Test ASUS ZenBeam S2 – Extrem mobiler LED-Projektor
4/6

0
4091

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Für diese Untersuchung messen wir die mittlere Helligkeit bei einem weißen und einem schwarzen Testbild. Das statische Kontrastverhältnis (full on/off) ergibt sich als Quotient der beiden Werte. Zusätzlich berechnen wir die Effizienz der Lichtausbeute in Lumen/Watt.

Die Helligkeit gibt ASUS mit 500 ANSI-Lumen an (Maximum). Der Kontrast soll bei 400:1 liegen. Eine spezielle Einstellung zur Steuerung der Lampen- bzw. Lichtleistung hat der Beamer – zumindest im Netzbetrieb – nicht. Der Unterschied zwischen verschiedenen Bildmodi fällt subjektiv eher gering aus. Wir haben daher für unsere Messungen den Werksmodus „Standard“ verwendet, der für Allround-Zwecke generell eine sehr gute Wahl ist.

Den höchsten Lichtstrom messen wir mit 178 ANSI-Lumen erwartungsgemäß in der Bildmitte und mit 169 ANSI-Lumen wie üblich gemittelt über die gesamte Bildfläche. Die Herstellerangabe können wir somit auch in der Bildmitte nicht nachvollziehen. Das ist scheinbar ein recht geringer Wert. Die wahrgenommene Helligkeit ist aber aufgrund der Farbdarstellung erheblich besser. In der subjektiven Wahrnehmung, die letztlich entscheidend ist, schneiden deshalb LED-Beamer trotz geringerer Messwerte genauso gut oder teils sogar besser ab, als UHP-Projektoren. Mit direkten Vergleichen über reine Zahlenwerte sollte man daher vorsichtig sein.

Beim statischen Kontrastverhältnis liegt der Proband im Rahmen der Herstellerangabe (400:1). Den gemittelten Schwarzwert messen wir mit 0,44 ANSI-Lumen. Daraus ergibt sich ein Kontrastverhältnis von 386:1.

Bei der Energieeffizienz kann der ASUS ZenBeam S2 zwar den neuen Rekord des ASUS F1 nicht ganz erreichen, doch ist sie mit 6,2 Lumen/Watt dennoch sehr hoch und schlägt jeden Projektor mit herkömmlicher UHP-Lampe um Längen.

Durch Abziehen des Netzkabels kann man beim Testmodell jederzeit in den Akkubetrieb wechseln. Eine einfache LED informiert über den Ladezustand. Grün heißt Netzbetrieb oder Akkustand > 25 %, Rot bedeutet Akkustand < 25 %.
Beim Wechsel in den Akkubetrieb ändern sich gleichzeitig die Auswahlmöglichkeiten der Splendid-Option. Anstelle der Bildmodi kann man jetzt die Lichtleistung in drei Stufen regeln. Standardmäßig stellt sie sich bei jedem Wechsel auf „Middle“ ein. Die Herstellerangabe von 3,5 Stunden für die Akkulaufzeit bezieht sich aber auf den Eco-Modus.

Folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse unserer Messungen in der Übersicht:

Helligkeit in Lumen Schwarzwert in Lumen Statisches Kontrastverhältnis Lichtausbeute in Lumen/Watt
Standardmodus ab Werk im Netzbetrieb 168,97 0,4380 386:1 6,2
Akkubetrieb: High 111,78 0,3360 333:1
Akkubetrieb: Middle 58,22 0,2140 272:1
Akkubetrieb: Eco 27,33 0,1568 174:1

Messwerte zu Helligkeit, Schwarzwerten und Kontrastverhältnis

Und was heißt das in der Praxis? Im Vergleich zum ASUS F1, den wir parallel im Test hatten, fällt die geringere Lichtleistung des ASUS ZenBeam S2 natürlich sofort auf. Dennoch reicht sie bei einer Leinwandprojektion noch aus, um Serien und Spielfilme mit Genuss auf einer 90-Zoll-Diagonalen anzuschauen. Das Bild wirkt aber auch bei den Farben bei Weitem nicht mehr so brillant wie beim F1. Vor allem in dunklen Szenen ist der Kontrast etwas flau, und die Detailzeichnung lässt Wünsche offen.

Das gilt aber wohlgemerkt für eine Leinwandprojektion und den Netzbetrieb. Für noch größere Bilddiagonalen bis gar 120 Zoll oder eine einfache Projektion an eine weiße Wand reicht die Lichtleistung auch im Netzbetrieb einfach nicht aus.

Im Akkubetrieb geht die Lichtleistung noch mal gehörig in die Knie. Die folgende Tabelle zeigt das in der Übersicht:

Lichtleistung in Relation zum Standardmodus (Netzbetrieb) Geschätzte Akkulaufzeit
Akkubetrieb: High 63 % ca. 51 Minuten
Akkubetrieb: Middle 34 % ca. 1,5 Stunden
Akkubetrieb: Eco 15 % 3,5 Stunden (Herstellerangabe)

Der Eco-Modus ist nach unserer Einschätzung kaum nutzbar. Eine Akkulaufzeit von 3,5 Stunden wird man daher in der Realität wohl nie erleben. Auch der Standardmodus „Middle“ ist noch sehr schwachbrüstig, wenn man das Bild unterwegs einfach an eine weiße Wand projiziert.

Freude kommt bei der Bildqualität hier erst auf, wenn man auf die volle Leistung hochregelt. Die fällt zwar geringer als im Netzbetrieb aus, doch kann man sich bei der kleinstmöglichen Bildgröße (60 Zoll) damit dann schon die Zeit vertreiben. Wer beim Zelten tatsächlich eine schwere Rollleinwand mitschleppt, kann das Bild gern etwas größer machen.

Rollleinwand beim Zelten? (Screenshot: ASUS-Website)
Rollleinwand beim Zelten? (Screenshot: ASUS-Website)

Helligkeitsverteilung und Homogenität

Wir untersuchen die Helligkeitsverteilung und die farbliche Homogenität mit einem weißen Testbild, das an neun Punkten vermessen wird. Daraus berechnen wir zunächst die Helligkeitsabweichungen von der Bildmitte. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 Prozent.

Gleichmäßige Helligkeitsverteilung
Gleichmäßige Helligkeitsverteilung

Die ungewichtete mittlere Helligkeit liegt bei ausgezeichneten 95 %. Nennenswerte Abweichungen sind nur in den Ecken oben zu messen. Auch für das bloße Auge ist das Weißbild sehr gleichmäßig. Weder bei der Helligkeit noch bei der Farbhomogenität sind ernsthafte Abweichungen zu erkennen.

Weißbild: Keine nennenswerten Abweichungen bei Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität
Weißbild: Keine nennenswerten Abweichungen bei Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität

Unten links ist das schwarze Testbild zu sehen, wie man es auch mit freiem Auge sieht. Das Foto unten rechts zeigt das Schwarzbild mit verlängerter Belichtung, um die Problembereiche stärker sichtbar zu machen.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Im Vergleich zum ASUS F1 sieht das Schwarzbild für sich genommen sicher besser aus. Um die rötliche Einfärbung zu erkennen, muss man schon sehr genau hinschauen. Der bessere Schwarzwert wird aber durch eine geringere Lichtleistung erkauft. Der Kontrast ist mess- und spürbar schlechter.

Auch beim ASUS ZenBeam S2 wird das Licht nicht nur auf die Leinwand geworfen. Streulicht sorgt vor allem links oben auch außerhalb der Leinwand für eine Aufhellung des Raums. Allerdings ist die Aufhellung eher gleichmäßig verteilt und daher nicht so auffällig wie beim ASUS F1.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen