Test Monitor Fujitsu P23T-6 IPS
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Bildschärfe

Der Schärferegler war auf den Wert 50 voreingestellt und ließ sich in Einerschritten sehr genau verstellen. Die Voreinstellung ist für die meisten Anwendungen die beste Wahl, außer bei einer nicht nativen Auflösung, bei der gegebenenfalls etwas nachkorrigiert werden muss. Die sehr genaue Einstellung wäre nicht notwendig gewesen, da sich kaum Unterschiede festmachen lassen, eine gröbere Einstellung von Werten bis 10 hätte ausgereicht.

Am Beispiel eines Ausschnittes eines Worddokumentes haben wir drei Einstellungen bildhaft dargestellt:

Fujitsu P23t 6 Ips Monitor Scharf0
Leicht unscharfe Bilddarstellung bei Schärfe 0.
Fujitsu P23t 6 Ips Monitor Scharf50
Werkseinstellung: Schärfe 50.
Fujitsu P23t 6 Ips Monitor Scharf100
Leicht überschärfte Anzeige bei Schärfe 100.

Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten eines Monitors wird im Wesentlichen von den Schaltzeiten, dem Overdrive-Verhalten und der Latenzzeit bestimmt. Diese Einflussgrößen ermitteln wir mit Fotosensoren und einem Oszilloskop. Den P23T-6 haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DVI-Anschluss vermessen. Der Monitor wurde zunächst auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt, dann wurde die Helligkeit auf 100 Prozent eingestellt.

Schaltzeiten

Nach der älteren Norm ISO 13406-2 wird der Monitor von Schwarz zu Weiß umgeschaltet und wieder zurück. Die gemessenen Schaltzeiten zwischen 10 und 90 Prozent Helligkeit (rise + fall) werden addiert und als Bildaufbauzeit bezeichnet. Die aktuelle Norm ISO 9241-305 beschreibt die Bildaufbauzeit dagegen als mittlere Übergangszeit zwischen fünf verschiedenen Grauwerten hin und zurück. Vielfach wird die Bildaufbauzeit auch als Reaktionszeit oder Response Time bezeichnet.

Erläuterung der Darstellung: Die erste Messreihe enthält die Zeiten für einen Wechsel von Schwarz zu Grauwerten zwischen 30 % (RGB 77) und 100 % (RGB 255 = Weiß, ISO 13406-2). Diese Reihe beschreibt das Verhalten bei starken Kontrasten. Die zweite Messreihe enthält die Zeiten für einen Wechsel zwischen zwei Graustufen, deren RGB-Werte jeweils um 30 Prozent auseinander liegen. Diese Reihe beschreibt das Verhalten bei geringen Kontrasten.

Fujitsu P23t 6 Ips Monitor Schalt Sg
Fujitsu P23t 6 Ips Monitor Schalt Gg30
Schaltzeiten, links: schwarz-zu-grau; rechts: grau-zu-grau 30%.

Das Datenblatt des P23T-6 beziffert die Reaktionszeit mit 5 Millisekunden für Grau zu Grau. Unsere Messungen liefern allerdings viel längere Zeiten: die über alles gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) beträgt 28,8 Millisekunden.

Derart lange Werte sind heute selten, aber für ein unbeschleunigtes IPS-Panel dennoch nicht ungewöhnlich. Die Anstiegszeiten sind generell sehr lang, bei den meisten Wechseln kann das Panel innerhalb eines Frames von 16,7 Millisekunden noch nicht seine Endhelligkeit erreichen. Die Abfallzeiten sind bei den Wechseln von Schwarz zu Grau mit rund 8 Millisekunden noch vergleichsweise kurz, sie steigen aber bei den Grau-zu-Grau Wechseln stark an.

Overdrive

Zur Bestätigung, dass der Fujitsu P23T-6 ohne Overdrive auskommt, nehmen wir weitere Messungen vor. Jeder Helligkeitsstufe eines Bildpunktes ist eine bestimmte Steuerspannung zugeordnet, mit der die Zielhelligkeit exakt erreicht wird. Bei einem Helligkeitswechsel kann die Umschaltgeschwindigkeit erhöht werden, wenn man zunächst eine höhere Spannungsdifferenz anlegt als es dem Helligkeitsunterschied eigentlich entsprechen würde. Anschließend wird die Spannung korrigiert, um die Helligkeit auf den Zielwert zu bringen. Dieses Verfahren wird als Overdrive bezeichnet.

Das Overdrive-Verhalten kann beim P23T-6 nicht beeinflusst werden. Das Bild zeigt den Helligkeitsverlauf beim Grauwechsel 80-50.

Fujitsu P23t 6 Ips Monitor Over 80 50
Keine Überschwinger beim Grauwechsel 80-50.

Bei unseren Messungen zeigt das Panel keinen Overdrive-Effekt, Überschwinger sind nicht zu erkennen. Bei nahezu allen Helligkeitswerten benötigt das Panel zwei Frames, um auf die Zielhelligkeit zu kommen.

Latenzzeit

Neben kurzen Schaltzeiten, die für den schnellen Bildaufbau notwendig sind, ist vor allem die Latenzzeit (Verzögerung) eines Monitors von Bedeutung für das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe und der Bildausgabe zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Input Lag bezeichnet.

Eine Normvorgabe für die Bestimmung der Latenzzeit bei Monitoren gibt es nicht (siehe hierzu auch unser Special „Untersuchung des Input Lag Testverfahrens“). Wir messen zunächst die Verzögerungszeit bis zum eindeutigen Beginn des Aufleuchtens (10 Prozent der Endhelligkeit). Zu diesem Wert addieren wir noch die Hälfte der mittleren Bildaufbauzeit (hin und zurück).

Erläuterung der Darstellung: Die Verzögerungszeit des LCD ergibt sich als die Zeitdifferenz zwischen dem Steuersignal (grün) und dem Aufleuchten des Pixels (10%-Schwelle, rote Kurve).

Fujitsu P23t 6 Ips Monitor Latenz
Der P23T-6 hat praktisch keine Verzögerungszeit.

Mit nur 0,5 Millisekunden Verzögerung reagiert der P23T-6 praktisch sofort. Hinzu kommt allerdings die halbe mittlere Bildaufbauzeit von 14,4 Millisekunden. Die Gesamtlatenz beträgt somit 14,9 Millisekunden.

Subjektive Bewertung

In schnellen Spielen konnten keine negativen Effekte wie Schlieren oder ähnliche Effekte beobachtet werden. Der Monitor ist daher auch für Gamer interessant, nur absolute Hardcoregamer sollten nach einem Monitor mit TN-Panel und schnellerer Reaktionszeit greifen. Eine Latenz von unter einem Frame pro Sekunden, wie sie der Fujitsu P23T-6 aufweist, ist ein guter Wert, die langsame Reaktionszeit von fach 30 ms verhindert aber eine bessere Wertung in diesem Bereich.

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