Test TV LG 47LW579S
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Zwischenbildberechnung

Die Zwischenbildberechnung hört bei LG auf den Namen „TruMotion“. Mit einem „Motion Clarity Index“ (MCI) von 600 Hz fällt die Umsetzung des 47LW579S gegenüber der des 47LW650S mit 850 Hz etwas ab.

Die Einstellungen sind unverändert: Im benutzerdefinierten Modus kann der Anwender die Zwischenbildberechnung zweimal („De-Judder“ und „De-Blur“) in jeweils 11 Stufen steuern. Dabei greifen die Algorithmen auch bei Nullstellung beider Optionen. Wer auf eine völlig unveränderte Darstellung wert legt, sollte die Zwischenbildberechnung explizit deaktivieren.

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Die Zwischenbildberechnung des LG 47LW579S

Störende Artefakte werden ab einer „De-Judder“ Einstellung von 4 sichtbar. Bis dahin ist auch der sogenannte „Videolook“ noch auf akzeptablem Niveau. Deutlich höhere Werte sind selbst unter günstigen Bedingungen nicht empfehlenswert. Die „De-Blur“ Einstellung kann dagegen über den gesamten Bereich genutzt werden. Leider fehlt uns der direkte Vergleich zum 47LW650S mit 850 Hz MCI. Abseits von synthetischen Tests können wir seiner Zwischenbildberechnung in der Retrospektive aber allenfalls leichte Vorteile attestieren.

Bildverbesserer

Problematisches Material kann durch zwei Entrauschfilter weiter aufbereitet werden. Mit der Einstellung „Noise Reduction“ aktiviert der Benutzer eine bildübergreifende Filterung. Sie glättet das gesamte Bild und eignet sich vor allem zur Reduzierung von Filmkorn. Leichte Nachzieheffekte werden erst in der höchsten Einstellung sichtbar. Der zweite Filter („MPEG Noise Reduction“) arbeitet nur auf jeweils einem Bild und verringert Kompressionsartefakte. Seine Wirkung ist gering, dafür gehen nur wenig Details verloren.

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„MPEG Noise Reduction“ (off/high)

Unterstützte Farbmodelle und Signalpegel

Der LG 47LW579S nimmt digitale YCbCr- und RGB-Signale entgegen. Eine Anpassung auf PC-Level und Videolevel ist möglich und korrekt umgesetzt. Allerdings wird die Farbauflösung in jedem Fall reduziert (siehe Abschnitt „Allgemein“).

Lg 47lw579s Fernseher Signalpegel
Einstellungen für RGB-Signale

Ausleuchtung

Die Ausleuchtung ist noch gut. Ohne „Local Dimming“ sind bei Anzeige eines Schwarzbildes leichte Wolkenbildungen sichtbar, die aber erst bei Aufnahmen mit langer Belichtungszeit deutlicher hervortreten. Weitere Aufhellungen sind den Blickwinkeleigenschaften des IPS-Panels geschuldet und verringern sich mit zunehmendem Betrachtungsabstand.

Aufgrund der LED-Anordnung sind die Vorteile des „Local Dimming“ selbst in Szenen mit hohem Schwarzanteil nur gering. Schnelle Inhaltswechsel sorgen sogar für störende Fluktuationen. Wir empfehlen daher die Deaktivierung der Funktion. Das hat den zusätzlichen Vorteil einer stabilen und bildunabhängigen Gradation. Sie definiert das Verhältnis von Eingangs- zu Ausgangshelligkeit.

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Ausleuchtung des LG 47LW579S bei kurzer Belichtungszeit (links) und langer Belichtungszeit (rechts).

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, 75%-, 50%-, 25%-Grau), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in Prozent und das ebenfalls gemittelte DeltaC (d.h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert.

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An 15 Messpunkten wurden Helligkeitsverteilung (linkes Bild; Prozent) und Farbreinheit (rechtes Bild; DeltaC) überprüft.

Die Helligkeitsverteilung ist nicht ideal. Wir messen einen deutlichen Helligkeitsabfall zu den Rändern hin, der im Maximum über 36 Prozent erreicht. Mit durchschnittlich knapp 22 Prozent Abweichung fällt das Ergebnis auch unter Berücksichtigung der großen Panelfläche ernüchternd aus. Die farblichen Abweichungen über die Fläche sind im Vergleich etwas geringer, aber immer noch zu hoch und damit gut sichtbar. Ein anderes Seriengerät kann deutlich bessere Werte aufweisen. Solche Ausrutscher sind aber ein Fingerzeig: Können die Qualitätskriterien in der Panelproduktion nicht erhöht werden, sollte über Schaltungen zur Verbesserung der Flächenhomogenität nachgedacht werden. Sie werden in einigen High-End Computerbildschirmen mit großem Erfolg eingesetzt.

Horizontale Kameraschwenks über einfarbige und gleichmäßig strukturierte Flächen zeigen leichte Streifen. In vertikaler Richtung ist die Darstellung einwandfrei. Solche Effekte lassen sich, besonders bei großen LC-Panels, aber nie vollständig vermeiden und sind bei unserem Testgerät vergleichsweise gering ausgeprägt.

Helligkeit, Schwarzwert, Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

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Helligkeits- und Kontrastverlauf des LG 47LW579S.

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 402 cd/m². Nach Kalibration auf D65 verbleiben noch über 330 cd/m². Der hohe Regelungsbereich der Hintergrundbeleuchtung ermöglicht eine Anpassung an unterschiedlichste Umgebungsverhältnisse ohne Kontrasteinbußen.

Leuchtdichte Weiß:

Helligkeit (ColorComp: Aus) Nativ* D65 5800K D50
100% 402,3 cd/m² 333,3 cd/m² 315,1 cd/m² 287,3 cd/m²
50% 182,4 cd/m²
0% 16,8 cd/m²

* Colour Temperature: Cool, RGB-Gain: 50/50/50 (red/ green/ blue)

Leuchtdichte Schwarz:

Helligkeit
100% 0,38 cd/m²
50% 0,21 cd/m²
0% 0,03 cd/m²

Das Kontrastverhältnis liegt über weite Teile der Helligkeitseinstellung bei rund 850:1. Mit nativem Weißpunkt – wir konnten in keiner anderen Einstellung eine höhere Leuchtdichte erzielen – erreichen wir knapp 1100:1. Das liegt im Rahmen der Erwartungen. Der native Kontrastumfang eines IPS-Panels rangiert inzwischen deutlich unter dem von aktuellen VA-Varianten. Damit wirkt die Darstellung bei Bildszenen mit hohem Schwarzanteil etwas flauer.

Blickwinkel

Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Die Angaben beruhen auf einem Restkontrast von 10:1. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte. Allerdings werden weitere farbmetrische Veränderungen nicht oder nur unzureichend in die Angabe einbezogen.

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Blickwinkel des LG 47LW579S.

IPS-Panels zeichnen sich durch eine außerordentlich hohe Blickwinkelstabilität aus. Der LG 47LW579S bildet hier keine Ausnahme. Farb- und Gradationsveränderungen sind auch bei der Betrachtung aus sehr ungünstigem Winkel gering.

Das ist ein großer Vorteil gegenüber LCD-TVs mit VA-Panel. Die Kontraststabilität fällt demgegenüber etwas ab und führt zu einem Aufscheinen dunkler Tonwerte. Dieser Effekt kann sich, abhängig vom Sitzabstand, bereits bei frontaler Betrachtung bemerkbar machen.

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Sichtbare Aufhellungen bei seitlicher Betrachtung.

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