Lesertest LG 27QN880-B: Integration ins ergonomische Home-Office
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Bei der Anschlussvielfalt bleiben kaum Wünsche offen. USB-C mit Power-Delivery überzeugt im Test vollends (Werbung)

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On-Screen-Display

Aufgeräumt, mit Potenzial

Die Bedienung des OSDs erfolgt intuitiv, und ich finde mich gut zurecht: Das Menü ist aufgeräumt und Rubriken hilfreich bezeichnet. Besonders gefällt mir die Option, die LED im Mehr-Wege-Joystick auszuschalten (hier als Power-LED bezeichnet). Wenn ich abends eine Runde am PC spiele, stört im abgedunkelten Zimmer keine leuchtende LED die Atmosphäre. Andere Hersteller dürfen gerne LGs Beispiel folgen.

Im OSD lassen sich der Buzzer und die Power-LED ausschalten
Im OSD lassen sich der Buzzer und die Power-LED ausschalten

Sobald der Monitor an den Strom angeschlossen wird, gibt er über die eingebauten Lautsprecher einen Signalton ab. Über eine schaltbare Steckdosenleiste trenne ich meinen gesamten Schreibtisch am Ende des Tages vom Stromnetz. Folglich gibt der LG 27QN880 jeden Morgen seine Existenz über einen Signalton zur Kenntnis. Nett, aber unnötig. Das dachte sich wohl auch LG und hat die Option „Buzzer“ im OSD eingebaut. Darüber lässt sich der Signalton abschalten. Danke, auch wenn mir unklar ist, warum der Monitor überhaupt einen Ton von sich geben muss.

Sobald ich meinen Laptop mit dem USB-C-Kabel verbinde, wird die neue Signalquelle erkannt, und der LG 27QN880-B bietet mir den Wechsel dazu an. Sehr praktisch, aber nicht immer zuverlässig. Ein paar Mal ist es vorgekommen, dass der LG-Monitor mir eine neue Signalquelle (HDMI oder USB-C) angeboten hat, obwohl das entsprechende Gerät nicht eingeschaltet war. Komisch, aber nicht sonderlich störend.

Bildqualität

Subjektiv keine Mängel

Die Bildqualität kann ich im Rahmen dieses Tests lediglich subjektiv bewerten. Ich finde die Bildqualität wirklich gut. Die Farben wirken satt, kontrastreich und natürlich, das Schwarz ist tief und überzeugt mich. Im Ganzen finde ich das Bild gelungen und stimmig.

Auflösung und HDR

Büro interpoliert, natives Gaming, HDR-Hype und Realität

Es tut mir fast leid für den LG 27QN880-B, dass er die meiste Zeit seine volle Stärke nicht ausspielen kann. Mein Firmen-Laptop besitzt lediglich eine integrierte Grafikeinheit. Diese kann die WQHD-Auflösung von 2560 x 1440 im 16:9-Format zwar anspielen, aber im Büroeinsatz mit Videokonferenz-Software und weiteren parallel laufenden Anwendungen nicht performant aufrechterhalten. Folglich muss der LG 27QN880-B auf Full HD interpolieren. Und das macht er wirklich gut. Zwischen 8 und 10 Stunden verbringe ich an einem Arbeitstag in diesem Setup. Ich kann mich nicht beschweren. Die Bildwiederholfrequenz habe ich dabei auf 75 Hz eingestellt und nehme ein erkennbar besseres Ergebnis als mit 60 Hz wahr.

Für meine freiberufliche Tätigkeit als Online-Coach wechsle ich auf meinen potenten Desktop-PC. Dieser hat kein Problem, die native Auflösung bei 75 Hz auch mit vielen parallelen Anwendungen gleichzeitig darzustellen. Über das OSD lassen sich für jeden Eingang verschiedene Bildmodi festlegen. Diese werden auch gespeichert. Volles Lob hier von meiner Seite. Den Laptop betreibe ich über den USB-C-Anschluss im Standardmodus („Custom“ genannt). Der Desktop-PC ist über HDMI angeschlossen, der Monitor wurde in den FPS-Modus („First Person Shooter“) versetzt. Ergänzt wird dieser mit eingestellter Overdrive-Funktion (hier „Response Time“ genannt) in höchster Stufe „Faster“. FreeSync ist ebenfalls aktiviert. Mehr ist unter „Reaktionsverhalten“ zu finden. Testweise habe ich die Interpolierung auf dem Desktop-PC über den HDMI-Anschluss in Full HD getestet. Diese sieht schlechter aus als über den USB-C-Anschluss. Die Bildwiederholfrequenz war in beiden Fällen auf 75 Hz eingestellt. Als Ursache könnte hier das 5 m lange HDMI-Kabel herangezogen werden.

Overdrive-Funktion im OSD
Overdrive-Funktion im OSD

High Dynamic Range Imaging“ (HDR) beherrscht der LG 27QN880-B im HDR10-Standard. Für mich stellt dieser Test die Einführung in HDR dar. Die Technik war mir nicht neu, aber ich habe sie selbst nie getestet. Daher war ich umso neugieriger, erste Praxiserfahrungen zu sammeln. Besonders die Anwendung im Gaming-Bereich hat mich interessiert, da dunkle und hellere Bereiche in HDR gegenüber SDR („Standard Dynamic Range Imaging“) einen höheren Detailgrad aufweisen – für First-Person-Shooter nicht uninteressant.

Der LG 27QN880-B wird von Windows 10 sofort als HDR-fähiges Gerät erkannt. Nach Aktivierung fällt auf, dass das Bild deutlich heller ist. Die Farben wirken noch kontrastreicher und satter. In den HDR-Optionen von Windows findet sich ein Beispielvideo. Leider wird es fehlerhaft angezeigt. Der Effekt tritt nur am Desktop-PC und nicht am ThinkPad-Laptop auf. Vermutlich liegt dies an den Grafikkartentreibern.

Die HDR-Funktion in Windows 10 zeigt Fehler an
Die HDR-Funktion in Windows 10 zeigt Fehler an

Um mich von HDR zu überzeugen, nutze ich ein Testvideo mit HDR-Material auf YouTube. Mittels Rechtsklick ins YouTube-Video lässt sich über die Funktion „Statistik für Interessierte“ verifizieren, ob das Video HDR-Inhalte darstellt. Unter „Color“ steht der Eintrag „bt2020“ für HDR- und „bt709“ für SDR-Inhalte. Die Unterschiede zwischen SDR und HDR sind deutlich erkennbar.

Zunächst bin ich von HDR überzeugt. Ein Blick in das OSD verrät, dass die Helligkeitseinstellung mit aktiviertem HDR auf 100 % steht. Auf Dauer ist mir dies zu unangenehm für meine Augen. Dennoch möchte ich HDR im Gaming-Bereich erleben. Zu diesem Zweck teste ich es mit dem kostenlosen First-Person-Shooter Call of Duty: Warzone. Leider ist die HDR-Implementierung in dem Spiel sehr schlecht. Das gesamte Bild wirkt mit aktiviertem HDR extrem dunkel. Es ist nicht spielbar. Über eine kurze Internetrecherche erfahre ich, dass ich nicht die einzige Person mit dem Problem bin.

HDR ist eine interessante Technologie. Ich hoffe, in Zukunft im Spielbereich auf ein positives Beispiel zu stoßen. Die sehr hohe Helligkeitseinstellung am LG 27QN880-B im HDR-Betrieb empfinde ich eher als störend.