Test Monitor LG 43UD79-B
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Alternative Messung der Latenz

Zur Messung der Bildverzögerung (Inputlag) von Monitoren gibt es verschiedene Ansätze, weshalb sich nicht nur Testergebnisse und Herstellerangaben unterscheiden, sondern auch die Werte bei verschiedenen Publikationen. Zudem nennen Hersteller selten einen Wert für die Signalverzögerungszeit, und wenn diese Werte tatsächlich genannt werden, ist in der Regel nicht erkennbar, wie diese Messungen durchgeführt wurden.

PRAD verfolgt nach dem jüngsten Update der Testmethoden derzeit zwei verschiedene Ansätze. Zum einen setzen wir das nur etwas mehr als 100 Euro teure Messgerät von Leo Bodnar ein. Hierbei handelt es sich um ein voll integriertes Messgerät mit Signalgenerator und Sensor, bei dem der Wert schnell vom Bildschirm abgelesen werden kann. Da die Lag-Zeit von der Messposition auf dem Bildschirm abhängig ist, können Sie alle drei Werte (oben, Mitte, unten) im Diagramm entnehmen. Als Richtwert für die Latenz sollte der mittlere Wert herangezogen werden.

Lg 43ud79 B Monitor Latenz
Alternative Messung des Lags am HDMI-Eingang 1080p@60 Hz

Für den Anwender sind diese Werte aber mitunter nicht aussagekräftig, da sich in Kombination mit Grafikkarten, Treibern, dem Chromasubsampling sowie der verwendeten Auflösung und Framerate unterschiedliche Lag-Zeiten zugunsten oder zuungunsten des Monitors ergeben können. Zudem können die Messungen mit dem „Leo Bodnar Lag Tester“ nur am HDMI-Eingang bei 1080p@60 Hz durchgeführt werden.

Die von uns angewendete Methode verfolgt daher einen anderen Ansatz. Dort messen wir die Verzögerung zwischen Bild und Ton (Audio-Ausgang der Soundkarte im Vergleich zum Signal des Lichtsensors am Monitor). Dies geschieht in der Regel am DisplayPort unter Einstellung der nativen Auflösung und bei höchster Bildfrequenz in der Bildschirmmitte.

Die real erlebte Bildverzögerung ist deshalb von oben erwähnten Faktoren (und weiteren wie DirectX) abhängig und sollte im Wertebereich zwischen Leo Bodnar und der PRAD-Messmethode liegen.

Backlight

Wie in unten stehender Grafik gut zu sehen, wird das Hintergrundlicht des Monitors abhängig von der eingestellten Helligkeit gepulst. Bei halber Helligkeit (Einstellung 140 cd/m²) beträgt die Frequenz 119 Hz. Es könnte sich auch um eine absichtliche „Black Frame Insertion“ handeln, die sich nicht abschalten lässt. Selbst bei maximaler Helligkeit werden Schwarzbilder eingestreut.

Lg 43ud79 B Monitor Backlight
LED-Backlight mit PWM

Subjektive Beurteilung

Für einen Allround-Monitor ist auch die Spieletauglichkeit des LG 43UD79 durchaus brauchbar. Anwender mit höheren Ansprüchen werden sich bei reaktionslastigen Spielen aber möglicherweise am hohen Inputlag stören. Wer zu seiner Spielekonsole aber ein entsprechend großes Bild haben möchte, dürfte vom LG 43UD79 begeistert sein. Smart-TVs sind hier i. d. R. auch nicht besser.

Wer häufig und intensiv mit vielen Fenstern am Windows-PC/Mac arbeitet, träumt eigentlich immer von noch mehr Platz. Natürlich haben wir das 43-Zoll-Display daher auch mal länger an einem Standardschreibtisch ausprobiert. Ein normaler Office-Monitor wirkt neben „Maximus“ schlicht wie ein kleines Spielzeug.

Allerdings mussten wir auch schnell feststellen, dass für diesen Einsatzzweck die Grenze des Sinnvollen schlicht überschritten ist. Die Blickwinkel werden zu den Rändern schon recht extrem. Das Gleiche gilt für die Mauswege. Aus normaler Sitzposition entsteht durch den Effekt der „stürzenden Linien“ der Eindruck, als würde das Display leicht nach außen gebogen – also genau andersherum als bei Curved-Displays. Die extremen Blickwinkel zu den Rändern oben und unten werden subjektiv recht schnell unangenehm und mit Verspannungen im Nacken spürbar. Über bessere Ergonomiefunktionen ließe sich das aus unserer Sicht auch nicht verbessern.

Der LG 43UD79 ist daher aus unserer Sicht bedingt durch die Größe eher ein Spezialist für ganz spezifische Einsatzfelder: Beispielsweise für die Wandmontage in Handelsräumen, als Präsentationsgerät in Konferenzräumen oder an Arbeitsplätzen zur Videoüberwachung. Im Privatbereich dürfte er als TV-Ersatz Anhänger finden.

11 KOMMENTARE

  1. Ich habe den Monitor gestern geliefert bekommen und habe ein Problem.
    Der Monitor stellt bei dunklem Hintergrund die Fläche über einem hellen/weißen Fenster (z.B. Explorer) etwas heller dar, als den restlichen Hintergrund. Diese helle Fläche bewegt sich mit dem Fenster mit, wenn man es bewegt.
    Ist dieser Fehler bekannt oder ist das eine Ausnahme?
    Vielen Dank für Eure Hilfe!
    VG Tobi

    • Ich kann mir das nicht so recht vorstellen. Meinst Du einen Corona-Effekt, also das Nachleuchten von Kanten? Ich habe aber noch nie was davon gehört, dass dies bei einem feststehenden Fenster so ist. Auf welcher Stufe steht bei dir Overdrive? Schalte es mal auf die mittlere Stufe oder ganz aus, ob sich da was ändert.

  2. Das beide USB-Anschlüsse Quick Charge fähig sind, deckt sich aber nicht mit der Anleitung.
    Was für einen Standard (welche Spannung und Strom) sie bedienen können ist leider nicht erwähnt.

    • Bei den USB 3.0 Anschlüssen erlaubt USB1 Quick Charge (USB1 5V/1,5A und USB2 5V/0,9A) Der USB-Typ-C-Anschluss (DP Alt Mode 7,5 Watt) des 43UD79 erlaubt nicht das Laden von Laptops. Mehr habe ich nicht finden können.

      • Anleitung sagt dazu nur an zwei stellen kurz etwas aus: „Quick Charge is available through the USB1 port“ und „Quick Charge is a feature that rapidly charges the device connected to the USB 1 port.“
        QC kann also nur der Port1 … laut Handbuch. Hast Du es den schon mal versucht Sachen am Monitor zu laden? Wenn ich über ein USB2.0 Kabel was anschließe passiert gar nichts. (?) Erst wenn ich das Schnellladen im Menü aktiviere habe ich nur am Port knappe 5V bei 1A. Quick Charge ist aber eigendlich was anderes. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Quick_Charge
        Das ich aus den Ports sonst nichts raus bekomme ist normal (bei 2.0) oder ein Defekt?

    • Und wo bitte steht im Test dass es ein Curved Monitor ist? Das Wort Curved kommt im Test nach meiner Recherche genau einmal vor und zwar in einem ganz anderen Kontext. Also bitte genau lesen.

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