Bildhomogenität
Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Die Helligkeitsverteilung ist mit einem Durchschnittswert von 6,53 % und einer Maximalabweichung von 13 % gut bis befriedigend und liegt bereits über dem üblichen Allrounder-Niveau. Das ist erst recht beim Blick auf die Farbhomogenität der Fall. Hier erreicht der BenQ MA320UP im Durchschnitt wie auch im Maximum sehr gute Werte (Delta-C-Average: 1,06; Delta-C-Maximum: 1,97). Die Maximalabweichung finden wir mittig am linken Rand.
Blickwinkel
Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte. Das Foto zeigt den Bildschirm des BenQ MA320UP bei horizontalen Blickwinkeln von ±60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad.

Die Blickwinkelstabilität des BenQ MA320UP überzeugt im Test insgesamt auf hohem Niveau. Horizontal zeigt sich das Bild außergewöhnlich stabil: Helligkeit und Kontrast bleiben selbst bei seitlicher Betrachtung weitgehend erhalten, auch die Farbtemperatur verändert sich kaum. Erst bei extremeren Blickwinkeln geht in sehr dunklen Bildbereichen etwas Zeichnung verloren.
Vertikal fällt das Ergebnis ebenfalls sehr gut aus, allerdings nicht ganz so überzeugend wie in der Horizontalen. Helligkeit und Kontrast bleiben auch hier weitgehend stabil, die Farbtemperatur verändert sich jedoch deutlich. Das Bild wirkt dann spürbar kühler und zugleich etwas blasser.
Coating
Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.
Mikroskopischer Blick auf die Subpixel mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der BenQ MA320UP besitzt eine leicht spiegelnde Oberfläche mit mikroskopischen Vertiefungen zur Diffusion.
Backlight
Die Hintergrundbeleuchtung des BenQ MA320UP wird nicht durch Pulsweitenmodulation (PWM) gedimmt, sodass keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flicker) auftreten. Getestet wurde bei einer Helligkeit von 100 %, 140 cd/m² (14 %) und 0 %. Damit ist der Bildschirm selbst bei reduzierter Leuchtdichte für ein längeres, ermüdungsfreies Arbeiten davor geeignet.
Interpolation
Der BenQ MA320UP löst nativ mit 3840 × 2160 Pixeln auf. Der Bildschärferegler wirkt auch an den digitalen Eingängen und lässt sich im Wertebereich von 1 bis 10 einstellen. Ein Nachschärfen ist bei digitalen Eingangssignalen in der Regel nicht sinnvoll, vor allem in der EBV. Die Voreinstellung von 5 scheint uns allerdings dennoch gut gewählt, sodass wir den Regler so belassen haben.
In der nativen Auflösung ist die Schärfe erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1280 × 720 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfe-Eindruck. Farbsäume treten nicht auf.
Zur Skalierung stehen im OSD unter der Bezeichnung „Anzeigemodus“ die Optionen „Vollbild“, „Seitenverhältnis“ und „1:1“ zur Verfügung. Der BenQ MA320UP kann daher auch vom nativen 16:9-Format abweichende Eingangsauflösungen ohne geometrische Verzerrungen maximal bildschirmfüllend skalieren. Das gilt vor allem für typische Videoauflösungen wie 480p und 576p. Wie die unten stehende Tabelle zeigt, ist der Proband damit auch dann äußerst flexibel, wenn man ihn nicht in der nativen Auflösung betreibt.
| Signal | Verzerrungsfreie, maximal flächenfüllende Wiedergabe | Unskalierte Wiedergabe |
| SD (480p) | Ja | Ja |
| SD (576p) | Ja | Ja |
| HD (720p) | Ja | Ja |
| HD (1080p) | Ja | Ja |
| UHD (4K) | Ja | Ja |
| PC (5:4) | Ja | Ja |
| PC (4:3) | Teilweise (1600 × 1200 nein, 1024 × 768 ja) | Ja |
| PC (16:10) | Teilweise (1920 × 1200 nein, 1680 × 1050 ja) | Ja |
| PC (16:9) | Ja | Ja |
Farbwiedergabe
Bei Monitoren für den Grafikbereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB- und Adobe-RGB-Modus. Anschließend wird der Proband mit Quato iColor Display kalibriert. Sofern der Bildschirm eine vollwertige Hardware-Kalibrierung besitzt, wird stattdessen diese in Verbindung mit der Hersteller-Software verwendet. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software. Als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1Display Pro und das Spektrofotometer X-Rite i1Pro eingesetzt.
Farbraumvergleich in CIELAB (D50)
Die folgenden Darstellungen basieren auf den farbmetrischen Daten nach einer Kalibrierung auf D65 als Weißpunkt. Das Bezugsweiß für die Aufbereitung in CIELAB ist D50 (adaptiert mit Bradford).
Weißes Volumen: Bildschirmfarbraum
Schwarzes Volumen: Referenzfarbraum
Buntes Volumen: Schnittmenge
Vergleichsziele: sRGB, DCI-P3
Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Farbraumabdeckung zunächst nach der Software-Kalibrierung auf den nativen Farbraum im Vergleich mit unterschiedlichen Arbeitsfarbräumen:
Der native Farbraum des BenQ MA320UP ist deutlich größer als sRGB, das nahezu vollständig abgedeckt wird. Bei DCI-P3 nennt der Hersteller 97 %, in unseren Messungen erreicht der Monitor jedoch nur 93 %. Die Abweichung fällt damit spürbar aus und zeigt sich nicht als gleichmäßige Verkleinerung, sondern als Unterdeckung in einzelnen Bereichen bei gleichzeitiger Überdeckung an anderer Stelle.
Der BenQ MA320UP besitzt ab Werk auch zwei Presets für die Farbräume sRGB und DCI-P3. Ziel der Presets sollte es sein, den nativen Farbraum möglichst genau auf den Zielfarbraum zu begrenzen, sodass man auch außerhalb von Farbmanagement-fähigen Anwendungen ein verlässliches Ergebnis erhält.
Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Farbraumabdeckung unkalibriert in den jeweiligen Werkspresets:
Beide Presets beschneiden den nativen Farbraum sehr präzise auf den jeweiligen Zielfarbraum. Im sRGB-Modus gelingt das nahezu überlappungsfrei und ohne relevante Unterdeckungen. Im DCI-P3-Modus wird die Überdeckung zwar ebenfalls sauber zurückgenommen, die bereits zuvor bestehende Unterdeckung des Zielfarbraums bleibt jedoch erwartungsgemäß erhalten.
Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werkspreset und nach Softwarekalibrierung mit Quato iColor Display zusammen:
| Farbraum | Herstellerangabe | Abdeckung im Werks-Preset | Abdeckung nach Kalibrierung |
| sRGB | 99 % | 94 % | 99 % |
| Adobe RGB | k. A. | – | 86 % |
| ECI-RGB v2 | k. A. | – | 79 % |
| DCI-P3 RGB | 97 % | 90 % | 93 % |
| ISO Coated v2 (FOGRA39L) | k. A. | – | 96 % |























