Test Monitor BenQ GW2750HM
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Ausleuchtung

Die gleichmäßige Ausleuchtung eines Schwarzbildes in einem abgedunkelten Raum gelingt dem BenQ GW2750HM sehr gut. Der Monitor liefert einen satten Schwarzwert. Lichthöfe fallen gering aus und sind auf den bei MVA-Panel anzutreffenden Effekt zurückzuführen, dass sich bei ihnen der Schwarzwert bei seitlichen Betrachtungswinkeln aufhellt. Dort wo man frontal auf den Monitor blick, sieht man ein sattes schwarz. Lediglich in den Bildecken sind Aufhellungen wahrnehmbar. Ein Foto mit vierfach verlängerter Belichtungszeit verdeutlicht diesen Umstand noch.

Benq Gw2750hm Monitor Ausleuchtung 1
Benq Gw2750hm Monitor Ausleuchtung 2
Ausleuchtung bei normaler und vierfach verlängerter Belichtung.

Helligkeit, Kontrast und Schwarzwert

Benq Gw2750hm Monitor Kontrast
Helligkeits- und Kontrastverlauf.

Der Einstellbereich für die Helligkeit (Weißwert) liegt zwischen 117 und 393 cd/m². Für dunkle Räume könnte der untere Wert gelegentlich schon etwas höher als gewünscht liegen, in sehr hellen Umgebungen trumpft der GW2750HM dagegen mit besonders hoher Leuchtdichte auf. Der Helligkeitsregler arbeitet linear, die empfohlene Arbeitsplatzhelligkeit von 140 cd/m² entspricht einer Reglerstellung von nur 8 Prozent.

Aktuelle VA-Panels zeichnen sich durch extrem niedrige Schwarzwerte aus, und da macht der GW2750HM keine Ausnahme: wir messen Werte von nur 0,03 bis 0,10 cd/m², und berechnen das Kontrastverhältnis auf extrem hohe 3.700:1. Mit dem bloßen Auge betrachtet sind schwarze Flächen tatsächlich pechschwarz, bei seitlichem Draufblick lässt der Effekt allerdings etwas nach.

Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität

Benq Gw2750hm Monitor Ausleucht
Benq Gw2750hm Monitor Homogen
Messwerte des weißen Testbilds; links: Helligkeitsverteilung, rechts: Farbhomogenität.

Die Helligkeit ist mit einem Mittelwert von 93 Prozent gut verteilt. Leider ist das obere Drittel durchgehend ein wenig dunkler, beide oberen Ecken liegen in der Nähe der Wahrnehmungsgrenze für das bloße Auge.

Auch bei der Homogenität ist das Ergebnis eher durchwachsen, wieder liegt die Problemzone im oberen Drittel. Der maximale deltaE-Wert ist mit 3,4 schon verhältnismäßig hoch, während der Mittelwert von 1,6 für ein Consumergerät noch gut ist. Farbabweichungen innerhalb des weißen Testbilds sind mit geübtem Auge durchaus zu erkennen.

Blickwinkel

Der BenQ GW2750HM besitzt ein VA-Panel, das der MVA-Panel-Technik zuzuordnen ist und allgemein eine höhere Blickwinkelstabilität als TN-Panels aufweist. Entsprechend testen wir MVA-Panels, ebenso wie IPS-Panels, unter größeren seitlichen Blickwinkeln. Diese allgemeine Einschätzung konnten wir bei diesem Modell jedoch nicht in diesem Umfang bestätigen.

Benq Gw2750hm Monitor Blickwinkel
Verhaltene Blickwinkelstabilität beim GW2750HM.

Die Blickwinkelstabilität des GW2750HM kann gerade noch als gut bezeichnet werden und bewegt sich auf dem Niveau guter TN-Panels. Bei frontaler Sitzposition macht der BenQ durchaus eine sehr gute Figur. Bei seitlichen Betrachtungswinkeln bis 35 Grad ist das Bild noch gut. Bei stärkeren Blickwinkeln hellt das Bild jedoch zunehmend auf und hinterlässt einen ausgebleichten Eindruck. Blickt man von oben auf den Monitor, tritt der Effekt des Ausbleichens schon früher auf. Im Unterschied zu TN-Panels wird dabei das Bild nicht abgedunkelt, sondern hellt auf und weist einen leichten grünlich-gelben Farbstich auf. Das Foto zeigt den Bildschirm des GW2750HM aus verschiedenen Blickwinkeln bei +/-75 Grad horizontal und +45/-30 Grad vertikal.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert.

Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden ein X-rite i1 Display Pro Colorimeter und ein X-rite i1 Pro Spektrofotometer eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Benq Gw2750hm Monitor Srgb 1
Benq Gw2750hm Monitor Srgb 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums.

Bei der Farbraumuntersuchung deckt der GW2750HM den sRGB-Farbraum nur zu 83,4 Prozent ab. Selbst für ein Consumergerät ist das ein enttäuschend niedriger Wert, für engagierte Fotoamateure bieten sich zahlreiche Alternativen mit besseren Werten an.

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: DeltaE Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, DeltaC Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Vergleich sRGB Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Nach dem Reset befindet sich der Monitor im Modus Standard mit der Farbeinstellung Normal, die RGB-Regler im OSD werden mit 100-100-97 angezeigt. Der Gammaregler steht auf Stufe 3. Da wir im OSD auch eine sRGB-Einstellung finden, haben wir diese für die Untersuchung herangezogen.

Benq Gw2750hm Monitor Srgb
Farbwiedergabe in der sRGB-Einstellung.

In der sRGB-Einstellung ist die Farbstimmung mit 7000K ein wenig kühl. Die Abweichungen bei den Primärfarben sind groß, bei den Graustufen dagegen viel kleiner und durchaus akzeptabel. Die Gammakurve verläuft bei nur 2,0 größtenteils flach, um bei den sehr hellen Graustufen plötzlich steil abzufallen.

Für alle üblichen Consumerzwecke wie Internet, Textverarbeitung und Filme ist die Farbwiedergabe in dieser Einstellung noch einigermaßen brauchbar. Für Fotoliebhaber wird der arg beschränkte Farbraum aber durch deutliche Farbabweichungen sichtbar.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des kalibrierten Monitors mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Durch die Kalibrierung und Profilierung wird eine möglichst hohe Neutralität und Linearität der Farbwiedergabe erreicht. Farbechtheit (im Rahmen der Monitorgrenzen) wird erst im Zusammenspiel mit farbmanagementfähiger Software erreicht.

Benq Gw2750hm Monitor Kal
Farbwiedergabe nach der Kalibrierung.

Nach der Kalibrierung mit iColor hält der GW2750HM die Vorgabewerte wesentlich besser ein. Farbtemperatur, Gammaverlauf und Graustufenwiedergabe passen jetzt sehr gut, doch die Abweichungen bei den Primärfarben sind nach wie vor erheblich.

Da uns der native Gammawert in Stufe 3 mit durchschnittlich 1,99 zu niedrig erschien, haben wir den Gammaeinsteller vor der Kalibrierung in Position 4 gebracht. Mit 2,26 war auch dieser Wert nicht ideal, aber doch etwas günstiger. Die Farbmischung änderte sich durch den veränderten Gammaregler nicht.

Nach unserer Kalibrierung ist die Farbwiedergabe deutlich besser als im unkalibrierten Zustand. Trotz der verhältnismäßig guten Blickwinkelstabilität des VA-Panels sind aber der kleine Farbraum und die durchwachsene Farbhomogenität zu berücksichtigen, ein Colorimeter scheint uns für diesen Monitor keine besonders lohnende Anschaffung zu sein.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

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