Lesertest 4 Aktion Business-Monitore LG 24BK550Y-B
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Geräuschentwicklung

Nach dem ersten Einschalten kommen wir also zum Geräuschpegel. Nichts wäre schlimmer als ein durchgehendes, hochfrequentes Piepen über den ganzen Arbeitstag. Aber egal, wie sehr ich mich konzentriert habe, ich konnte absolut nichts hören. Weder am VGA-Kabel mit nicht nativer Auflösung noch beim normalen Einsatz am DisplayPort. Hier bekommt der Monitor also die volle Punktzahl, da ich ihn mit geschlossenen Augen einfach nicht wahrnehme.

Bedienung

Alle Tasten für den Monitor befinden sich wie bereits genannt rechts unter dem Display auf der Frontseite. Der Druckpunkt der Tasten ist gut fühlbar und angenehm. Einzelne Klicks oder auch ein längerer Tastendruck sind intuitiv zu bewerkstelligen. Ist man nicht im OSD-Menü, bewirken die Tasten „Links“ und „Rechts“ eine sofortige Veränderung der Lautstärke. Leider wurden die Tasten „Hoch“ und „Runter“ nicht mit einer Schnellfunktion belegt. Ein schnelles Umstellen der Helligkeit hätte mir hier sehr gefallen.

Neben diesen vier Tasten gibt es rechts eine Taste für Standby und links eine für das OSD-Menü. Zentral befindet sich die Taste für den Signaleingang. Leider sieht man erst, wenn das Bild erscheint, bei welchem Videoeingang man sich befindet. Hat man drei oder vier Geräte angeschlossen, dauert die Wahl des passenden Eingangs relativ lang. Zwar weiß man nach einer Weile, wie viele Klicks nötig sind, da aber beim Wechsel für circa eine Sekunde kein Tastendruck erkannt wird, muss man sich dennoch langsam durcharbeiten. Hat man kein Signal, wird nicht angezeigt, auf welchem Eingang man sich befindet.

Tasten vorn rechts
Die Tasten haben einen guten Druckpunkt und sind dezent, aber gut lesbar beschriftet

Rechts von den Tasten befindet sich die weiß leuchtende LED. Sie ist von der Leuchtstärke her in normaler Büro-Atmosphäre angenehm sichtbar, hat aber in dunklen Räumen einen leichten Hang zum Blenden. Bei dunklem Display-Inhalt stört sie mich doch schon ein wenig. Daher hat es mich gefreut, dass die LED abschaltbar ist. Nun leuchtet sie nur noch beim Einschalten für wenige Sekunden.

OSD

Das OSD ist zweckmäßig aufgeteilt in wenige Schnelleinstellungen, wozu Helligkeit, Kontrast, Seitenverhältnis und „Smart Energy Saving“ sowie Bild-, Audio- und allgemeine Einstellungen gehören. Im Menü findet man sich schnell zurecht, und es ist einfach zu nutzen.

Das OSD ist einfach und intuitiv. Die 6-Achsen-Farbeinstellungen bieten genügend Platz für Feinjustierungen

Positiv sind an diesem Monitor vor allem die Farbeinstellungen zu bewerten, die man sehr detailliert über sechs Achsen einstellen kann. Neben Rot, Grün und Blau können also auch Cyan, Magenta und Gelb angepasst werden, bis einem die Farben perfekt gefallen.

Nützlich ist auch das auf der beigelegten CD befindliche Programm „OnScreen Control“. Hiermit lassen sich einige Einstellungen auch direkt unter Windows oder Mac OS X ändern, ohne dass man das OSD-Menü am Monitor aufrufen muss. Dazu gehören unter anderem die oben genannten Schnelleinstellungen, aber auch der Bildmodus. Damit kann man eines von sechs verschiedenen Voreinstellungen für das Bild wählen. Interessant waren für mich vor allem die zwei verschiedenen Lesemodi. Während man im OSD mindestens fünf Klicks braucht, reichen in diesem Programm zwei Mausklicks. Da sich das OSD im Porträtmodus nicht dreht, bietet sich gerade hier dieses Tool besonders an. Leider sind die Übersetzungen nicht wie im OSD, und die Sprache lässt sich auch nicht auf Englisch umstellen.

„OnScreen Control“ erspart die Nutzung des OSDs und bietet sinnvolle Features

Als ein Zusatz-Feature bietet das Tool die Möglichkeit an, je nach aktuellem Programm einen beliebigen Bildmodus zu wählen. Da sich bei häufigem Fensterwechsel die Farbdarstellung ändert, habe ich diese Funktion aber nach einem kurzen Test wieder deaktiviert. Ein für mich sinnvolleres Feature ist „Screen Split“. Hiermit kann man aus mehreren Layouts wählen, wie Programme zueinander angeordnet werden.

Bildqualität und Blickwinkel

Der wichtigste Teil eines Displays ist sicher die Bildqualität. Subjektiv gefällt mir die Bild- und Farbqualität bei den Werkseinstellungen sehr gut und weiß zu überzeugen.

Die Helligkeitsverteilung ist sehr gut, technisch bedingt ist aber der Rand heller als die Bildmitte. Das fällt mir jedoch nur auf, wenn ich bei sehr dunklen Flächen darauf achte. Der Schwarzwert ist eher zufriedenstellend, hier schlägt sich mein Hauptmonitor besser.

Weisen Farbverläufe Grünanteile auf, werden sie mit Streifen angezeigt. Blau- und Rotverläufe weisen dagegen einen gleichmäßigeren Verlauf auf. Im direkten Vergleich zu meinem 40-Zoll-Monitor ist die Qualität aber bedeutend besser.

Farbverlauf grün
Besonders bei einem grünen Farbverlauf fallen Abstufungen auf

Die Herstellerangabe beim Blickwinkel von 178° in alle Richtungen wirkt nicht übertrieben. Die Farben ändern sich selbst aus dem extremsten Winkel kaum. Die Helligkeit nimmt dagegen merklich bei zunehmendem Winkel ab.

Blickwinkel
Die Farben bleiben erhalten, lediglich der Kontrast schwächt etwas ab

Interpolation

Nicht nur bei der nativen Auflösung schlägt sich das Display gut. Auflösungen von 4K bis 800 x 600 werden problemlos angenommen, kleinere Einstellungen waren nicht möglich. Erwartungsgemäß werden Grafiken und Schriften sehr unscharf dargestellt, da die Bildpixel immer anteilig auf Display-Pixel berechnet werden.

Im OSD gibt es für die Schärfe zwei Optimierungsmöglichkeiten. Eines heißt „Super Resolution“ und zeichnet das Bild – auch im Betrieb mit nativer Auflösung – übermäßig scharf. Daraus ergibt sich in allen drei verfügbaren Stufen, dass dünne graue Linien schwarz mit weißer Aura dargestellt werden, was mir deswegen gar nicht gefiel. Die zweite Möglichkeit ist die normale Schärfeeinstellung, die man etwas hochdrehen kann. Hier wird ebenfalls lokal der Kontrast erhöht und ist ansehnlich, bringt aber bei den hochgerechneten Bildern nicht allzu viel.

Super-Resolution-Schärfeoptimierung im Vergleich: Aktiviert verschwinden Feinheiten, ausgegraute Elemente sind nicht erkennbar

Das Bild wurde bei mir immer im richtigen Seitenverhältnis dargestellt. Die Möglichkeit, das Bild auf den kompletten Bildschirm zu strecken, scheint es im OSD zwar zu geben, allerdings war dieser Menüpunkt bei allen möglichen Einstellungsvarianten deaktiviert.

Eine Option, die ich mir wünschen würde, wäre, dass man das Bild verkleinert 1:1 auf den Pixeln darstellen lassen kann. Somit hätte man auch bei kleineren Auflösungen die gewohnte Schärfe des Displays zur Verfügung.

Bei der Verbindung mit VGA kam ich zu einem ähnlichen Ergebnis. Das Bild wird zwar technisch bedingt etwas unschärfer dargestellt, die unterschiedlichen Auflösungen wurden aber genauso gut im korrekten Seitenverhältnis angezeigt.