Test TV LG 47LW579S
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TV-Tuner

Mit dem integrierten Triple-Tuner bleiben kaum Wünsche offen. Der LG 47LW579S unterstützt Übertragungen per DVB-T, DVB-C und DVB-S in SD und HD. Ein CI+ Schacht nimmt geeignete Module mit Smartcard auf, die zur Entschlüsselung von Angeboten des Bezahlfernsehens dienen.

Die Beurteilung der Qualität von integrierten Tunern krankt an dem Umstand, dass zwangsweise eine Weiterverarbeitung erfolgt. Scaler und (sofern kein Programm in 720p ausgewählt wird) Deinterlacer werden also immer mitgetestet. Wir haben die Verarbeitung von DVB-S und DVB-S2 Signalen überprüft.

In den meisten Fällen kann der Benutzer den internen Tuner bedenkenlos nutzen. Ein externer Tuner wird nur nach weiterer Verarbeitung durch einen dedizierten Videoprozessor sichtbar bessere Ergebnisse erzielen können. Die Bedienung ist unkompliziert. Nach dem Sendersuchlauf können die Wunschprogramme in separaten Favoritenlisten abgelegt werden. Dieser Vorgang wurde von LG, im Gegensatz zu manch anderer Lösung, sehr intuitiv gelöst.

Lg 47lw579s Fernseher Tuner1
Lg 47lw579s Fernseher Tuner2
HbbTV

Lautsprecher

Die Audiowiedergabe war noch nie eine große Stärke von LCD-TVs. Mit den immer flacheren Gehäusen, die durch den Einsatz von LED-Hintergrundbeleuchtungen möglich geworden sind, hat sich die Situation keinesfalls verbessert. Auch bei nur geringen Ansprüchen an eine Stereo-Wiedergabe sollte man unbedingt über den Einsatz eines Hi-Fi-Verstärkers mit separaten Lautsprechern nachdenken. Der blecherne Ton der integrierten Lautsprecher schmälert das Gesamterlebnis sonst deutlich.

3D-Wiedergabe

Die passive 3D-Technik haben wir bereits beim Test des LG 47LW650S kennengelernt. Die Bilder für das linke und rechte Auge werden zeilenweise unterschiedlich polarisiert ausgegeben. Die simple Polarisationsfilterbrille lässt dann nur das Licht jeweils einer Polarisationsrichtung durch.

Gegenüber der aufwändigeren Lösung mit Shutterbrillen ist das Bild stets flimmerfrei und unterliegt geringeren Helligkeitseinbußen. Gleichzeitig sollten Crosstalk-Effekte (Bildanteile für das jeweils andere Auge reichen in das Bild hinein) minimiert werden, weil die problematische Synchronisierung entfällt und die begrenzte Schaltgeschwindigkeit der Flüssigkristalle keine Rolle spielt. Die günstigen Brillen sprechen ebenfalls für das Verfahren. Ein erheblicher Nachteil ist allerdings die reduzierte Auflösung.

Der LG 47LW579S verfügt über 1.080 Pixel in der Vertikalen. Durch die zeilenweise verschachtelte Ausgabe bleiben damit effektiv nur jeweils 540 Pixel übrig. Jede zweite Zeile erscheint für je ein Auge schwarz. Außerdem ist der vertikale Sweetspot ausgesprochen gering. Außerhalb bricht die 3D-Darstellung zusammen.

Aufgrund der für jedes Auge verbleibenden 540 Zeilen sollte man von der Zuspielung von „Side-by-Side“ Material mit reduzierter horizontaler Auflösung absehen. Bei „Top-and-Bottom“ Material ist dagegen die vertikale Auflösung verringert, was exakt mit der Implementierung von LG korreliert. Auf Blu-ray werden 3D-Inhalte per „Frame-Packing“ mit voller Auflösung ausgegeben.

Lg 47lw579s Fernseher 3d 1
Lg 47lw579s Fernseher 3d 2
Synthetischer Crosstalk-Test (links: Originalvideo; rechts: Foto durch linke Brille).

Im Praxistest können wir die theoretischen Vor- und Nachteile bestätigen. Der geringe Crosstalk und die hohe Helligkeit sind erfreulich, und die flimmerfreie Darstellung belastet das Auge nicht noch zusätzlich. Mit aktueller Firmware hat LG die 3D-Darstellung zudem „aufgebohrt“.

Sofern man auf eine zusätzliche Zwischenbildberechnung verzichtet, würde die Darstellung zwischen den vollständigen 1080 Zeilen alternieren und sich die wahrgenommene Auflösung erhöhen. Wir verwenden die Möglichkeitsform, weil wir die Wirkung während unserer Tests nicht komplett nachvollziehen konnten. Im Vergleich zum 47LW650S, dessen damaliger Firmwarestatus im Nachhinein nicht mehr verifizierbar ist, hat sich subjektiv keine Verbesserung eingestellt. Er könnte also bereits über das Update verfügt haben.

Unabhängig davon ist der Auflösungsverlust sichtbar und fällt bei einem Abstand von rund drei Metern durchaus noch auf – wenn auch nicht dramatisch. Geringere Abstände scheinen wegen der bereits erwähnten Blickwinkeleinschränkungen ohnehin nicht sinnvoll.

Wir können dem unentschlossenen Benutzer daher nur raten, sich selbst ein Bild von beiden Ansätzen zu machen. Wer mit der reduzierten Auflösung leben kann, erhält eine ansonsten eine 3D-Darstellung fast ohne Nebenwirkungen.

Leider steht das CMS im 3D-Modus nicht zur Verfügung. Die verschiedenen Bildmodi sind aber weiter vorhanden.

Farbmetrische Tests

Farbraumvergleich in Lab (D50)

Die folgenden Darstellungen basieren auf den farbmetrischen Daten nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt. Das Bezugsweiß für die Aufbereitung in Lab ist D50 (adaptiert mit Bradford).

Weißes Volumen: Bildschirmfarbraum
Schwarzes Volumen: Referenzfarbraum
Buntes Volumen: Schnittmenge
Vergleichsziel: ITU-R BT.709

Bildmodus Farbraum Abdeckung
Colour Gamut: Wide ITU-R BT.709 95,3%
Colour Gamut: BT709 ITU-R BT.709 94,3%
Lg 47lw579s Fernseher Wide1
Lg 47lw579s Fernseher Wide2
Colour Gamut: Wide
Lg 47lw579s Fernseher Rec709a
Lg 47lw579s Fernseher Rec709b
Colour Gamut: BT709

Der Farbumfang ist gegenüber Bildschirmen mit WCG-CCFL oder RGB-LED Hintergrundbeleuchtung stark reduziert. Das ist in erster Linie der spektralen Charakteristik der verwendeten LEDs geschuldet. Die heute gängigen Standards im Consumer-Bereich werden aber sehr exakt abgedeckt.

Die Übereinstimmung mit dem HDTV-Standard (ITU-R BT.709), dessen Farbumfang sRGB entspricht, ist mit allen Einstellungen unter „Colour Gamut“ hoch. Problematische Über- und/ oder Unterabdeckungen treten nicht auf. Eine akkurate Darstellung ist bei ansonsten stimmigen Parametern zu erwarten.

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