Test ASUS PA34VC – Grafik-Monitor auch zum Spielen geeignet

Der ASUS PA34VC aus der ProArt-Serie mit einem gewölbten IPS-Panel im 21:9-Format, HDR10-Zertifizierung und 100-Hz-Technik zeigt auch beim Gaming eine überzeugende Leistung

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Einleitung

Zur Computex 2018 hat ASUS mehrere neue Monitore vorgestellt, die jetzt sukzessive in den Handel kommen. Darunter ist der PA34VC aus der ProArt-Serie mit einem gewölbten IPS-Panel im 21:9-Format, HDR10-Zertifizierung und 100-Hz-Technik. Die Auflösung des extrabreiten 34-Zoll-Bildschirms liegt bei 3440 x 1440 Pixeln – also WQHD mit zusätzlichem Platz an den Seiten. Der Wölbungsradius beträgt 1900 mm.

Das lässt aufhorchen, denn die ProArt-Serie ist laut ASUS für professionelle Anwender wie Fotografen und Videobearbeiter gedacht. Die ProArt-Geräte konnten in der Vergangenheit meist mit einem sehr großen erweiterten Farbraum überzeugen. EBV-taugliche Monitore gibt es bislang aber entweder nur mit Wölbung oder mit erweitertem Farbraum. Beides gleichzeitig wäre ein willkommenes Novum.

ASUS verspricht beim PA34VC zwar wie beim PA32UC eine Vorkalibrierung ab Werk und die Möglichkeit zur Nachjustierung per Hardware-Kalibrierung, der Farbraum beschränkt sich jedoch auch hier nur auf eine vollständige sRGB-Abdeckung. Eine hohe Farbgenauigkeit garantiert der Hersteller ab Werk mit einem Delta E kleiner zwei.

Bei den Schnittstellen fällt vor allem der Thunderbolt-3-Anschluss mit dem Steckertyp USB-C auf, der gleich zweimal vorhanden ist. Unterstützt werden Datenübertragungen mit bis zu 40 Gbps, DisplayPort und USB 3.1 samt Stromversorgung externer Geräte mit bis zu 60 Watt. Auch das Daisy-Chaining mehrerer Displays ist möglich. Dank der Bildschirmmodi Picture in Picture (PiP) und Picture by Picture (PbP) kann das riesige Platzangebot des ASUS PA34VC auch für mehrere Eingangsquellen gleichzeitig genutzt werden.

Mit HDR10 und 100-Hz-Technik hat der ASUS PA34VC aber auch für den Unterhaltungsbereich und Gamer einiges zu bieten. Wir sind gespannt, wie sich der neue ProArt-Vertreter in unserem Testparcours schlägt. Zum Zeitpunkt der Testerstellung waren erste Händlerlistungen des Geräts für 1.135 EUR sichtbar.

Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und den Spezifikationen finden Sie im ASUS PA34VC Datenblatt.

Lieferumfang

Im Lieferumfang sind neben dem obligatorischen Stromkabel bereits Kabel für alle Anschluss-Arten enthalten: DisplayPort, HDMI, Thunderbolt (USB-C), USB 3.1 (Typ A auf Typ C). Die rückseitigen Anschlüsse können mit der beiliegenden Abdeckung versteckt werden. Sämtliches Zubehör ist sehr ordentlich in einer separaten Box untergebracht.

Lieferumfang des Asus PA34VC
Lieferumfang

Das Handbuch und die Software zur Kalibrierung findet man auf der beiliegenden CD. Ein Standard-Farbprofil und ein Treiber sind ebenfalls dabei. Damit wird der ASUS PA34VC auch im Gerätemanager und der Farbverwaltung namentlich richtig erkannt.

Optik und Mechanik

Misst man Wertigkeit in Gewicht, kann der PA34VC bereits vor dem Auspacken ordentlich punkten. Der Karton ist nicht nur riesig, sondern auch schwer. Sofern man die Anleitung von ASUS zur richtigen Entnahme aus dem Karton verstanden hat, ist der Aufbau sehr leicht. Aufgrund der Wölbung sollte man das Display zusammen mit seinem Styropor-Formteil aus dem Karton nehmen. Dann entstehen auch bei der Montage des Standbeins keine einseitigen Spannungen bzw. Druckbelastungen am Display.

Das Standbein selbst liegt komplett montiert im Karton und muss nur noch auf der Display-Rückseite eingeklickt werden. Zum Lösen dient eine zuverlässig funktionierende Taste. Ein VESA-Wandmontage-Set (100 x 100 mm) ist separat erhältlich.

Montage des Standbeins am Display
Montage des Standbeins

Wie von der ASUS-ProArt-Serie gewohnt, macht die gesamte Verarbeitung einen sehr robusten und zugleich hochwertigen Eindruck. Das anthrazitfarbene Kunststoffgehäuse ist auf der Rückseite horizontal geriffelt. Von vorn fällt das rahmenlose Design auf. Zusammen mit der nicht genutzten Display-Fläche ergibt sich im Betrieb oben und an den Seiten ein Rahmen von ca. 1 cm.

Ansicht Asus PA34VC von vorn in der höchsten Stellung
Ansicht vorn in der höchsten Stellung
Ansicht Asus PA34VC von hinten in der höchsten Stellung
Ansicht hinten in der höchsten Stellung
Ansicht Asus PA34VC von vorn in der niedrigsten Stellung
Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung
Ansicht Asus PA34VC von hinten in der niedrigsten Stellung
Ansicht hinten in der niedrigsten Stellung

Sein Gewicht von 11,4 kg hat der ASUS PA34VC nicht nur dem großen Display zu verdanken, sondern vor allem auch seinem massiven Standbein. Es bringt allein bereits 3,6 kg auf die Waage und ist komplett aus Metall.

Massives Standbein aus Aluminium des Asus PA34VC
Massives Standbein aus Aluminium

Lediglich der Lineal-artige vordere Teil des Standfußes mit seinem silbernen Zierstreifen ist mit Kunststoff ummantelt. Die Lineal-artige Rasterung soll sicher Präzision vermitteln, dient aber nur der Zierde. Auf jeden Fall kann man an vielen Stellen die bei den ProArt-Geräten übliche Liebe zum Detail beim Design erkennen.

Detail-Ansicht Standfuß Nr. 1
Detail-Ansicht Standfuß Nr. 1
Detail-Ansicht Standfuß Nr. 2
Detail-Ansicht Standfuß Nr. 2

Bei den Ergonomie-Funktionen hat der ASUS PA34VC alles zu bieten, was man von einem Curved-Display erwarten kann: Höhenverstellung 12 cm, Neigung -5 bis +23° und eine Drehfunktion um je 30° in beide Richtungen.

Ansicht 30°-Drehfunktion des Dsiplays nach links
Ansicht 30°-Drehfunktion nach links
Ansicht 30°-Drehfunktion des Displays nach rechts
Ansicht 30°-Drehfunktion nach rechts

Wem das nicht reicht, der kann aufgrund des griffigen Standfußes auch leicht das ganze Display samt Standbein drehen. Eine Pivot-Funktion hat der ASUS PA34VC nicht zu bieten, das dürfte aber auch niemand erwartet haben.

Ansicht Monitor mit komplette Drehung nach links
Ansicht komplette Drehung nach links
Ansicht Monitor mit komplette Drehung nach rechts
Ansicht komplette Drehung nach rechts

Die Arbeitshöhe in niedrigster Stellung liegt bei ca. 4,5 cm über dem Schreibtisch. Die Höhenverstellung scheint Gasdruck-gefedert zu sein und lässt sich wie die Drehung und Neigung angenehm leicht verstellen. In Verbindung mit der Display-Wölbung ist nach unserer Einschätzung die Arbeitsergonomie sehr gut. Der Wölbungsradius beträgt 1,9 Meter.

Arbeitshöhe in niedrigster Stellung (Display zum Tisch): ca. 4,5 cm
Arbeitshöhe in niedrigster Stellung: ca. 4,5 cm
Ansicht seitlich des Asus PA34VC
Ansicht seitlich
Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel nach hinten
Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel nach hinten

Über die Öffnung im Standbein können die Kabel sehr gut gebündelt nach hinten abgeführt werden. Dank der beiliegenden Abdeckung lassen sich die Anschlüsse perfekt kaschieren, und auch die Rückseite bleibt ein Hingucker.

Kabelführung des Monitors
Kabelführung
Ansicht Kabelmanagement 1
Ansicht Kabelmanagement 1
Ansicht Kabelmanagement 2
Ansicht Kabelmanagement 2

Das Netzteil ist beim ASUS PA34VC direkt im Gehäuse untergebracht und besitzt auch einen dedizierten Ein- und Ausschalter. Beim Betrieb in Werkseinstellungen konnten wir nur eine leichte Erwärmung auf der Rückseite in der Mitte oberhalb der Standbein-Aufhängung feststellen. Beim Dauerbetrieb in maximaler Helligkeitsstufe und bei gleichzeitiger Nutzung der Stromversorgung von externen Geräten via Thunderbolt 3 kann das natürlich noch zunehmen. Die Lüftungsschlitze kann der Proband dennoch sehr dezent rundum seitlich im Rahmen verstecken.

Lüftungsschlitze im Displayrahmen, Design made by ASUS
Lüftungsschlitze, Design made by ASUS

Technik

Betriebsgeräusch

Wir haben beim ASUS PA34VC keine Betriebsgeräusche wahrnehmen können. Sowohl im Standby wie auch in Betrieb arbeitet der Monitor völlig geräuschlos, unabhängig davon, welche Helligkeit eingestellt ist. Allerdings kann gerade die Geräuschentwicklung einer gewissen Serienstreuung unterliegen, weshalb diese Beurteilung nicht für alle Geräte einer Serie gleichermaßen zutreffen muss.

Stromverbrauch

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal 56,72 W 62,6 W
Betrieb typisch k. A.
140 cd/m² k. A. 36 W
Betrieb minimal k. A. 27,67 W
Energiespar­modus (Standby) < 0,5 W < 0,3 W
Ausgeschaltet (Soft Off) < 0,5 W < 0,3 W
Ausgeschaltet (Netzschalter) 0 W 0 W

Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)

ASUS nennt im Datenblatt einen Maximalverbrauch von 56,72 Watt. Nach unseren Messungen liegt der Maximalverbrauch mit 62,6 Watt immerhin 10 % darüber – auch wenn die Stromversorgung externer Geräte noch gar nicht zum Tragen kommt.

Beim ersten Einschalten fragt einen das Gerät zunächst nach der gewünschten Energiesparstufe. Die „Normale Stufe“ ermöglicht den USB-Downstream-/Thunderbolt-Ports, externe Geräte aufzuladen und verfügbare Signale automatisch zu suchen, wenn der Monitor in den Energiesparmodus wechselt. Dann liegt der Standby-/Soft-off-Verbrauch aber bei 3,7 Watt. Wählt man die niedrige Stufe, werden die Herstellerangaben sehr gut eingehalten. Einen Verbrauch können wir kaum noch messen. Das Ausschalten über „Soft-off“ kann man sich dabei sparen. Zum automatischen Standby sehen wir keinen Unterschied. Mittels des Netzschalters kann man den Energieverbrauch aber auch vollständig kappen.

Bei 140 cd/m² am Arbeitsplatz zeigt das Messgerät 36 Watt an, die Effizienz bei dieser Helligkeit berechnet sich zu 1,0 cd/W und ist zufriedenstellend.

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