Test Monitor BenQ GW2750HM
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Interpolation

Der BenQ GW2750HM löst nativ 1920 x 1080 Pixel auf. Eine Interpolation geringerer Auflösungen kann bei älteren Programmen oder Spielen mit begrenzter Auflösung sinnvoll sein und zur Entlastung schwächerer Grafikkarten beitragen. Auch beim Anschluss an Notebooks ist zunächst die Interpolationsfähigkeit des Monitors gefragt.

Die Leistung des BenQ bei der Interpolation anderer Auflösungen vermittelt ein gemischtes Bild. Schriften werden durchgehend sauber und mit guter Schärfe wiedergegeben. Feine Bildstrukturen werden hingegen häufig nur unscharf und verwaschen interpoliert.

Insbesondere beim HD-Format 1280 x 720 werden feine Strukturen nur sehr weich und unscharf wiedergegeben. Hier hilft es, im OSD-Menü den Schärferegler auf die Stufe 5 einzustellen. Bei der Interpolation von 4:3 und 16:10 Auflösungen zeigt der BenQ-Monitor meist eine zufriedenstellende Leistung, die mit dem Schärferegler ebenfalls geringfügig verbessert werden kann.

Benq Gw2750hm Monitor Gitter Nativ
Benq Gw2750hm Monitor Gitter 720
Testgrafik, links: nativ; rechts: 1.280 x 720.
Benq Gw2750hm Monitor Text Nativ
Benq Gw2750hm Monitor Text 720
Textwiedergabe, links: nativ; rechts: 1.280 x 720 auf ca. 94 Prozent Vollbild.

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei anderen Auflösungen im 16:10 oder im 4:3-Format treten in feinen Strukturen leichte Interferenzen und Unschärfen auf. Farbsäume werden nicht generiert.

Im Menü kann zwischen einer Anzeige im Vollbildmodus und einer seitengerechten Anzeige gewählt werden, wobei der Vollbildmodus nicht immer vollständig umgesetzt wird. So treten z.B. bei der Auflösung 1440 x 900 links und rechts schwarze Balken auf.

Eine pixelgenaue Anzeigeoption ist nicht vorhanden. Die zusätzlich eingefügten grauen Bildpunkte führen zwangsläufig zu etwas fetteren Konturen und zu einem etwas unscharfen Bildeindruck. Die Lesbarkeit von Texten blieb bei allen getesteten Auflösungen – dem Skalierungsfaktor entsprechend – gut. Dies ist erfreulich, da der große Pixelabstand von 0,311mm generell zu einem größeren Schriftbild führt, das Unschärfen bei der Interpolation deutlicher sichtbar werden lässt.

Reaktionsverhalten

Den GW2750HM haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DVI-Anschluss vermessen. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Das Datenblatt nennt eine Reaktionszeit von 12 Millisekunden, für GtG werden noch 6 Millisekunden genannt. Die dreistufige Overdrive-Option AMA stellen wir auf den höchsten Wert „Premium“ ein, anschließend messen wir 9,5 Millisekunden für Schwarz-Weiß und 5,1 Millisekunden für den schnellsten Grauwechsel. Selbst der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt nur kurze 9,1 Millisekunden.

Benq Gw2750hm Monitor Reaktion Prem
Benq Gw2750hm Monitor Over Prem
AMA Premium: sehr kurze Schaltzeiten, aber extreme Überschwinger.

Für ein VA-Panel sind diese Schaltzeiten extrem kurz, insbesondere weil auch die sonst besonders langsamen dunklen Wechsel hier kaum länger dauern. Erkauft wird dies allerdings durch extrem starke Überschwinger, die die Bildqualität bei schnell bewegten Szenen durch auffällige Artefakte beeinträchtigen. Für schnelle Shooter ist dieser Modus wahrscheinlich die erste Wahl, für den Videogenuss dagegen ganz sicher nicht.

Benq Gw2750hm Monitor Reaktion Hoch
Benq Gw2750hm Monitor Over Hoch
AMA hoch: Immer noch kurze Schaltzeiten, aber deutlich kleinere Überschwinger.

In der Werksvorgabe „AMA hoch“ gehen die Überschwinger auf ein akzeptables Maß zurück. Der VA-Charakteristik entgegen kommend haben die Entwickler vor allem den Druck aus den dunklen Wechseln genommen, die sich hier deutlich verlängern und unseren Mittelwert D15 anheben. Dennoch sind die gemessenen Werte für ein VA-Panel immer noch sehr kurz und absolut spieletauglich.

Die typischen viel längeren VA-Schaltzeiten messen wir in der Einstellung „AMA aus“. Im normalen Betrieb bringt dies keine Nachteile mit sich. Bei Videos zeigt sich gelegentlich ein Unterschied bei sehr schnell bewegten Szenen, oder auch bei zügigen Kameraschwenks über schattige Zuschauertribünen. Meist wird man sich wohl für „AMA hoch“ entscheiden.

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim GW2750HM messen wir eine kurze Signalverzögerung von 2,5 Millisekunden. Bis zur Soll-Helligkeit vergehen dann nur noch kurze 4,5 Millisekunden (AMA Premium), mit einer mittleren Gesamtlatenz von nur 7 Millisekunden spielt der GW2750HM unerwarteter Weise ganz vorne bei den Gamer-Monitoren mit.

Backlight

Die LED-Hintergrundbeleuchtung ist wie bei den allermeisten aktuellen Geräten PWM-gesteuert. Bei voller Helligkeit (Reglerstellung 100, rote Kurve im Chart) arbeitet das Backlight kontinuierlich. Abgeregelt auf 140 cd/m² am Arbeitsplatz (gelbe Kurve) messen wir die Taktfrequenz mit 240 Hz, das Tastverhältnis liegt aufgrund der starken Abregelung aber nur bei wenig augenfreundlichen 37 Prozent. Sehr empfindliche Menschen könnten dann ein Backlight-Flimmern wahrnehmen.

Benq Gw2750hm Monitor Back
LED-Backlight mit PWM-Steuerung.

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