Test ASUS ZenBeam S2 – Extrem mobiler LED-Projektor
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Graustufen und Farbverläufe

Bei der Graustufendarstellung zeigt der ASUS ZenBeam S2 vor allem in den dunkleren Bereichen Schwächen. Die hellsten Stufen sind einigermaßen vollständig zu unterscheiden, zeigen aber bei genauem Hinsehen leichte Farbtemperatur-Schwankungen, die auf eine erhöhte Range schließen lassen.

Graustufen-Testbild 1
Graustufen-Testbild 1
Graustufen-Testbild 2
Graustufen-Testbild 2
Graustufen-Testbild 3
Graustufen-Testbild 3

Die dunkelsten Stufen können bestenfalls bis einschließlich Stufe 11 unterschieden werden. Alle noch dunkleren Bereiche verschwimmen in einem einheitlichen Dunkelgrau. Feine Grauverläufe gelingen dem ASUS ZenBeam S2 dagegen recht gut. Auch Farbschimmer sind nicht auszumachen.

Farbwiedergabe

Dank seiner LED-Technik kann auch der ASUS ZenBeam S2 kräftige Farben wiedergeben, die deutlich über den Standardfarbraum bzw. die HDTV-Norm hinausgehen. Aufgrund der geringeren Lichtleistung fällt das beim Testmodell im Vergleich zum F1 allerdings nicht besonders auf. Dafür zeigt der Proband die natürlicheren Hauttöne. Ansonsten ähneln sich die Farbraumgrafiken sehr und zeigen einen deutlich erweiterten Farbraum.

Im Burosch-Testbild oben werden in den Farbverläufen allerdings auch Probleme sichtbar. Die farbigen Streifen zeigen die drei Grundfarben in gleichmäßigen Helligkeitsabstufungen von Schwarz nach Weiß. In der Mitte ist die Farbsättigung am höchsten.

Kräftige Farben, natürliche Hauttöne
Kräftige Farben, natürliche Hauttöne

Vor allem bei Grün geht in der Bildmitte die Differenzierung längere Zeit völlig verloren. Bei Rot und Blau ist das Problem auch vorhanden, aber nicht ganz so großflächig. Grundsätzlich ist das auch bei anderen Farben und sehr feinen Farbverläufen zu beobachten. Das heißt, dass hier Bildinformation in stärker gesättigten Bereichen verloren geht und diese Bereiche dann unter Umständen wie eine gleichmäßige Fläche aussehen.

Durch eine Kalibrierung des Gerätes ließe sich das normalerweise verbessern, doch geht dieser Aufwand an der Zielgruppe des ASUS ZenBeam S2 definitiv vorbei. Dazu notwendige Einstellmöglichkeiten wie der RGB-Regler sind im OSD ohnehin gar nicht erst vorhanden.

Die Farbtemperatur messen wir im Werksmodus mit 9724 K. Das Gerät ist also sehr kühl abgestimmt, ohne dass uns das im Praxistest irgendwie gestört hätte. Einen Regler zur Anpassung der Farbtemperatur gibt es im OSD nicht.

Diagramm: Farbraummodus "Cinema-normal"
Farbraummodus „Cinema-normal“

Beim Helligkeitsverlauf sieht man nahezu deckungsgleiche Kurven für die Primärfarben. Der Helligkeitsanstieg ist auch gut an die Norm angepasst. Das trifft auf den Gammaverlauf nur teilweise zu, zumindest im Durchschnitt passt es aber. Wir ermitteln das durchschnittliche Gamma mit 2,23.

Diagramm Standardmodus: Helligkeitsanstieg
Standardmodus: Helligkeitsanstieg
Diagramm Standardmodus: Gammaverlauf
Standardmodus: Gammaverlauf

Bei der Farbtemperatur sehen wir einige Auffälligkeiten. In dunkleren Bildbereichen ist sie erheblich wärmer als im Durchschnitt. Erst ab 20 % erreicht sie ein einigermaßen gleichmäßiges Niveau. Das mag auch den Rotstich im Schwarzbildtest erklären. Subjektiv sind diese Farbtemperatur-Schwankungen auch im bewegten Bild durchaus wahrnehmbar. Allerdings nur dann, wenn man besonders darauf achtet, anstatt sich auf die Handlung zu konzentrieren.

Diagramm Standardmodus: Farbtemperaturverlauf
Standardmodus: Farbtemperaturverlauf
Diagramm Standardmodus: RGB-Niveau-Verlauf
Standardmodus: RGB-Niveau-Verlauf

Der Verlauf des RGB-Niveaus zeigt zumindest ab 20 % einigermaßen parallel verlaufende Kurven. Da wir hier mit der HDTV-Norm vergleichen und die Farbtemperatur des ZenBeam deutlich kühler ist, fallen die Kurven nicht zusammen.

Im Akkumodus („Middle“) wird die Farbtemperatur mit 8764 K etwas wärmer und der Farbraum etwas kleiner. Ansonsten gibt es kaum nennenswerte Unterschiede – abgesehen natürlich vom bereits beschriebenen Helligkeits- und Kontrastverlust.

Subjektive Beurteilung

Die beiden Aufnahmen unten zeigen links das Originaltestbild, das wir projiziert haben, und rechts ein Foto der Leinwand davon. Solche Vergleiche sind natürlich gerade bei Geräten mit erweitertem Farbraum mit Vorsicht zu genießen. Bei der Ausgabe müssen wir die Bilder für die Web-Anzeige zwangsläufig in sRGB konvertieren. Außerdem entstehen bei der Aufnahme einer Projektion Unterschiede im Dynamikumfang, die sich ebenfalls auf die Farben auswirken.

Originalfoto
Originalfoto
Foto von der Leinwand
Foto von der Leinwand

Wir selbst haben die Bilder an einem kalibrierten Monitor und natürlich vor allem im direkten Abgleich mit dem Projektor begutachtet. Entscheidend ist also die Schilderung des subjektiven Eindrucks.

Naturgegeben stellt der ASUS ZenBeam S2 stark gesättigte Bereiche noch etwas kräftiger dar, als es eigentlich im Quellmaterial vorhanden wäre. Im Zusammenhang mit seinen Helligkeits- und Kontrastwerten fällt das beim Testmodell aber gar nicht besonders auf. Die Farbdarstellung würden wir durchweg als erstklassig bezeichnen. Das gilt vor allem für die glaubwürdige Gründarstellung bei Pflanzen und die natürlichen Hauttöne. Die Farben haben auf uns in keinem Anwendungsszenario überzogen gewirkt.

Großes Kino nur mit Leinwand
Großes Kino nur mit Leinwand

Wir haben die Darstellungsqualitäten des ZenBeam mit unterschiedlichen Signalquellen (PC mit Software-Player; Blu-ray-Player von LG) und verschiedenen Auflösungen getestet.

Die 720p-Auflösung ist dabei heute sicher nicht mehr zeitgemäß. Vielmehr würden wir Full HD als Mindestanforderung, 4K als äußerst wünschenswert und 8K als keinesfalls überzogen betrachten.
Spaß haben kann man bei einer 90-Zoll-Leinwand aber auch mit dem ZenBeam S2 und seinen 720p. Das Bild wirkt dadurch generell etwas softer. Während bei Actionszenen vielleicht mancher Wow-Effekt untergeht, sind romantische Szenen ohnehin oft etwas weichgezeichnet.

Die Lichtleistung ist dabei aus unserer Sicht bei einer 90-Zoll-Leinwand gerade noch für den Film- oder Seriengenuss ausreichend. Die Grenze, wann gut gut genug ist, mag natürlich bei jedem subjektiv woanders liegen.

Da außerdem die Zielgruppe des ASUS ZenBeam S2 vermutlich in den meisten Fällen einfach eine weiße Wand als Projektionsfläche nutzt, ist die minimale Projektionsdistanz mit 1,5 m vielleicht etwas unglücklich. Kleiner als 60 Zoll bekommt man die Bilddiagonale damit nämlich nicht. Bei einer Wandprojektion würden wir auch im Netzbetrieb kaum größer gehen – und im Akkubetrieb auf gar keinen Fall.

Wenig Power beim Im-Bild-Kontrast
Wenig Power beim Im-Bild-Kontrast
Sehr gute Darstellung von Hauttönen
Sehr gute Darstellung von Hauttönen

Wo uns der ASUS F1 in hellen Szenen mit seiner Farbbrillanz und seiner detaillierten Darstellung begeistern konnte, ist es beim ASUS ZenBeam S2 eher die Bildgröße, die beeindruckt. Wir würden Letzteren daher eher als extrem portablen 60-Zoll-Fernseher sehen, denn als Heimkino-Projektor.

Natürliche Grüntöne werden sehr glaubwürdig dargestellt
Natürliche Grüntöne werden sehr glaubwürdig dargestellt
Schwarzwert und Detailzeichnung in dunklen Szenen könnten besser sein
Schwarzwert und Detailzeichnung in dunklen Szenen könnten besser sein

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