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BRANDHEISS

Test TV LG 47LW579S
7/7

Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten eines Monitors wird im Wesentlichen von den Schaltzeiten, dem Beschleunigungsverhalten und der Latenzzeit bestimmt.

Leider steht unser Messaufbau aus Fotosensoren und Oszilloskop derzeit nicht für die Überprüfung von LCD-TVs zur Verfügung. Wir müssen daher vorerst auf eine rein visuelle Beurteilung (unterstützt u.a. durch Testläufe mit „PixPerAn“) zurückgreifen. Zur ungefähren Ermittlung des Input-Lag verwenden wir das Tool SMTT im Parallelbetrieb mit einem CRT.

Ohne Zwischenbildberechnung erreichen wir beim „PixPerAn-„Lesbarkeitstest Stufe 9. Auch abseits dieses synthetischen Tests überzeugt die Bewegtbilddarstellung. Der LG 47LW579S kann sich hier vor den meisten Bildschirmen mit VA-Panel platzieren. Overdrive-Artefakte bleiben aus. Die Wiedergabe ist also frei von Ghosting- oder Corona-Effekten.

Nach Zuschaltung der Zwischenbildberechnung wird die Bewegungsunschärfe weiter reduziert. Der „PixPerAn“-Lesbarkeitstest profitiert davon jedoch auch in höchster Einstellung nur leicht. Wir können die Schrift nun bis Stufe 11 korrekt identifizieren. Der LG 47LW650S schlug sich hier besser. Zwischen 850 Hz MCI und 600 Hz MCI existiert ein Unterschied also nicht nur auf dem Papier, auch wenn er nicht dramatisch ausfällt.

Der Input-Lag, d.h. die Verzögerung durch die Signalverarbeitung, ist teilweise hoch. In den Standardeinstellungen fällt der schwammige Mauszeiger auf dem Desktop sofort auf. Mit SMTT ermitteln wir eine Verzögerung von rund 130 ms. Das entspricht etwa 8 Bildern pro Sekunde bei einer Zuspielung in 60 Hz und korreliert gut mit dem subjektiven Eindruck. Die Zwischenbildberechnung erhöht die Werte nur noch vergleichsweise wenig.

Lg 47lw579s Fernseher Lag
Mit SMTT wurde in zahlreichen Messungen der Input-Lag ermittelt.

Eine deutliche Reduzierung stellen wir erst im „Game“-Modus fest. Zwischen Ein- und Ausgabe liegen jetzt nur noch rund 52 ms. Das sind etwa 3 Bilder pro Sekunde bei einer Zuspielung in 60 Hz. Anspruchsvolle Spieler werden damit nicht ganz zufrieden sein, auch wenn die Werte für ein LCD-TV nicht ungewöhnlich hoch sind.

Probleme traten beim Wechsel in den „PC“-Modus, der parallel zu anderen Bildmodi aktiv sein kann, auf: Solange sich unser Testgerät vor der Zuweisung des entsprechenden Labels im „Game“-Modus befand, war die Verzögerung auch hinterher niedrig. Ein Wechsel in andere Bildmodi (z.B. „Cinema“) erhöhte die Latenz spürbar. Die erneute Umschaltung in den „Game“-Modus führte dann aber zu keiner Verbesserung. Das Label des betreffenden HDMI-Eingangs musste zunächst gelöscht werden, um die Verzögerung wieder zu minimieren. Der „PC“-Modus sollte daher sicherheitshalber aus dem „Game“-Modus heraus aktiviert werden.

Lg 47lw579s Fernseher Lag2
Durch Zuweisung des Label „PC“ wird die Verzögerung – vermutlich abhängig von der Firmware – nicht zwangsweise verringert.

Bewertung




3.7

(GUT)
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Diskussion in unserem Forum

Fazit

Der 47LW579S ergänzt das Produktportfolio von LG um ein interessantes Gerät, auch wenn die technischen Unterschiede zwischen den verschiedenen Serien teilweise sehr gering sind. Viele Unterschiede zum 47LW650S beruhen zweifellos auf Weiterentwicklungen der Firmware und der unvermeidlichen Serienstreuung.

Das IPS-Panel kann mit einer hohen Blickwinkelstabilität punkten. Der Kontrastumfang ist im Vergleich zu LCD-TVs mit VA-Panel allerdings deutlich reduziert. Mit dem eingeschränkten „Local Dimming“ lassen sich keine erwähnenswerten Verbesserungen erzielen. Aufgrund von unerwünschten Nebeneffekten sollte es in den meisten Fällen ohnehin ausgeschaltet bleiben.

Die Werksabstimmung ist sehr gelungen. Mit dem „Cinema“-Bildmodus ist die Darstellung bereits ohne Kalibration durch den Benutzer präzise und neutral. Das CMS erlaubt eine weitere Optimierung der Graubalance. Farbraumanpassungen sind mit der aktuellen Implementierung leider nicht sinnvoll möglich. Allerdings sind die Voreinstellungen mehr als brauchbar.

Scaler und Deinterlacer arbeiten gut. Das Film-Mode Deinterlacing lässt sich über die Deaktivierung von „Real Cinema“ explizit unterbinden. Damit wird nun auch schwieriges Videomaterial fehlerfrei dargestellt. Die beiden Entrauschfilter verrichten ihren Dienst angenehm zurückhaltend. Es fehlt ein „Detail Enhancement“, das das Bild ohne störende Doppelkonturen aufwerten könnte.

Die passive 3D-Technik überzeugt auch weiterhin. Der Auflösungsverlust ist gegenüber einer Lösung mit Shutterbrillen aber sichtbar. In der konkreten Umsetzung lassen sich gute Argumente für beide Ansätze finden.

Unser Testgerät schwächelt bei der Bildhomogenität. Die Ergebnisse können nicht überzeugen, während die Ausleuchtung deutlich weniger Anlass zur Kritik gibt.

Als „Smart TV“ bietet der LG 47LW579S eine Vielzahl von Funktionen, die über die reine Bildwiedergabe hinausreichen. Das kann, muss aber keinen Mehrwert darstellen. Uns hat in diesem Zusammenhang vor allem die Integration von HbbTV gefallen.

Der integrierte Mediaplayer verarbeitet viele Formate, kann aber leider nicht auf die vollständigen Skalierungsoptionen zurückgreifen. In den meisten Fällen wird eine ansprechende Wiedergabe möglich sein, aber es gibt auch Situationen, in denen man mit breiten Trauerrändern oder einer verzerrten Darstellung konfrontiert wird. Hier sollte LG nachbessern.

Mit einem aktuellen Straßenpreis von knapp unter 1000 Euro erreicht der LG 47LW579S ein gutes Gesamtergebnis.

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Denis Freund

... ist seit 2008 dabei und hat Medieninformatik sowie Druck-/ Medientechnik studiert. Es ist für die Bereiche Farbmesstechnik, -metrik und -management zuständig und entwickelte die PRAD-Test-Software. Nach wie vor verfasst er Testberichte über Grafik-Monitore.

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