Kernmerkmale eines Monitors: Größe, Format und Auflösung
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Aufbauend auf unseren Grundlagenartikel "Auflösung – welche ist die richtige?" wollen wir in dieser Kaufberatung einen anderen Blickwinkel in den Vordergrund stellen und uns auf die Kernmerkmale eines Displays – nämlich Format, Display-Größe und Auflösung – konzentrieren

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Skalierungsreferenz Photoshop

Für viele die Referenz in Sachen Skalierung ist aber Photoshop. Daher haben wir den gleichen Test auch hier gemacht, mit etwas anderem Ergebnis:

Vollbildansicht: Unterschied hier eher gering bis kaum feststellbar.
100 % 4K vs. 100 % QHD: Ausschnitt 4K kleiner, aber schärfer – QHD größer, aber nicht ganz so scharf.
100 % 4K vs. 75 % QHD: Ausschnitt gleich groß, 4K tendenziell einen Tick schärfer. Groß ist der Unterschied zwar nicht, aber bei sehr feinen Details wie z. B. Haaren, die in Richtung von nur 1 Pixel Breite gehen, ist er sichtbar.
150 % 4K vs. 100 % QHD: Ausschnitt gleich groß, 4K tendenziell einen Tick schärfer.

Bei 4K-Geräten wird man sich somit evtl. etwas umstellen müssen, vor allem wenn man den schnellen Wechsel zwischen Vollbild und 100%-Ansicht mit Tastenschlüsseln gewohnt ist. Die etwas größere Darstellung mit QHD kann hier bei der Retusche auch ganz angenehm sein, weil man Details besser erkennen kann.

Porträt in der Vollbildansicht: Gleich groß, kaum Schärfevorteile für 4K
Porträt in der Vollbildansicht: Gleich groß, kaum Schärfevorteile für 4K
100%-Ansicht des Bildinhalts bei QHD-Auflösung
100%-Ansicht bei QHD-Auflösung
100%-Ansicht des Bildinhalts bei 4K-Auflösung
100%-Ansicht bei 4K-Auflösung

Der Schärfevorteil der 4K-Auflösung im Vergleich zu QHD ist aus unserer Sicht in Summe eher subtil und fällt auch erst im direkten Vergleich auf. Den größten Unterschied dürfte man bei künstlichen Grafiken, Konstruktionsplänen etc. und beim Lesen von Texten sehen. In der EBV dagegen lässt sich auch mit QHD vortrefflich arbeiten.

Bei 4K und 27 Zoll empfiehlt Windows 10 die 150%-Skalierung. Der Desktop sieht dann zu QHD identisch aus, mit den entsprechenden Vorteilen. Die parallele Nutzung mit 27-Zoll-QHD oder 24-Zoll-Full-HD läuft aber aufgrund der unterschiedlichen Skalierungen zumindest nicht ganz so rund, wie gewohnt.

32 Zoll, 16:9

Hier hatten bisher alle getesteten Geräte die 4K-Auflösung. Sie passt ganz ausgezeichnet zu der Display-Diagonalen. Da hier aufgrund der Display-Größe die 100%-Skalierung reicht, erhält man ähnlich wie bei 27-Zoll-QHD auch deutlich mehr Platz auf dem Bildschirm.

Mit 138 ppi sinkt die reale Auflösung bei gleichem Betrachtungsabstand zwar weiter. Bei der riesigen Display-Fläche erhöht man diesen aber vielleicht auch freiwillig. Ansonsten werden die Blickwinkel zu den Bildrändern schon recht flach, und man fühlt sich vom Monitor fast schon ein wenig wegen der hohen Informationsdichte erschlagen.

Am Schreibtisch ist die Eignung daher grenzwertig. Gut geeignet sind diese Displays immer dann, wenn man etwas mehr Abstand hat, beispielsweise:

  • Bild- und Videopräsentationen
  • Als TV-Ersatz
  • In Verbindung mit Spielekonsolen
  • EBV, wenn die Wirkung großformatiger Ausdrucke beurteilt werden soll

Beim Gaming am Schreibtisch ist aus unserer Sicht der Fun-Faktor mit extrabreiten Curved-Monitoren erheblich größer.

21:9, extrabreit

Windows steht für Fenster – viele Fenster, und zwar gleichzeitig. Erst dann hat Multitasking richtig Sinn. Auf einem großen 21:9-Display lassen sich problemlos ganze drei Fenster gleichzeitig öffnen: mit mehr als DIN A4 in der Höhe und ausreichend Platz, um jeweils auch noch Zusatzleisten wie Gliederungsansicht etc. darstellen zu können. Die lästige Suche nach dem Fenster im Hintergrund, das die gerade benötigten Informationen enthält, entfällt.

Office: Multi-Fenster
Office: Multi-Fenster
Office: Single-Fenster
Office: Single-Fenster

Dieses Format wird praktisch immer als Curved-Variante angeboten. Während bei einem herkömmlichen 32-Zoll-Display im 16:9-Format bereits sehr flache Blickwinkel zu den Bildrändern und perspektivische Verzerrungen auftreten, sind Curved-Displays gewölbt, um das auszugleichen.

Optimalerweise ist der Wölbungsradius an das menschliche Auge angepasst. Dann entsteht eine Rundumsicht, die sich immer dann besonders gut eignet, wenn mit mehreren Fenstern gleichzeitig gearbeitet wird oder Einzelanwendungen im Vollbildmodus eine sehr hohe Informationsdichte aufweisen und dementsprechend von viel Platz profitieren.

Lightroom: Raster-Übersicht
Lightroom: Raster-Übersicht
Lightroom: Arbeiten mit einem Bild
Lightroom: Arbeiten mit einem Bild

Die Übersichtlichkeit in der Raster-Ansicht von Lightroom ist schlicht gigantisch. Bei der Einzelbildbearbeitung in Photoshop braucht man sich um die Platzreduktion für das Hauptbild durch Seitenleisten keine Gedanken mehr zu machen. Für präzises Arbeiten bei Retuschen oder mit dem Pfadwerkzeug kann man sehr weit in das Bild hineinzoomen und hat dennoch weiterhin einen Großteil des Motivs im Überblick.

Endlos Platz für die Timeline in der Videoverarbeitung auf dem extrabreit Monitor
Endlos Platz für die Timeline in der Videoverarbeitung

Solange man keine Pivot-Funktion braucht, ist das Format für Office, Foto- und Videobearbeitung sowie fürs Gaming und Videoschauen gleichermaßen gut geeignet. Hardware-Kalibrierung und erweiterter Farbraum sind hier bislang aber leider noch gar nicht anzutreffen.

Beim Kauf empfiehlt es sich, darauf zu achten, dass der Hersteller eine gute Zusatzanwendung zur schnellen Fenster-Anordnung mitliefert. Die Bordmittel von Windows 10 sind zwar gut, kommen hier aber an ihre Grenzen, wenn man z. B. den Bildschirm dritteln will.

38 Zoll, 21:9

QHD+ (Quad High Definition Plus) wird teils auch als „Ultra Wide 4K“ bezeichnet und verfügt über 3840 x 1600 Pixel. Das hört sich bombastisch an, tatsächlich liegt die Pixelgröße mit ca. 0,23 mm bzw. 111 ppi bei einer 38-Zoll-Diagonalen gleichauf mit einem QHD-27-Zoll-Display im 16:9-Format. Die Schärfe ist entsprechend vergleichbar.

In der Höhe kommen aber 3 cm dazu und die Breite wächst von knapp 60 cm auf knapp 80 cm. Mit einer sichtbaren Bildschirmfläche von ca. 88 x 36,5 cm sind solche Geräte ein Produktivitätstraum auf dem Schreibtisch. DIN-A4-Dokumente lassen sich problemlos ganzseitig darstellen, ohne dass man die Arbeitsleiste oben ausblenden muss. Auch die Schrift ist dabei sehr gut lesbar.

95.2cm (37.5") DELL U3818DW UltraSharp Curved
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Ein guter Vertreter ist hier der Dell U3818DW, der allerdings nur über einen Wölbungsradius von 2300R verfügt. Ein Wölbungsradius von 1800R verbessert das Gefühl der Rundumsicht noch einmal erheblich.

34 Zoll, 21:9

Etwas kleiner, dafür aber auch weniger wuchtig auf dem Schreibtisch sind die 34-Zoll-Vertreter, die bislang üblicherweise mit der Ultra-Wide-QHD-Auflösung ausgestattet sind (3440 x 1440). Die sichtbare Bildfläche liegt in der Höhe gleichauf mit einem QHD-27-Zoll-Display im 16:9-Format. Die Pixelzahl und Pixelgröße auch – im Prinzip handelt es sich also um einen verbreiterten Standardformat-QHD-27-Zöller mit zusätzlicher Wölbung. Schärfe und OS-Skalierung sind somit direkt vergleichbar.

Ein empfehlenswerter Vertreter ist hier der LG 34CB98-B.

Übersicht Diagonalen, Formate, sichtbare Bildfläche

Display-Diagonale in Zoll Format Sichtbare Bildfläche in cm
24 16:9 52,7 x 29,6
24 16:10 51,8 x 32,4
27 16:9 59,7 x 33,6
32 16:9 69,7 x 39,2
34 21:9 79,7 x 33,4
38 21:9 87,9 x 36,7

Fazit

Ausgehend von einem 24-Zoll-Standard-Monitor mit Full-HD-Auflösung im 16:9-Format als Bezugspunkt, haben wir subjektiv geschildert, was man von einem größeren Display und einer höheren Auflösung bei unterschiedlichen Formaten hinsichtlich Zugewinn an Produktivität, Arbeitskomfort und Spielspaß erwarten darf.

Beim 16:9-Format kristallisiert sich der 27-Zöller mit QHD-Auflösung dabei aktuell als Preis-Leistungs-Sieger heraus. Wer noch mehr Display-Fläche braucht und ohne Pivot-Funktion auskommt, fährt am besten mit einem Curved-Display im 21:9-Format.
Auch wenn die reale Auflösung – trotz der höheren Pixelgesamtzahl – mit ca. 110 ppi „nur“ vergleichbar gut ausfällt, wird man im Büro damit zum Multitasking-Weltmeister. Und nach dem Büro taucht man viel besser und tiefer in das Spielgeschehen oder die Spielfilm-Handlung ein, als auf einem Standard-Display.

Schade ist nur, dass ein erweiterter Farbraum vor allem in Verbindung mit einer Hardware-Kalibrierung hier noch nicht zu finden ist. Am Ende muss also jeder nach seinen persönlichen Schwerpunkten entscheiden, wie viel Display und Auflösung und in welchem Format es denn sein soll.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Kaufberatung Monitore oder in den Top 10 Bestenlisten.

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