Test Projektoren & Beamer LG PH300
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Inbetriebnahme

Ein- und Ausschalten

Projektoren mit herkömmlicher Hochdrucklampe benötigen typischerweise eine Aufwärm- und Abkühlphase. Dass solche Projektoren bis zur Anzeige des ersten Bildes ein bisschen Zeit brauchen, ist also durchaus normal.

Blitzschnell ist dagegen der PH300 mit LED-Technik: Bereits nach 5 Sekunden kann man mit der Filmvorführung/Präsentation beginnen. Auch die übliche Abkühlzeit fällt flach. Nach nur 1,4 Sekunden ist der PH300 wieder ausgeschaltet und lautlos.

Bereitschaftszeiten

Modus Zeit
Startzeit bis Bildwiedergabe 1 Sekunde
Startzeit bis Anzeige HDMI-Quelle 5 Sekunden
Abkühlzeit 1,42 Sekunden

Betriebsgeräusch

Das Betriebsgeräusch beträgt laut Hersteller <34 dB(A) im Normalmodus und 26 dB(A) im Eco-Modus.

Soweit für uns ersichtlich, hängt die Lüfterlautstärke primär mit der gewählten Eco-Einstellung zusammen, die unabhängig vom gewählten Bildmodus in drei Stufen (maximal/mittel/minimal) geregelt werden kann. Im laufenden Betrieb bleibt die Drehzahl dann – abhängig von der Raumtemperatur – jeweils konstant.

Ab Werk steht die Eco-Einstellung auf „Minimal“. Hinsichtlich Lichtleistung ist das auch sinnvoll, aber das Lüftergeräusch ist schon recht deutlich zu vernehmen und kommt nicht nur in leisen Passagen, sondern auch beispielsweise bei Nachrichtensendungen mit ordentlicher Zimmerlautstärke noch hörbar durch. Störend ist dabei weniger der Geräuschpegel an sich, sondern die Tonlage im oberen Frequenzbereich.

Wie bereits bei anderen LG-Projektoren bemängelt, ist das Projektionsverhältnis (Throw Ratio) leider so gewählt, dass der Projektor in der Regel sehr nahe beim Zuschauer aufgestellt ist.

Mit dem Eco-Modus „Maximal“ lässt sich das Lüftergeräusch gut minimieren, aber nur auf Kosten der sowieso nicht allzu üppigen Lichtleistung. Im Akkubetrieb ist diese ohnehin zwangsweise reduziert. Die Lüfter sind dann kaum noch zu hören.

Stromverbrauch, Kühlung und Wartung

Stromverbrauch

Die Leistungsaufnahme im Betrieb wird vom Hersteller mit maximal <25 Watt angegeben. Unsere Messungen bleiben hier noch deutlich unter der Herstellerangabe. Auch im Stand-by-Modus messen wir nur 0,4 Watt.

Modus Stromverbrauch
Ecomodus: minimal 12,6 Watt
Ecomodus: mittel 12,4 Watt
Ecomodus: maximal 8.1 Watt
Standby 0,4 Watt

Kühlung und Wartung

Die Kühlluft saugt der PH300 durch Lüftungsschlitze vorne an. Die warme Abluft wird dann nach hinten wieder ausgeblasen. Der PH300 wurde bei uns auch in längerem Dauerbetrieb gerade mal handwarm. Auch hier zeigen sich die Vorteile der LED-Technik.

Die Lebensdauer einer Lampe gibt LG mit 30.000 Stunden an. Damit könnte man den PH300 mehr als zehn Jahre lang Tag für Tag acht Stunden täglich in Betrieb haben. Wartungsarbeiten wie Staubfilterwechsel sind nicht notwendig. Nicht selbstverständlich ist auch die Herstellergarantie von 36 Monaten.

Bedienung und OSD

Die wichtigsten Tasten findet man auch auf der Geräte-Rückseite mit klarem Druckpunkt und ausgezeichneter Haptik. In der Praxis erfolgt die Bedienung natürlich überwiegend über die exzellente Fernbedienung, die bis auf eine Tastenbeleuchtung keine Wünsche offen lässt.

Lg Ph300 Beamer Fernbedienung
Bedienfeld am Projektor und Fernbedienung.

Die Fernbedienung ist kaum größer als eine Scheckkarte, lässt sich aber gut bedienen. Die verschiedenen Funktionsbereiche sind klar abgegrenzt und sinnvoll strukturiert. Die hervorgehobenen und gummierten Tasten lassen sich auch ohne Sichtkontakt leicht finden und haben einen klaren Druckpunkt. Auf eine Tastenbeleuchtung muss man allerdings verzichten. Auch ist das Signal der Fernbedienung nicht besonders leistungsstark und sollte beim Gebrauch am besten direkt auf den Projektor zeigen.

Lg Ph300 Beamer Foto OSD
OSD Hauptmenü.

Das OSD des LG PH300 ist identisch mit dem PA1000 und genauso vorbildlich. Auch wenn man vorher noch kein LG-Gerät hatte, findet man sich sofort intuitiv zurecht. Die Usability ist wirklich top.

Der Aufruf der Taste „Settings“ bringt einen zunächst in das Hauptmenü mit insgesamt acht Hauptmenü-Ebenen. Von dort kommt man selbsterklärend zu allen wichtigen Einstellungen und kann gegebenenfalls die Signalquelle wechseln. Der letzte Menüpunkt „Meine Medien“ eröffnet einem die Welt zu Inhalten, die auf USB-Sticks oder kompatiblen Smartphones/Tablets liegen.

Im gewählten Untermenü kann man dann die gewünschten Einstellungen tätigen und über die Symbole in der linken Spalte auch ohne Rücksprung zur Hauptebene weitere Untermenüs anwählen.

Lg Ph300 Beamer ScreenS OSD
OSD-Hauptmenü (Screenshot: Handbuch LG).

Alternativ kann man auch ein Quick-Menü unten ins Bild holen. Die Darstellung in Kreisform ist neu und macht Spaß in der Bedienung. Zahlreiche Direktwahl-Tasten auf der Fernbedienung rufen zudem das Quick-Menü und die betreffende Funktion direkt auf.

Lg Ph300 Beamer Foto OSD 2
OSD-Quick-Menü

Positiv fällt auf, dass hier wie auch im Handbuch auf eine korrekte Übersetzung geachtet wurde. Auch die Bedienung läuft flüssig und verzögerungsfrei. Die Menüs werden grundsätzlich als Überlagerung vor das bisherige Bild eingeblendet. Filme laufen im Hintergrund weiter. Sehr gut gemacht: Bei den meisten Einstellungen sieht man die Auswirkung bereits vor der endgültigen Bestätigung der Änderung. Besser kann man es eigentlich kaum machen. Insgesamt ist die Bedienung des PH300 top.

Bildqualität

Lg Ph300 Beamer MainTestScreen
Lg Ph300 Beamer Testbild Burosch
Links: Main-Test-Screen; rechts: Burosch-Testbild.

Einen Mini-Beamer unserem üblichen Testparcours zu unterziehen, hat wenig Sinn. Einen ausgewachsenen Heimkino- oder Präsentationsprojektor kann und will der PH300 nicht ersetzen. Hier geht es uns vor allem darum herauszufinden, ob der PH300 nur ein Technik-Gadget mit kurzfristigem Show-Effekt darstellt oder unter Berücksichtigung seines Mobilitätsschwerpunktes darüber hinaus auch sinnvolle Anwendungsszenarien findet.

Eine erste Schwäche entdecken wir bereits bei der Aufstellung hinsichtlich der Bildgeometrie – gut zu sehen vor allem im Burosch-Testbild rechts oben. Der Projektor ist hier so parallel wie möglich zur Projektionsfläche ausgerichtet, die automatische Trapezkorrektur ist abgeschaltet. Unten und an den seitlichen Rändern verlaufen die Bildränder auch entsprechend gerade. Am oberen Bildrand sieht man aber eine kissenförmige Einbuchtung.

Beim Aufstellen fällt das schon auf, im späteren Filmbetrieb (vor allem mit schwarzen Filmbalken) dagegen nicht mehr.

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... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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