Test Fernseher LG OLED55B6D
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Bildqualität – Auf Augenhöhe mit den Oberklasse-Modellen

Teurere TV-Geräte müssen nicht zwingend die bessere Bildqualität liefern. Im Labor offenbart der OLED55B6D nämlich einige Gemeinsamkeiten mit den übergeordneten Brüdern. Das fängt bereits beim Bildmodus an, der auch hier „isf Experte (Dunkler Raum)“ heißt. Er zeichnet sich vor allem durch neutrale Farben und Graustufen aus, die mit Delta-E-Werten von 1,5 beziehungsweise 1,2 auf Top-Niveau liegen. Selbst komplexe Nuancen wie zum Beispiel Hautpartien werden originalgetreu reproduziert.

Freunde von Animations- und Zeichentrickfilmen, die es eher knallig mögen, werden vermutlich das Preset „Isf Experte (Heller Raum)“ bevorzugen; wobei die damit verknüpfte Farbumfang-Einstellung „Breit“ in den anderen Modi ebenso zur Auswahl steht. Dadurch erscheinen Farben wesentlich intensiver, insbesondere Grün. Davon profitiert beispielsweise die DreamWorks-Produktion „Shrek“, erscheinen die bunten Figuren und Landschaften doch sichtbar brillanter und plastischer. Ein wenig störend finden wir jedoch die bläulichen Einfärbungen aus seitlicher Perspektive. So erhalten etwa die Sonnenblumen im sechsten Kapitel ab einem Betrachtungswinkel von etwa 40 Grad einen leichten Grünstich. Außerdem geht die Helligkeit von ursprünglich 270 auf knapp 200 Candela zurück. Dafür bleibt der Kontrast über den gesamten Bereich sehr stabil, ja sogar gänzlich unverändert.

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Der empfohlene Bildmodus „isf Experte (Dunkler Raum)“ ist zwar schon sehr gut voreingestellt, mit ein paar Handgriffen lassen sich Farbdarstellung, Kontrast und 24p-Wiedergabe aber noch ein wenig verbessern.
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Im Bildmodus „isf Experte (Dunkler Raum)“ legt der OLED55B6D eine hervorragende Farbreproduktion an den Tag. Das BT.709-Spektrum wird präzise abgedeckt.
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Profiniveau: Obwohl ein paar Gelbtöne leicht aus der Reihe tanzen, reproduziert der LG OLED55B6D komplexe Mischfarben wie zum Beispiel Hauttöne originalgetreu; Graustufen erscheinen absolut neutral.
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Dunkle Rottöne büßen ein wenig an Brillanz ein, während Grün, Gelb und Cyan bei abnehmender Luminanz intensiver erscheinen. Farbdrifts treten nicht auf.

Allgemein bestechen die organischen Leuchtdioden des LG OLED55B6D durch eine sehr saubere Differenzierung zwischen Hell und Dunkel, was er besonders in den kontrastreichen Anfangssequenzen von „Gravity“ und „Elysium“, aber auch unter Laborbedingungen im ANSI-Schachbrettmuster eindrucksvoll beweist. Hier erzielt der Fernseher einen absoluten Top-Wert von 3829:1 – wohlgemerkt ohne irgendwelche vermeintlichen Bildverbesserungsschaltungen.

Im Tuner-Betrieb erweist sich jedoch die TruMotion-Funktion als sinnvoll. Denn während die 24p-Wiedergabe von Kinostreifen nur ohne Bewegungsglättung perfekt gelingt, wirkt das Preset „Flüssig“ speziell in TV-Sportübertragungen verschmierten Konturen entgegen und verbessert so den Schärfeeindruck. Die Ausleuchtung ist OLED-typisch sehr homogen, weshalb zum Beispiel beim Schwenk über den Fußballrasen keinerlei Wolken zu sehen sind.

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Stabil: Die Helligkeit (rot) nimmt im Blickwinkelbereich von 10 bis 60 Grad geringfügig ab, während der Kontrast (gelb) aus seitlicher Perspektive auf unverändert hohem Niveau bleibt.
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Keine störenden Einfärbungen: Die Farbtemperatur des OLED55B6D verläuft über den gesamten Helligkeitsbereich sehr nahe entlang der 6500-Kelvin-Linie.
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Dynamikreiche Videos kommen im Bildmodus „HDR-Standard“ am besten zur Geltung. Das Preset zeichnet sich durch eine neutrale Abstimmung und einen auf DCI-P3-Niveau erweiterten Farbraum aus.

Liegen an einem der vier HDMI-Eingänge HDR-Signale an, werden die SDR-Presets automatisch durch deutlich hellere und farbenprächtigere Bildmodi ausgetauscht. Wir empfehlen „HDR-Standard“, da dieser als einziger Modus den D65-Punkt exakt trifft und folglich keinen Blaustich hervorruft. Dafür muss man allerdings Abstriche bei der Leuchtkraft hinnehmen: Während die kühle Farbstimmung den Varianten „Hell“ und „Lebhaft“ locker zu einer Leuchtkraft jenseits von 600 Candela verhilft, geht unser Favorit nicht über 585 Candela hinaus.

Je größer das Messfenster beziehungsweise der Weißanteil aber werden, desto stärker schrumpft die Differenz – bis im vollflächigen Weiß (Average Picture Level von 100 Prozent) bei allen drei Presets nur noch Werte von knapp über 130 Candela zustande kommen. Dieser starke Helligkeitsverlust tritt übrigens bei allen aktuellen OLED-TVs auf, wohingegen der niedrige Schwarzwert eine echte Stärke darstellt. Im Fall des OLED55B6D liegt dieser bei sehr guten 0,002 Candela.

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Die Fernseher von LG sind derzeit die einzigen auf dem Markt, welche ab Werk das Dolby-Vision-Format unterstützen. Wie für HDR-10-Inhalte stehen auch für dieses speziell angepasste Bildmodi bereit.

1 KOMMENTAR

  1. Eine Frage:

    Immer wieder hört man, daß dieser OLED-TV Probleme mit der Darstellung von „near black“ hätte, also Farben, die fast schwarz sind. Solche Farben werden als ganz schwarz dargestellt und man verliert somit bei dunklen Bildern Details (siehe [1]). Stimmt das?

    Vielen Dank!

    [1] „Almost all LG OLEDs to date have had issues with near black content if you read the reviews and also we’ve heard about how sometimes there’s not enough gradation between things and can cause jumps from say a black to a brighter black without taking proper steps. Think of it as instead of a nice smooth transition, it’s a little skip. So I this down to panel processing at present? I say that because Panasonic actually took LGs panel and pretty much managed to make it so that the issue didn’t seem present on near black content.“

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