Lesertest LG 38WK95C-W – viel Platz für Anwendungen
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Lesertest zum LG 38WK95C-W mit Hauptaugenmerk auf das riesige Platzangebot und die vielen gleichzeitig nutzbaren Anwendungen

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Bildqualität

Alle bis hierher betrachteten Punkte sind schön, gut, wichtig und toll. Aber es hilft ja alles nichts, denn stimmt die Bildqualität nicht, ist alles andere leider egal. Somit ist die erste wichtige Aufgabe nach dem ersten Kennenlernen, sich tunlichst mit den Presets zu beschäftigen und je nach Auge und Anspruch anhand dieser groben Vorgabe sein eigenes perfektes Setting zu finden. Ist das gefunden, stellt man fest, dass der LG 38WK95C-W einfach schön und fesselnd ist. Die Pixeldichte, die mit den kleineren Modellen vergleichbar ist, sorgt für fantastische Schärfe und Details. Um diese rein subjektiven Eindrücke zu untermauern, habe ich den Monitor mit meinem Spyder (Kolorimeter) überprüft und bekam beeindruckend professionelle Ergebnisse für dieses Segment geliefert.

Der Monitor kann 100 % des sRGB-Gamuts wiedergeben, bei einigen Farbtönen sogar noch mehr. Die Genauigkeit ist ebenfalls fantastisch: Mit einem Delta-E-Durchschnitt von 1,54, der eine naturgetreue Farbdarstellung ermöglicht, hatte ich nicht unbedingt gerechnet. Bleibt halt festzustellen, dass diese „Laborwerte“ den persönlichen Eindruck bestätigen konnten. Auch bei der Blickwinkelstabilität leistet sich der Monitor keine Schwächen.

Es sind keine Probleme beim Blickwinkel zu entdecken
Es sind keine Probleme beim Blickwinkel zu entdecken

Seine Helligkeitsgleichmäßigkeit ist das IPS-Panel-typische Lotteriekonzept und kann von Gerät zu Gerät variieren. Auch bei meinem Testgerät sind die Abweichungen bei der Betrachtung eines einfachen schwarzen Bildes spürbar. Das sollte aber die meisten Benutzer im normalen Alltag nicht stören, da man ja nun auch nicht die ganze Zeit auf ein schwarzes Bild sieht. Dabei ist das Positive, dass der Helligkeitsfehler die Farbgleichmäßigkeit des Bildschirms wenig beeinflusst.

Es gibt leichtere Aufgaben beim Fotografieren der Ausleuchtung, aber das Bild gibt die Realität schon gut wieder
Es gibt leichtere Aufgaben beim Fotografieren der Ausleuchtung, aber das Bild gibt die Realität schon gut wieder

HDR

Zugegeben ist HDR auf einem Monitor für mich noch ein neues und sehr gewöhnungsbedürftiges Thema. Bei geeignetem Filmmaterial oder beim Spielen von z. B. Battlefield 1 kommen die extrem hohe Spanne an Helligkeitsstufen und das deutlich kontrastreichere Bild mit „echteren Farben“ gut an. Beim normalen Arbeiten, bei dem es dann simuliertes HDR via Preset ist, wirkt das Ergebnis, zumindest für mich, übersteuert und ganz und gar nicht realistischer. Ohne Frage mag das aber vielleicht auch an meiner bisherigen Sehgewohnheit liegen und kann sich über einen längeren Zeitraum noch geben. So ist es aber zumindest bei Filmen für mich ein sehr willkommenes Feature.

Das HDR10-Videobild ist einfach geil!
Das HDR10-Videobild ist einfach geil!

Anwendungen

Nach der ersten Euphorie, den ersten Eindrücken, den technischen Details, Messwerten und Funktionstests wird es Zeit für etwas Handfestes. Und was ist dafür besser geeignet als der alltägliche Wahnsinn. Bei diesen Tätigkeiten sind wir ja schließlich die wahren Experten und können auch fundiert die Stärken und falls vorhanden auch die Schwächen herausarbeiten.

Alltägliche Nutzung

Zunächst die alltägliche Nutzung, wofür der Monitor via Mini-DisplayPort-auf-DisplayPort-Kabel an 5K-iMac und Thunderbolt-Display angeschlossen wurde, also jede Menge Fläche. Apple Mail, ein Chrome-Tab für Gmail, ein weiterer Tab für das Webshop-Backend und ChatMate for WhatsApp – alles nebeneinander im Blick und nutzbar.

„Alles auf einen Blick“ war selten passender
„Alles auf einen Blick“ war selten passender

Screen Split

Dabei ist auch gleich ein sehr interessantes Feature gefunden und genutzt worden: der Screen Split. Wer mehrere verschiedene Fenster ständig im Blick haben muss, kennt zur Genüge das Fensterpositionieren. Mal mit kleinen Helfern via Software, oft mit ständigem Fenstergeschubse. LG hat da ein sehr cooles und nützliches Feature geschaffen, mit dem man den Monitor in ein auswählbares, festes Raster einteilt. Jedes Feld in diesem Raster kann dann fast wie ein eigenes Display benutzt werden. Einfach das Programm draufziehen und maximieren, fertig. Als Usability-Hilfe wird dabei ein Feld, wenn es betreten/aktiv wird, sogar noch rot umrandet.

Alles, was an Rastern Sinn ergibt, ist vertreten
Alles, was an Rastern Sinn ergibt, ist vertreten

Monitoring-/Administrations-Tools

Falls ich es noch nicht erwähnt habe: Der Platz, den der Monitor bietet, ist echt ein Traum! So ein typisches Admin-Ritual am Morgen, erst mal kurz zu checken, ob alles in Ordnung ist, Probleme zu finden, bevor sie einen überraschen – dafür nutzt man verschiedene Monitoring-/Administrations-Tools. Hier ist es dann sehr wichtig, sehr viele, teils ähnliche Daten gut ablesen und vor allem viele verschiedene Fenster überblicken zu können. Wie erwartet, ist der LG 38WK95C-W ein Traum für diese Aufgabe. Gestochen scharf mit sehr gutem Kontrast und der erwähnten Fläche, ist dieses Ritual jetzt schnell und fast spielerisch abgefrühstückt.

Ein Traum für administrative Aufgaben
Ein Traum für administrative Aufgaben

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