Test TV Samsung UE65JS9590
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Bildqualität

Ganz egal, ob der UE65JS9590 neben einem Fenster oder einer anderen Lichtquelle steht: Mit bis zu 1.051 Candela pro Quadratmeter fördert sein LED-Backlight riesige Helligkeitsreserven zu Tage, wie wir sie bei noch keinem Fernseher zuvor gesehen haben.

Die vierstelligen Rekordwerte erreicht er allerdings nur im schwarzen Testbild mit mittigem Zwei-Prozent-Weißfeld (Spitzlicht) sowie bei zugeschalteter Smart-LED-Funktion in den Bildmodi „Standard“, „Dynamik“ und „Natürlich“; leider sind alle drei zu kühl abgestimmt. Deshalb empfehlen wir das Preset „Film“, das zwar nur maximal 335 Candela schafft, sich dank des überragenden Hellraumkontrasts von 863:1 aber trotzdem durchsetzt und obendrein angenehm warme sowie neutrale Farben erzeugt (Delta-E 2,0).

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Auf den Punkt gebracht: Im empfohlenen Bildmodus „Film“ deckt Samsungs SUHD-Flaggschiff den für Blu-rays und HDTV maßgebliche Farbraum ITU BT.709 präzise ab. (Bild links) Mit abnehmender Helligkeit gewinnen insbesondere Grün- und Rottöne an Intensität beziehungsweise Sättigung. Magenta und Cyan driften in Richtung blau ab. Ansonsten verschieben sich die Farbkoordinaten nicht großartig. (Bild rechts)

In hellen Graustufen schießt das Gerät über das Ziel hinaus, wobei der leichte Rotstich über das Weißabgleich-Menü relativ einfach korrigierbar ist. Der für Blu-rays und HDTV maßgebliche BT.709-Farbraum wird dennoch präzise abgedeckt.

Fans von Animations- oder Zeichentrickfilmen, denen es auf einen satten, lebhaften Look ankommt, sind mit dem Modus „Standard“ in der Farbtemperatur-Einstellung „Warm2“ besser beraten. Dieser entlockt dem Quantum-Dot-Display intensivere Rot- und Grüntöne. Einziges Manko: Da dem Samsung-Boliden im Gegensatz zu Sonys Triluminos-Modellen ein Regler für die Effektstärke fehlt, können reale Motive wie das Meer in „Casino Royale“ schnell künstlich wirken.

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Der UE65JS9590 reproduziert auch schwierige Mischfarben wie zum Beispiel Hauttöne originalgetreu. Grünliche Nuancen tanzen stärker aus der Reihe, bewegen sich aber noch im guten Bereich. Die Graustufen erscheinen weitgehend neutral.
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Die Farbtemperatur bewegt sich fast über den gesamten Helligkeitsbereich im Bereich von 6.500 Kelvin, einzig mittlere Graustufen stellt der UE65JS9590 minimal zu kühl dar.

In unseren Kontrastmessungen zeigt der UE65JS9590 keine Schwächen und kommt LGs OLED-Fernsehern wie dem 65EG9609 bedrohlich nah: Nicht nur der bereits erwähnte Hellraumkontrast überzeugt, auch die EBU-Im-Bild- und ANSI-Verhältnisse liegen mit 1.022:1 beziehungsweise 488:1 auf erstklassigem Niveau.

Die adaptive Backlight-Ansteuerung „Smart LED“ sorgt vor allem in düsteren Szenen wie zu Beginn des Weltraum-Thrillers „Gravity“ oder der Rettungsaktion von „Captain Philips“ im gleichnamigen Film für mehr Tiefe und Plastizität. Die besten Ergebnisse erhält man in Einstellung „Gering“, da hier die Artefakte wie zum Beispiel Lichthöfe (Blooming) am geringsten ausfallen. Auf höchster Stufe treten sie deutlich hervor, dafür strahlen Spitzlichter aber mit bis zu 525 Candela.

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LED-Schaltung steigert auf Stufe „Hoch“ nicht nur den Kontrast, sondern auch die Helligkeit des LED-Backlights. Das macht sich vor allem in Spitzlichtern vor schwarzem Hintergrund bemerkbar, die je nach Bildmodus 800 bis über 1.000 Candela erreichen können.

Cineasten werden die „Auto Motion Plus“-Schaltung lieben. Neben drei Presets (Klar, Standard und Glätten) bietet sie nämlich auch eine frei justierbare Einstellung, die gleichzeitig eine maximal glatte Darstellung von Sportsendungen sowie eine originale 24p-Wiedergabe ermöglicht.

Dazu muss einfach die Bewegungsglättung auf Stufe „10“ und die Judder-Minimierung auf „0“ gestellt werden: Während bei TV-Material selbst bewegte Details wie ein in der Luft rotierender Fußball scharf erscheinen, behalten Kinostreifen weitgehend den originalen Look bei und werden erst auf den oberen Stufen glatt gebügelt.

An der Durchzeichnung haben wir generell nur wenig auszusetzen. Verglichen mit früheren Samsung-Modellen ist der Overscan im Tuner-Betrieb nun nicht nur bei 1080i-, sondern auch bei 720p-Kanälen abschaltbar. Zudem beschneidet der UE65JS9590 SDTV-Programme nicht mehr ganz so stark wie die Vorgänger.

Das De-Interlacing lässt keine Wünsche offen, was man von der Blickwinkelstabilität leider nicht behaupten kann: Der Bildschirm verliert aus seitlicher Perspektive sichtbar an Helligkeit und Kontrast.

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Während der SUHD-Fernseher bei frontaler Betrachtung durch ein brillantes sowie sattes Bild besticht, verliert er aus seitlicher Perspektive sichtbar an Helligkeit (rot) und Kontrast (gelb). Die OLED-TVs von LG kriegen das in jedem Fall besser hin.

In der dritten Dimension läuft das SUHD-Flaggschiff ebenfalls zur Höchstform auf: Dank der ausgereiften Shutter-Technik erscheinen 3D-Filme ohne Auflösungsverlust, sauber differenziert und in natürlichen Farben. Ferner stehen trotz eingeschränkter Helligkeit ausreichende Reserven für einen kräftigen Bildeindruck zur Verfügung.

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Samsungs aktive 3D-Shutter-Brille.

Schade nur, dass die zwei mitgelieferten 3D-Brillen gelegentlich flackern. Ihren Strom beziehen sie über handelsübliche Knopfzellen; angesichts des stolzen Preises hätte Samsung dem Fernseher ruhig die akkubetriebenen Modelle beilegen können.

1 KOMMENTAR

  1. Man sieht auf den Gamut-Diagrammen, dass nur mit Farbraum-Einstellung „Auto“ gemessen wurde, welches genau die Abdeckung von Rec. 709 bewirkt. Auch wird dadurch (wenn man c’t Magazin glauben kann) der Blickwinkel etwas eingeschränkter, was ja hier auf Seite 4 moniert wird. Den erweiterten Farbraum, der sich erst mit Farbraum „Nativ“ ergibt (deckt dann ca. DCI P3 ab), hat man wohl übersehen.

    Ich verweise mal auf folgenden Thread, wo die Samsung-Bildeinstellungen näher erklärt werden: http://www.hifi-forum.de/viewthread-151-28898.html

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