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TESTBERICHT: LG 43UD79-B Teil 4


Profilvalidierung

Der LG 43UD79 zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergibt keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele werden erreicht. Die Graubalance und die Farbwerte sind gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Durch die Kalibrierung lässt sich problemlos ein gutes Ergebnis bei der Graubalance wie auch bei den Farbwerten erzielen. Die Farbraum-Abdeckung konnte sogar auf sehr gute 97 % angehoben werden.

Soll der LG 43UD79 auch gelegentlich für die EBV oder Fotopräsentationen eingesetzt werden, ist eine Kalibrierung daher äußerst ratsam.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Reaktionsverhalten

Den LG 43UD79 haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 5 ms für GtG genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden. Hier gibt es die Stellungen "Aus", "Langsam", "Normal" und "Schnell". Als Standardwert ist "Normal" voreingestellt.

60 Hz, Overdrive "Aus"

Wie an der Grafik unten unschwer zu erkennen, ist das Abschalten des Overdrives nicht zu empfehlen. Die Reaktionszeit liegt bei 15,8/14,6 ms (rise/fall) und ragt damit bereits in den roten Bereich.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

60 Hz (Overdrive "Aus"): Langsame Schaltzeiten, das Abschalten hat wenig Sinn

60 Hz, Overdrive "Normal"

In der Werkseinstellung "Normal" bei 60 Hz werden die Schaltzeiten schon effektiv verkürzt, wir messen den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 15,6 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 11,2 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt schnelle 18,1 ms. Auch der CtC-Wert ist mit 15 ms eher langsam.

Die Überschwinger bleiben dezent und sind kaum schlechter als bei abgeschaltetem Overdrive.

60 Hz (Overdrive "Normal"): Verbesserte Schaltzeiten, minimale Überschwinger

60 Hz, Overdrive "Schnell"

Mit der höchsten Stellung des Overdrives lässt sich die Reaktionszeit weiter merklich verbessern. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte sinkt von 18,1 ms auf 13,5 ms. Auch der CtC-Wert verbessert sich deutlich von 15 auf 9,6 ms. Während bewegte Farbkanten im Modus "Normal" noch leicht unschärfer dargestellt werden, sind sie im Modus "Schnell" messerscharf.

Die Reaktionszeiten des LG 43UD79 sind hier insgesamt recht ordentlich, während die Überschwinger/Doppelkonturen nur marginal spürbar zunehmen. Wir empfehlen daher, das Gerät generell in der höchsten Overdrive-Einstellung zu betreiben.

Durch den hohen Inputlag wird die Spieletauglichkeit jedoch leider dennoch wieder deutlich geschmälert.

60 Hz (Overdrive "Schnell"): Flotte Schaltzeiten, akzeptable Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

60 Hz, Overdrive "Aus" und "Normal"

60 Hz, Overdrive "Schnell"

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Letztere ist mit 6,8 ms ordentlich, wäre da nicht die lange Signalverzögerungszeit von 20,6 ms.

Als Gaming-Monitor für schnelle Spiele ist der LG 43UD79 damit nicht die erste Wahl. Rollenspiele, die keinen schnellen Bildwechsel haben, sind jedoch durchaus spielbar. Wir empfehlen, den LG generell – erst recht natürlich für Spiele – in der Einstellung "Schnell" zu betreiben, um die Reaktionszeit einigermaßen flott zu halten.

Alternative Messung der Latenz

Zur Messung der Bildverzögerung (Inputlag) von Monitoren gibt es verschiedene Ansätze, weshalb sich nicht nur Testergebnisse und Herstellerangaben unterscheiden, sondern auch die Werte bei verschiedenen Publikationen. Zudem nennen Hersteller selten einen Wert für die Signalverzögerungszeit, und wenn diese Werte tatsächlich genannt werden, ist in der Regel nicht erkennbar, wie diese Messungen durchgeführt wurden.

PRAD verfolgt nach dem jüngsten Update der Testmethoden derzeit zwei verschiedene Ansätze. Zum einen setzen wir das nur etwas mehr als 100 Euro teure Messgerät von Leo Bodnar ein. Hierbei handelt es sich um ein voll integriertes Messgerät mit Signalgenerator und Sensor, bei dem der Wert schnell vom Bildschirm abgelesen werden kann. Da die Lag-Zeit von der Messposition auf dem Bildschirm abhängig ist, können Sie alle drei Werte (oben, Mitte, unten) im Diagramm entnehmen. Als Richtwert für die Latenz sollte der mittlere Wert herangezogen werden.

Alternative Messung des Lags am HDMI-Eingang 1080p@60 Hz

Für den Anwender sind diese Werte aber mitunter nicht aussagekräftig, da sich in Kombination mit Grafikkarten, Treibern, dem Chromasubsampling sowie der verwendeten Auflösung und Framerate unterschiedliche Lag-Zeiten zugunsten oder zuungunsten des Monitors ergeben können. Zudem können die Messungen mit dem "Leo Bodnar Lag Tester" nur am HDMI-Eingang bei 1080p@60 Hz durchgeführt werden.

Die von uns angewendete Methode verfolgt daher einen anderen Ansatz. Dort messen wir die Verzögerung zwischen Bild und Ton (Audio-Ausgang der Soundkarte im Vergleich zum Signal des Lichtsensors am Monitor). Dies geschieht in der Regel am DisplayPort unter Einstellung der nativen Auflösung und bei höchster Bildfrequenz in der Bildschirmmitte.

Die real erlebte Bildverzögerung ist deshalb von oben erwähnten Faktoren (und weiteren wie DirectX) abhängig und sollte im Wertebereich zwischen Leo Bodnar und der PRAD-Messmethode liegen.

Backlight

Wie in unten stehender Grafik gut zu sehen, wird das Hintergrundlicht des Monitors abhängig von der eingestellten Helligkeit gepulst. Bei halber Helligkeit (Einstellung 140 cd/m²) beträgt die Frequenz 119 Hz. Es könnte sich auch um eine absichtliche "Black Frame Insertion" handeln, die sich nicht abschalten lässt. Selbst bei maximaler Helligkeit werden Schwarzbilder eingestreut.

LED-Backlight mit PWM

Subjektive Beurteilung

Für einen Allround-Monitor ist auch die Spieletauglichkeit des LG 43UD79 durchaus brauchbar. Anwender mit höheren Ansprüchen werden sich bei reaktionslastigen Spielen aber möglicherweise am hohen Inputlag stören. Wer zu seiner Spielekonsole aber ein entsprechend großes Bild haben möchte, dürfte vom LG 43UD79 begeistert sein. Smart-TVs sind hier i. d. R. auch nicht besser.

Wer häufig und intensiv mit vielen Fenstern am Windows-PC/Mac arbeitet, träumt eigentlich immer von noch mehr Platz. Natürlich haben wir das 43-Zoll-Display daher auch mal länger an einem Standardschreibtisch ausprobiert. Ein normaler Office-Monitor wirkt neben "Maximus" schlicht wie ein kleines Spielzeug.

Allerdings mussten wir auch schnell feststellen, dass für diesen Einsatzzweck die Grenze des Sinnvollen schlicht überschritten ist. Die Blickwinkel werden zu den Rändern schon recht extrem. Das Gleiche gilt für die Mauswege. Aus normaler Sitzposition entsteht durch den Effekt der "stürzenden Linien" der Eindruck, als würde das Display leicht nach außen gebogen – also genau andersherum als bei Curved-Displays. Die extremen Blickwinkel zu den Rändern oben und unten werden subjektiv recht schnell unangenehm und mit Verspannungen im Nacken spürbar. Über bessere Ergonomiefunktionen ließe sich das aus unserer Sicht auch nicht verbessern.

Der LG 43UD79 ist daher aus unserer Sicht bedingt durch die Größe eher ein Spezialist für ganz spezifische Einsatzfelder: Beispielsweise für die Wandmontage in Handelsräumen, als Präsentationsgerät in Konferenzräumen oder an Arbeitsplätzen zur Videoüberwachung. Im Privatbereich dürfte er als TV-Ersatz Anhänger finden.

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2 Kommentare vorhanden


Das Bild http://www.prad.de/images/monitore/lg_43ud79-b/Latenz.jpg wird nicht gefunden, da es unter dem Namen http://www.prad.de/images/monitore/lg_43ud79-b/latenz.jpg auf dem Server liegt.
Danke für die Info, Fehler wurde behoben.

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