbar vor allem den Desktop- beziehungsweise Umschaltkontext betrifft.
Bei den HDR-Spitzlichtern liefert der BenQ MA320UP ein überzeugendes Ergebnis innerhalb seiner Geräteklasse. Ein zentrales 10-Prozent-Fenster erreichte bei einem mittleren HDR-Testsignal rund 577 cd/m², mit aktivierter Hintergrundlichtsteuerung 598 cd/m². Beim voll ausgesteuerten 10 000-cd/m²-Testsignal wurden in der Bildmitte 639 cd/m² und mit aktivierter Hintergrundlichtsteuerung maximal 655 cd/m² gemessen.
Das ist nicht nur ein respektabler Wert, sondern liegt in der Bildmitte sogar leicht über dem, was man von einem DisplayHDR-600-Gerät erwarten würde. Ein entsprechendes Testfeld in der rechten unteren Ecke kam dagegen nur auf 581 cd/m², wobei sich hier kein Unterschied zwischen den Modi zeigte. Die maximale HDR-Helligkeit steht damit nicht gleichmäßig über die gesamte Fläche zur Verfügung, sondern wird vor allem in der Bildmitte erreicht. Die Farbtemperatur blieb dabei mit rund 6537 bis 6559 K erfreulich stabil.
Unterm Strich erfüllt der BenQ MA320UP die Erwartungen an einen Monitor mit HDR10 und DisplayHDR 600 damit nicht nur sauber, sondern in zentralen Messpunkten sogar etwas besser, als es die Klassifizierung erwarten lässt. Positiv sind die problemlose Umschaltung, der insgesamt hohe Kontrasteindruck und die in der Bildmitte sehr ordentlichen Spitzlichter von bis zu 655 cd/m². Ein echtes HDR-Spezial-Display ist der Proband damit zwar nicht, seine HDR-Klasse füllt er innerhalb seiner Positionierung allerdings überzeugend aus.
Bewertung
| Gehäuseverarbeitung und Mechanik: | |
| Ergonomie: | |
| Bedienung/OSD: | |
| Energieverbrauch: | |
| Geräuschentwicklung: | |
| Subjektiver Bildeindruck: | |
| Blickwinkelabhängigkeit: | |
| Kontrast: | |
| Ausleuchtung (Schwarzbild): | |
| Bildhomogenität (Helligkeitsverteilung): | |
| Bildhomogenität (Farbreinheit): | |
| Farbraumvolumen (sRGB; DCI-P3): | |
| Vor der Kalibrierung (Graust. Werksmodus): | |
| Vor der Kalibrierung (sRGB; DCI-P3): | |
| Nach der Kalibrierung (sRGB; DCI-P3): | |
| Nach der Kalibrierung (Profilvalidierung): | |
| Interpoliertes Bild: | |
| Gaming: | |
| Medienwiedergabe (PC): | |
| Medienwiedergabe (externe Zuspielung): | |
| Preis-Leistungs-Verhältnis: | |
| Preis (inkl. MwSt. in Euro): |
ab 588,07 € *
|
| Gesamtwertung: |
4.3 (GUT) |
Fazit
Mit dem MA320UP verfolgt BenQ ein klares Ziel: keinen kompromisslosen Referenzmonitor, sondern einen hochwertig anmutenden 4K-Allrounder der 32-Zoll-Klasse, der sich optisch, funktional und in der Bedienphilosophie möglichst stimmig in ein Apple-nahes Arbeitsumfeld einfügt. Genau das gelingt dem Gerät in vielen Punkten erfreulich gut. Verarbeitung, Standmechanik und Ergonomie überzeugen, das Nano-Gloss-Konzept sorgt für einen brillanten Bildeindruck, und auch Kontrast, Blickwinkelstabilität sowie das ungewöhnlich ruhige Schwarzbild hinterlassen einen starken Eindruck. Hinzu kommen eine gute Interpolation, ordentliche Lautsprecher und insgesamt eine stimmige Grundausstattung.
Auch messtechnisch steht der BenQ MA320UP solide da. Die hohe Maximalhelligkeit, das für IPS starke Kontrastverhältnis, die gute Farbhomogenität und vor allem die überzeugenden Ergebnisse nach der Kalibrierung sprechen klar für das Panel. Im kalibrierten sRGB-Betrieb erreicht der Monitor ein hohes Präzisionsniveau, und die Profilvalidierung fällt ebenfalls überzeugend aus. Für produktives Arbeiten, Bildbearbeitung mit Software-Kalibrierung und hochwertige Mediennutzung bringt das Modell damit eine erfreulich starke Basis mit.
Ganz ohne Einschränkungen bleibt das Konzept allerdings nicht. Die spiegelnde Oberfläche sorgt zwar für Brillanz und Tiefe, macht Reflexionen aber sehr deutlich sichtbar und ist damit stark vom Einsatzumfeld abhängig. Auch der DCI-P3-Bereich bleibt hinter den Erwartungen zurück. Vor allem aber ist die starke Abhängigkeit von Display Pilot 2 anzumerken.
Dass BenQ einen großen Teil der eigentlichen Monitorsteuerung in die Software verlagert, wäre für sich genommen noch vertretbar. Problematisch wird es dadurch, dass die Nutzung an eine Zustimmung zu umfangreicher Datenerhebung gebunden ist und der MA320UP ohne diese Software nur einen deutlich eingeschränkten Teil seiner Möglichkeiten preisgibt.
HDR versteht sich beim BenQ MA320UP weniger als Spezialdisziplin denn als sinnvoll integrierte Zusatzfunktion, wird innerhalb dieser Rolle aber überzeugend umgesetzt. Die Umschaltung funktioniert sauber, der hohe Kontrasteindruck des Panels kommt HDR-Inhalten sichtbar zugute, und in der Bildmitte erreicht der Monitor mit bis zu 655 cd/m² sogar etwas mehr, als man von einem DisplayHDR-600-Gerät erwarten würde. Dass die maximale Spitzenhelligkeit nicht über die gesamte Fläche in gleicher Höhe zur Verfügung steht, ändert nichts daran, dass der Proband seine HDR-Klasse insgesamt sauber erfüllt.
Bei einem aktuellen Straßenpreis von rund 574 Euro bietet der BenQ MA320UP ein insgesamt attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis: kein günstiger Allrounder, aber ein hochwertig abgestimmter, 32 Zoll großer 4K-Monitor mit eigenständigem Konzept, starker Bildqualität und klaren Stärken in genau den Bereichen, auf die BenQ ihn ausgerichtet hat.
Hinweis in eigener Sache: PRAD erhielt den MA320UP leihweise von BenQ zu Testzwecken. Herstellerseitig gab es weder eine Einflussnahme auf den Testbericht noch eine Verpflichtung zur Veröffentlichung oder eine Verschwiegenheitsvereinbarung.
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