Test TV Sony KD-65ZD9
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Bildqualität

Bildqualität mit Wow-Effekt

Acht verschiedene Bildmodi stehen im Tuner-Betrieb zur Auswahl, wobei „Cinema Pro“ wieder einmal die besten Farben nach dem HDTV-Standard BT.709 sowie eine natürlich feine Kontrastdifferenzierung liefert. Auf höchster Backlight-Stufe erreicht die Helligkeit im 25-Prozent-Fenster ordentliche 547 Candela bei einem Strombedarf von 180 Watt, während „Cinema Home“ aus nur 100 Watt mehr stolze 925 Candela herausholt – dieses Preset empfiehlt sich fürs sonnendurchflutete Wohnzimmer. Hier erscheinen Gesichter allerdings zu plakativ, was der helleren Gammacharakteristik geschuldet ist. So wirken zum Beispiel glänzende Reflexe auf der Stirn oder feine Schattierungen der Haut deutlich unnatürlicher als mit „Cinema Pro“.

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Der Bildmodus „Cinema Pro” liefert die besten Ergebnisse mit neutralen Farben, hoher Helligkeit und sattem Kontrast. Die Bewegungsdarstellung lässt sich mit ein paar Einstellungen im Menü perfektionieren.
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Selbst schwierige Mischfarben wie zum Beispiel Hauttöne bereiten dem Sony KD-65ZD9 keine Probleme. Mit einem durchschnittlichen Delta-E-Wert von 1,5 liegt die Farbreproduktion auf Topniveau.
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Bis auf die rötlichen Grautöne sind aus seitlichem Betrachtungswinkel keine nennenswerten Farbverschiebungen feststellbar, jedoch dunkeln die Farben ab 30 Grad sichtbar ab.

Bildmodi via HDMI auf zwölf, von denen bei HDR-Zuspielung alle auf eine besonders helle und dynamikreiche Backlight-Einstellung wechseln; dazu jedoch später mehr. Im Bildmodus „Brillant“ erstrahlen sogar SDR-Signale mit beeindruckenden 1576 Candela, obgleich sie dann zu kühl und übermäßig plakativ wirken. Wechselt man auf das neutrale Farbtemperatur-Preset „Experte 1“ und eine dezentere Schärfe-Einstellung, kommt ein deutlich natürlicheres Bild zustande, das aber immer noch nicht an „Cinema Pro“ heranreicht.

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Der Bildmodus „Cinema Pro“ glänzt mit einer hervorragenden Farbreproduktion; Rot und Grün sind leicht erweitert. Grautöne erscheinen bei zentraler Betrachtung perfekt neutral.
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Keine Ausreißer: Der KD-65ZD9 zeigt über den gesamten Helligkeitsbereich eine nahezu perfekt konstante Farbtemperatur nahe der 6500-Kelvin-Ideallinie.
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Dunkle Rottöne erscheinen einen Tick weniger intensiv als die hellen, sind aber immer noch minimal erweitert. Ansonsten bleiben die Farben auch bei abnehmender Helligkeit sehr stabil.

Überraschenderweise macht Sonys LCD-Flaggschiff selbst ohne die dynamische Hintergrundbeleuchtung eine Topfigur, wie der Bildmodus „Anwender“ beweist: Hier erreicht der KD-65ZD9 selbst bei deaktiviertem Local Dimming einen spitzenmäßigen Ein-Aus-Kontrast von 10 420:1, wobei sich der Im-Bild-Kontrast von 2150:1 im ANSI-Schachbrettmuster ebenso sehen lassen kann.

Der Hellraumkontrast liegt mit 750:1 auf gutem Niveau. Einzig in Sachen Homogenität und Blickwinkelstabilität könnte das Gerät besser sein, neigt es in Grauflächen doch zur Fleckenbildung (Clouding) sowie deutlich abfallenden Kontrasten aus seitlicher Perspektive.

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Der Sony KD-65ZD9 verliert aus seitlicher Perspektive an Helligkeit (rot) und Kontrast (gelb), schneidet bei der Blickwinkelstabilität aber besser ab, als manch anderer LCD-TV.

Sonys Bewegungstechnik „Motionflow“ leistet wiederum gute Arbeit: Sie zeigt Filme wahlweise im originalen 24p-Kinolook oder glättet die Darstellung in fünf Stufen. TV-Sportübertragungen erscheinen entweder hell (aber leicht verwischt) oder werden auf Kosten der Bildhelligkeit geglättet. Während der Regler „Klarheit“ auf Stufe 1 die Leuchtdichte halbiert und kaum verschmierte Doppelkanten produziert, zeigt er auf höchster Stufe (5) bewegte Konturen schwarz wie kaum ein anderer Fernseher. Allerdings flackern die Bilder im Gegenzug leicht mit 50 respektive 60 Hertz, und die Leuchtkraft geht auf weniger als ein Zehntel zurück, was selbst am Abend zu dunkel ist.

So macht HDR richtig Spaß

Mit echten Ultra-HD-Filmabtastungen wie dem Sci-Fi-Spektakel „Lucy“, das in feiner 10-Bit-HDR-Qualität produziert wurde, läuft der KD-65ZD9 zur Höchstform auf: Wird im Home-Menü unter „Externe Eingänge“ und „HDMI-Signalformat“ der zweite und dritte Eingang von „Standardformat“ auf „Optimiertes Format“ umgestellt, spielen die enormen Helligkeitsreserven sowie die für HDR optimierten Farb- und Gamma-Presets kongenial zusammen. Spitzlichter erstrahlen mit bis zu 1800 Candela pro Quadratmeter, während die Farben der nächtlichen Großstadtkulisse im Film an Intensität und Brillanz gewinnen. Auch die Hautpartien der Protagonistin (Scarlett Johansson) wirken nahezu makellos; das grobporige Gesicht von Morgan Freeman erscheint eher kantig und sehr ausdrucksstark. Zudem kommen viele Kamerafahrten dank exzellenter Bildschärfe und sattem Schwarz ungewohnt plastisch, ja geradezu dreidimensional zur Geltung. Bildtüftler können in Sonys Geräte-Setup zahlreiche Einstellungen vornehmen. So stehen zum Beispiel die Farbräume „DCI“, „BT.2020“ und „Adobe RGB“ zur Auswahl.

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Um HDR-Inhalte abspielen zu können, muss im Gerätemenü das HDMI-Signalformat auf „Optimiertes Format“ umgestellt werden.
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Im erweiterten Bildmenü findet sich unter „Videooptionen” eine manuelle SDR-HDR-Konvertierung, die auch normale Videos in neuem Glanz erstrahlen lässt. Sie ist vergleichbar mit Samsungs HDR+-Modus.

Im Testlabor liefern die beiden farblich besten HDR-Bildmodi „Cinema Pro“ sowie „Cinema Home“ nahezu identische Leuchtdichten von 740 Candela (vollflächiges Weißbild) bis 1800 Candela (Zehn-Prozent-Fenster) und satte Farben nahe dem DCI-P3-Standard. Am Abend ist ersteres Preset aufgrund der dunkleren Gammacharakteristik die bessere Wahl, wohingegen „Cinema Home“ tagsüber dank etwas hellerer Abstufungen finstere und mittelhelle Konturen besser sichtbar werden lässt.

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Diese Sonnenuntergangsszene ist auf dem Sony KD-65ZD9 ein echter Genuss – selten haben wir sie so stimmungsvoll und zugleich dynamisch gesehen. Spitzlichter strahlen mit bis zu 1800 Candela.

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