Test Monitor LG Flatron 22EA63V
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Helligkeit, Kontrast und Schwarzwert

Lg Flatron 22ea63v Monitor Kontrast
Helligkeits- und Kontrastverlauf.

Der Helligkeitsregler des 22EA63V kann die Leuchtdichte (Weißwert) linear zwischen 74 und 231 cd/m² ändern. Die Herstellerangabe von 250 cd/m² im Datenblatt wird also knapp erreicht. Der Regelbereich ist gut ausgelegt: in dunklen Räumen kann man weit genug herunter regeln, in hellen Räumen kann man weit genug aufdrehen. Für Präsentationen in sehr heller Umgebung ist die Leistung aber knapp bemessen. Bei unserer empfohlenen Arbeitsplatzhelligkeit von 140 cd/m² steht der Regler in Position 42.

Die Schwarzwerte sind niedrig, beim 22EA63V messen wir zwischen 0,08 und 0,23 cd/m². Das resultierende Kontrastverhältnis liegt bei guten 990:1. Viele der aktuellen IPS-Panels können das noch um etwa 15 Prozent besser.

Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität

Lg Flatron 22ea63v Monitor Frein
Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität beim weißen Testbild.

Für die Helligkeitsverteilung gibt es nur eine zufriedenstellende Bewertung. Der Mittelwert liegt bei 92 Prozent. Leider befinden sich alle dunkelsten Messwerte im oberen Bildschirmdrittel, zwei davon reichen schon bedenklich an die Sichtbarkeitsschwelle (20 %) heran.

Bei der Farbreinheit ist das Ergebnis sehr viel besser. Zwar liegen alle Maximalwerte auch hier wieder im oberen Drittel, aber die absoluten Werte sind durchweg sehr gering. Auch das mittlere deltaE von nur 0,9 hat sich eine sehr gute Note redlich verdient.

Mit dem bloßen Auge wirkt das weiße Testbild im oberen Bereich tatsächlich ein wenig dunkler, Verfärbungen sind nicht zu sehen. Der IPS-typische Schimmer bei größeren Blickwinkeln ist hellgrau gefärbt, horizontal ist er recht schwach, aus vertikalen und diagonalen Blickrichtungen dagegen kräftig und je nach tatsächlichem Winkel auch recht ungleichmäßig.

Blickwinkel

Lg Flatron 22ea63v Monitor Blickwinkel
Horizontale und vertikale Blickwinkel.

Nun sehen wir uns die Blickwinkelstabilität des LG 22EA63V genauer an, welche bei einem IPS-Panel erwartungsgemäß hoch sein sollte. So sind auch die Testvorgaben mit höheren Blickwinkeln als bei TN-Panels angesetzt.

Bei einem seitlichen Blickwinkel von +/- 75 Grad sind kaum Veränderungen feststellbar. Das Bild ist immer noch ausreichend hell, selbst der Kontrast fällt nur minimal ab. Von oben bei einem Winkel von 60 Grad sieht es nicht ganz so gut aus. Hier ist der etwas stärker ausgeprägten IPS-Schimmer nicht zu übersehen. Der Kontrast geht leicht zurück, jedoch sind auch hier kaum Farbverfälschungen erkennbar. Die Schwachstelle vieler Monitore ist der Blick von unten. Entgegen den Erwartungen bleiben die Farben und der Kontrast auch bei 45 Grad stabil.

In Sachen Blickwinkelstabilität gibt es am LG 22EA63V also nichts Gravierendes auszusetzen, so dass man auch mit mehreren Personen ohne Qualitätsverluste einen Film schauen oder eine Runde spielen kann.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert.

Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden ein X-rite i1 DisplayPro Colorimeter und ein X-rite i1 Pro Spektrofotometer eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Lg Flatron 22ea63v Monitor Fra Srgb 1
Lg Flatron 22ea63v Monitor Fra Srgb 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums (Erläuterung der 3D Ansichten).

Die Farbraumuntersuchung ergibt, dass der sRGB-Farbraum vom 22EA63V mit 94 Prozent gut abgedeckt wird.

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: DeltaE Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, DeltaC Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Vergleich der Werkseinstellung mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben: Modus Anwender, Farbeinstellung Warm, Gamma 1, Helligkeit 100 und Kontrast 70.

Lg Flatron 22ea63v Monitor Werk Warm
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung Warm.

Die Werkseinstellung Anwender + Warm trifft die vorgegebene Farbtemperatur von 6500K recht genau. Bei den Graustufen liegt sie meist bei etwa 6850K, daher sind die deltaC-Abweichungen und auch der Rangewert erhöht, aber konstant. Die Gammakurve verläuft überwiegend flach um etwa 2,2 herum, knickt bei den hellsten Graustufen aber leider stark nach unten ab. Bei den Buntfarben sind vor allem die Abweichungen der Grundfarben Rot und Grün sehr hoch, während die Mischfarben durchweg zufriedenstellend abschneiden.

Eine sRGB-Einstellung hat der 22EA63V in seinem OSD nicht, doch diese Aufgabe erfüllt die Werkseinstellung Warm bereits zufriedenstellend. An der Farbwiedergabe des 22EA63V gibt es bei allen normalen Anwendungen im Bereich Office und Internet, aber auch Video und Foto nichts auszusetzen. Für farbverbindliches Arbeiten sollte man ihn besser nur einsetzen, wenn man die beschriebenen Schwächen einschätzen kann.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des kalibrierten Monitors mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Durch die Kalibrierung und Profilierung wird eine möglichst hohe Neutralität und Linearität der Farbwiedergabe erreicht. Farbechtheit (im Rahmen der Monitorgrenzen) wird erst im Zusammenspiel mit farbmanagementfähiger Software erreicht.

Lg Flatron 22ea63v Monitor Kal Srgb
Farbwiedergabe nach der Kalibrierung.

Vor der Kalibrierung mit iColor 3.8 und Xrite’s Colorimeter i1 Display Pro haben wir zunächst den Weißpunkt im Benutzermodus justiert, dafür mussten die Grün- und Blau-Regler um 2 bzw. 4 Punkte abgesenkt werden. Der anschließend gemessene Gammawert von 2,19 passte schon sehr gut. Für die Farbkorrektur des Colorimeters wählten wir das beigepackte White-LED Profil.

Die Charts zeigen, dass sich die Farbwiedergabe des 22EA63V durch die Kalibration deutlich verbessern kann. Die Abweichungen bei den Graustufen und den Mischfarben sind jetzt nur noch gering, und die Gammakurve folgt dem leicht ansteigenden Normverlauf mit guter Genauigkeit. Bei den Primärfarben bleiben allerdings größere Abweichungen bestehen, und der erhöhte Rangewert zeigt uns, dass die Graustufen farblich noch immer nicht ganz gleichmäßig sind. Der Kontrastwert wird durch die Kalibration nicht beeinträchtigt.

Nach der Kalibrierung ist die Farbwiedergabe des 22EA63V hinreichend gut, um ihn gelegentlich für farbkritische Anwendungen nutzen zu können. Mit Blick auf die ungleichmäßige Helligkeitsverteilung und die kleine Bildschirmfläche wird sich die Verbesserung gegenüber der Werkseinstellung nur lohnen, wenn ein Colorimeter schon vorhanden ist.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

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