Test Monitor Philips 272P4QPJKEB
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Bildhomogenität

Philips 272p4qpjkeb Monitor Homogen
Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität beim weißen Testbild.

Die Helligkeitsverteilung erhält nur die Note Zufriedenstellend. Die größten Abweichungen findet die Sonde in den beiden oberen Ecken und den direkt darunter liegenden Feldern. Der Mittelwert liegt bei 93 Prozent.

Bei der Farbreinheit schneidet der 272P4QPJKEB etwas besser ab. Die drei höchsten Abweichungen liegen allesamt im rechten Fünftel, sie bleiben aber noch unter deltaE 3. Zwei dieser Messpunkte fallen mit den größten Helligkeitsabweichungen zusammen, solche Stellen sind generell auffälliger für das bloße Auge. Das mittlere deltaE von 1,5 und der Maximalwert von 2,9 erhalten noch eine gute Bewertung.

Mit dem bloßen Auge betrachtet sieht der rechte Randbereich des Panels auf etwa 10 cm Breite etwas dunkler aus. Derselbe Effekt zeigt sich auch links, dort ist der Streifen aber nur fingerbreit und wird von der Messsonde nicht erfasst. Stellen mit durchscheinendem Backlight oder auffällige Verfärbungen finden wir nicht.

Bei größeren Blickwinkeln wird das Panel von einem grauen Schimmer überzogen. Horizontal betrachtet ist er ab etwa 40 Grad deutlich zu sehen, vertikal und vor allem diagonal ist er noch viel auffälliger.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Philips 272p4qpjkeb Monitor Coating
Philips 272p4qpjkeb Monitor Refcoat
Das semi-glossy Coating des 272P4QPJKEB.

Das Panel des 272P4QPJKEB ist mattiert, zeigt aber einen deutlichen Glanz (semi-glossy). Die einzelnen Subpixel sind in der Makroaufnahme kaum verzerrt. Das ist vorteilhaft für die Schärfeleistung, allerdings ist die Entspiegelung nicht so effektiv wie bei matten Panels, und von hinten oder seitlich einfallendes Fremdlicht kann schon mal lästig werden. Den berüchtigten Kristalleffekt haben wir nicht beobachtet.

Blickwinkel

Das Foto zeigt den Bildschirm des 272P4QPJKEB bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 75 Grad und vertikalen von +60 und -45 Grad.

Den besten Sichteindruck liefert der 272P4QPJKEB bei einer senkrechten Blickachse auf den Monitor. Bei seitlichen Blickwinkeln ab ca. 45 Grad verlieren die Farben geringfügig an Brillanz und grauen leicht aus. Farbverschiebungen hingegen sind nicht zu beobachten.

Philips 272p4qpjkeb Monitor Blickwinkel
Horizontale und vertikale Blickwinkel.

Ab einem vertikalen Blickwinkel von ca. 25 Grad von oben hingegen leidet der Farbeindruck deutlich unter einem Grauschimmer, der sich über das Bild legt. Farbverschiebungen machen sich nur etwas bei Gelb- und Grüntönen bemerkbar – Gelbtöne waschen leicht ins Grau aus, helle Grüntöne dunkeln etwas nach.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei negativen vertikalen Blickwinkeln – auch hier legt sich ab ca. -25 Grad ein Grauschleier über das Bild und reduziert die Brillanz.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert.

Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden ein X-rite i1 DisplayPro Colorimeter und ein X-rite i1 Pro Spektrofotometer eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Philips 272p4qpjkeb Monitor Fra Srgb 1
Philips 272p4qpjkeb Monitor Fra Srgb 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums (Erläuterung der 3D Ansichten).

Bei der Farbraumuntersuchung zeigt sich, dass der 272P4QPJKEB den sRGB-Farbraum mit 96 Prozent sehr gut abdeckt.

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: DeltaE Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, DeltaC Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Vergleich der Werkseinstellung mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben: SmartImage aus, Farbeinstellung 6500K, Gamma 2.2, Helligkeit 100 und Kontrast 50.

Philips 272p4qpjkeb Monitor Werk Std
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung 6500K.

Der Weißpunkt liegt mit 6900K deutlich über der Referenztemperatur, die Farbstimmung ist ein wenig kühl. Die Graustufen sind fast alle um 500K wärmer, woraus sich große deltaC-Abweichungen ergeben. Auch der Rangewert ist hoch, bei einem Consumer-Monitor aber noch akzeptabel. Die degressive Gammakurve verläuft entgegengesetzt zur Normkurve, bei den hellsten Graustufen bricht sie zusätzlich noch ein.

Für normale Arbeiten im Bereich Office, Internet und auch Video ist die Farbwiedergabe in Ordnung. Hinsichtlich der Farbverbindlichkeit bewerten wir in der Werkseinstellung nur die Grauwiedergabe, die wegen der hohen Abweichungen eine sehr schlechte Note erhält.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich der sRGB-Einstellung mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Philips 272p4qpjkeb Monitor Werk Srgb
Farbwiedergabe in der sRGB-Einstellung.

Der sRGB-Modus ist beim 272P4QPJKEB identisch mit dem 6500K-Modus, wir konnten keine messbaren Unterschiede feststellen. Die Abweichungen bei den Buntfarben sind durchweg sehr hoch, dies gilt sowohl für die Primär- wie auch für die Mischfarben. Wie schon die Grauwiedergabe erhält daher auch die Farbwiedergabe hinsichtlich der Farbverbindlichkeit nur eine sehr schlechte Note.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des kalibrierten Monitors mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Durch die Kalibrierung und Profilierung wird eine möglichst hohe Neutralität und Linearität der Farbwiedergabe erreicht. Farbechtheit (im Rahmen der Monitorgrenzen) wird erst im Zusammenspiel mit farbmanagementfähiger Software erreicht.

Philips 272p4qpjkeb Monitor Kal Srgb
Farbwiedergabe nach der Kalibrierung.

Vor der Kalibrierung mit iColor 3.8 und Xrite’s Colorimeter i1 Display Pro haben wir zunächst den Weißpunkt im Benutzermodus justiert, dafür musste nur der Blau-Regler kräftig abgesenkt werden. Der gemessene Gammawert vor der Kalibrierung war mit 2,18 gut.

Die Charts zeigen, dass die Farbwiedergabe durch die Kalibration ganz erheblich verbessert wird. Die Abweichungen sind an allen Messpunkten klein geworden, die Gammakurve folgt jetzt dem Normverlauf recht gut. Leichte Unregelmäßigkeiten scheint es in der internen Farbsteuerung aber zu geben, die matrixbasierte Kalibration von iColor kann hier im Detail dann doch nicht das letzte Quäntchen Genauigkeit herausholen. Das Kontrastverhältnis sinkt durch die Kalibrierung nur wenig.

Nach der Kalibrierung kann der 272P4QPJKEB mit guter Farbwiedergabe auch bei farbkritischen Anwendungen überzeugen. Der deltaC Rangewert ist aber zu hoch und lässt so nur eine befriedigende Wertung zu. Engagierte Foto- oder Grafikamateure können also selbst durch die Investition in ein Colorimeter keine optimalen Ergebnisse erzielen. Somit schneidet der Monitor für diese Zielgruppe leider aus.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

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