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BRANDHEISS

Test Monitor BenQ GW2760HS
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Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert.

Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden ein X-rite i1 DisplayPro Colorimeter und ein X-rite i1 Pro Spektrofotometer eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Benq Gw2760hs Monitor Fra Srgb 1
Benq Gw2760hs Monitor Fra Srgb 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums

Die Farbraumuntersuchung zeigt, dass der sRGB-Farbraum zu 90 Prozent abgedeckt wird. Dafür gibt es ganz knapp eine gute Bewertung.

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: DeltaE Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, DeltaC Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben: Modus Standard, Farbeinstellung Normal, Gamma 3, Helligkeit 100 und Kontrast 50.

Vergleich der Werkseinstellung mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Benq Gw2760hs Monitor Werk Std
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung Standard Normal

In der Werkseinstellung Standard Normal trifft das Weißbild die vorgegebene Farbtemperatur von 6500K recht genau. Die dunkleren Graustufen werden zunehmend kühler, daher fallen die deltaC-Abweichungen und der Rangewert bezogen auf den nativen Weißpunkt etwas größer aus.

Die Gammakurve verläuft ansteigend und oberhalb der Normkurve, sie ist aber durchaus akzeptabel. Die Buntfarben bewerten wir in der Werkseinstellung nicht, hier fallen aber schon die erhöhten Abweichungen der Grundfarben Rot und Grün auf.

Für normale Arbeiten im Bereich Office, Internet und auch Video ist die Farbwiedergabe einwandfrei. Für farbverbindliche Anwendungen bekommt die Grauwiedergabe noch eine zufriedenstellende Bewertung.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich der sRGB-Einstellung mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Benq Gw2760hs Monitor Werk Srgb
Farbwiedergabe in der sRGB-Einstellung

Visuell wie messtechnisch unterscheidet sich der sRGB-Modus nicht sehr vom zuvor beschriebenen Standardmodus, auffällig ist vor allem der Rückgang der Helligkeit von 100 auf 90 Prozent. Leider wurde die Gammakurve hier sehr niedrig eingestellt, sie entspricht eher dem in der Druckvorstufe üblichen Wert von 1,8.

Bei den Buntfarben gelingt die Mischung schlecht, die Abweichungen bei den Primärfarben Rot und Grün können wegen der knappen Farbraumabdeckung auch nicht besser ausfallen.

Im sRGB-Modus kann der GW2760HS nicht überzeugen. Für farbverbindliches Arbeiten ist diese Einstellung nicht geeignet.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des kalibrierten Monitors mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Durch die Kalibrierung und Profilierung wird eine möglichst hohe Neutralität und Linearität der Farbwiedergabe erreicht. Farbechtheit (im Rahmen der Monitorgrenzen) wird erst im Zusammenspiel mit farbmanagementfähiger Software erreicht.

Benq Gw2760hs Monitor Kal Srgb
Farbwiedergabe nach der Kalibrierung

Vor der Kalibrierung mit iColor 3.8 und Xrite’s Colorimeter i1 Display Pro haben wir zunächst den Weißpunkt im Benutzermodus justiert, dafür wurde aber nur der Blau-Regler um einen Punkt abgesenkt. Der gemessene Gammawert von 2,29 war uns zu hoch, mit der Einstellung Gamma 2 ergaben sich dann bessere 2,13. Für die Farbkorrektur des Colorimeters wählten wir das von Xrite mitgelieferte White-LED Profil.

Die Charts zeigen, dass sich die Farbwiedergabe durch die Kalibration entscheidend verbessert. Die Abweichungen bei den Graustufen sind jetzt durchweg sehr klein, nur der 10%-Wert sticht noch heraus. Die Gammakurve folgt nun gut dem Normverlauf. Auch bei den Mischfarben sind die Abweichungen nur noch sehr gering, was man von Rot und Grün leider nicht sagen kann: hier fehlen schlicht die entsprechenden Enden des sRGB-Farbraums. Der hohe Kontrastwert zeigt sich von der Kalibration völlig unbeeindruckt.

Nach der Kalibrierung kann der GW2760HS mit guter Farbwiedergabe auch bei farbkritischen Anwendungen überzeugen, solange man um seine Rot-Grün-Schwäche weiß. Bei entsprechenden Ansprüchen z.B. in der engagierten Fotobearbeitung ist der Kauf eines Colorimeters völlig gerechtfertigt.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Interpolation

Gewählt werden können als Darstellungsmodus eine Streckung auf das Vollbild oder eine seitengerechnet vergrößerte Anzeige. Eine 1:1 Darstellung ist nicht möglich und muss bei Bedarf über den Grafikkartentreiber erzwungen werden.

Wir haben verschiedene Auflösungen getestet, die alle problemlos seitengerecht dargestellt werden konnten, bei einigen gab es allerdings im oberen und unteren Bereich zusätzliche kleine schwarze Balken, die im Betrieb aber kaum stören dürften.

Direkt gegenübergestellt haben wir der nativen Auflösung die 16:9 Auflösung 1.280 x 720 die aufgrund des gleichen Seitenverhältnisses bildschirmfüllend dargestellt werden kann. Gewählt werden sollte diese Auflösung, wenn die Leistung der Grafikkarte nicht ausreicht, um bestimmte Anwendungen in der nativen Auflösung betreiben zu können.

Unsere Empfehlung bei dieser Auflösung geht genau in die andere Richtung als bei der Beurteilung der subjektiven Bildqualität. Dort haben wir eine Reduzierung der Schärfe empfohlen, hier sollte sie dagegen angehoben werden, um das Ausgangsbild zu verbessern. Eine leichte Unschärfe bleibt aber weiterhin vorhanden, so dass insgesamt eine gute Note erreicht werden kann. Die native Auflösung haben wir mit der voreingestellten Schärfe abgebildet, so dass die Überschärfung im Detail beobachtet werden kann.

Benq Gw2760hs Monitor Gitternative
Benq Gw2760hs Monitor Gitter720
Testgrafik, links: nativ; rechts: 1.280 x 720 Vollbild
Benq Gw2760hs Monitor Textnative
 
Benq Gw2760hs Monitor Text720
Textwiedergabe, oben: nativ; unten: 1.280 x 720 Vollbild

Christian Kraft

... ist seit 2010 im Team und verfasst Testberichte für Monitore. Neben seinen Vorlieben für die Fotografie und der koreanischen Küche hatte er schon immer eine Leidenschaft für Computerspiele. Früher als reiner PC-Spieler und heute als Gamerscore-Jäger auf der Xbox.

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