Test Monitor BenQ XR3501
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Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

Am Computer besteht kein Problem mit der Skalierung, da die meisten Software-Player über umfangreiche Einstellungsoptionen verfügen. Externe BD-Player verfügen zumeist nicht über diese Qualitäten, so dass der Monitor diese Aufgabe übernehmen muss.

Dem XR3501 gelingt die Herausforderung, Blu-ray-Filme bildschirmfüllend ohne Balken wiederzugeben, nicht, da nur die Modi „Voll“ und „Seitenverhältnis“ zur Verfügung stehen. Ersterer streckt das Bild auf die gesamte Breite, während letzterer es verkleinert, so dass es in einem Fenster angezeigt wird. Die dritte Option 1:1 wird erst wählbar, wenn man playerseitig eine kleinere Auflösung als HD vorauswählt.

Im Klartext kommt man also nur am Computer oder durch geeignete BD-Player in den Genuss von Vollbildern im 21:9-Format. Außerdem wird sämtliches Material nicht automatisch im richtigen Seitenverhältnis angezeigt, sondern immer im Modus „Voll“. Wählt man schließlich „Seitengerecht“ aus, so erscheinen HD- und SD-Material im richtigen Seitenverhältnis.

Benq Xr3501 Monitor Video Voll
Benq Xr3501 Monitor Video Seitenverhaeltnis
Externe Quellen lassen zumeist kein Vollbild ohne Balken zu.

Im Juddertest nahm das Testgerät bis 144 Hz alle Bildraten entgegen, die wir ihm anboten. Einzig 24 Hz war nicht frei von Judder. Wir schauten uns einen Blu-ray-Film bei dieser Bildrate an, um festzustellen, ob sich das Zittern stark auswirkt. Die Wiedergabe war durchaus sehenswert und schränkte den Filmgenuss nicht ein.

Aus dem Handbuch oder Datenblatt ist nicht zu entnehmen, ob der BenQ XR3501 auch Interlaced-Signale annimmt. Wir haben das Display an eine Set-Top-Box angeschlossen und Signale in 1.080i und 576i zugespielt. In 1.080i war das Bild absolut in Ordnung. Bei 576i bemerkten wir ein ganz minimales Zittern, was sich unterschwellig mit der Dauer der Zeit immer unangenehmer anfühlte und uns zum Abschalten veranlasste.

Zusätzlich haben wir noch Testvideos mit 2:2- und 3:2-Rhythmus zugespielt. Hiervon wurden nur die mit 2:2-Kandenz richtig wiedergegeben. Bei ungeradem Rhythmus bekamen wir ein Bild mit Zeilenflimmern und starker Kammbildung zu sehen, was ebenfalls für einen nicht verbauten Deinterlacer spricht.

Overscan

Unter „Bild erweitert“ ist die Overscan-Funktion zu finden. Diese kann nur aktiviert werden, wenn das Display per HDMI angeschlossen ist. Das Bild wird dann oben und unten jeweils um 22 Pixel und links und rechts um jeweils 30 Pixel beschnitten.

Farbmodelle und Signallevel

Unter „HDMI RGB PC Bereich“ in „Bild erweitert“ kann der Signallevel angepasst werden. Zur Auswahl stehen PC-Level „RGB ( 0~255)“ und Video-Level „RGB (16~235)“.

Bewertung

Keine Angaben
3.8

(GUT)

Fazit

Der BenQ XR3501 weiß durch seinen modernen Look auf den ersten Blick zu gefallen. Das liegt zum einen an dem chromfarbenen Tragekonstrukt mit den zwei diagonalen Füßen und zum anderen an dem Display im 21:9-Format, dessen extreme Krümmung in dieser Form von uns noch nicht getestet werden konnte. Selbst ausgeschaltet ist das Modell ein richtiges Schmuckstück und könnte auch den Fernseher im heimischen Wohnzimmer ersetzen. Auch die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben. Schöne Dinge sind leider oft nicht praktisch, was auch auf den XR3501 zutrifft, da die ergonomischen Funktionen vernachlässigt wurden und einzig eine Neigefunktion vorhanden ist. Diese Einschränkungen könnten sich bei längeren Sitzungen als problematisch darstellen.

Die optimale Werkseinstellung sorgt bereits ohne Kalibrierung für ein ausgewogenes Bild. Besonders die Graubalance und der sRGB-Modus konnten uns überzeugen und lieferten ohne Einstellungsveränderung ein sehr ansprechendes Ergebnis. Gar nicht gefallen haben uns die Farbreinheit und die Ausleuchtung des Panels.

Die guten Einstellungen ab Werk machen sich auch bei Videos bemerkbar, da einzig die enorme Helligkeit von 350 cd/m² etwas heruntergeschraubt werden muss, um ein ansehnliches Bild zu erhalten. Auch die 24-Hz-Unterstützung wird Kinofreunden gefallen. Die einzigen Einschränkungen sind der Kontrastverlust auf den äußeren Plätzen und der kräftige Glow bei dunklen Bildpassagen. Zudem muss für einen externen Ton gesorgt werden, da dem XR3501 keine Lautsprecher spendiert wurden.

Laut Produkt-Webseite liegt der Fokus des XR3501 auf Rennsimulationen. Diese Disziplin meistert das Gerät dann auch sehr gut. Obwohl die Messergebnisse des Reaktionsverhaltens im Vergleich zu anderen von uns bereits getesteten 144-Hz-Gaming-Displays erheblich abfallen, ist das subjektive Spielempfinden erstklassig, und darauf kommt es schließlich an. Auch hier ist die enorme Biegung des Displays ein echter Mehrgewinn und zieht den Spieler förmlich auf die Rennstrecke. Die 144 Hz sorgen zudem für einen merklich flüssigeren Spielablauf.

Insgesamt hinterlässt der BenQ XR3501 überwiegend einen positiven Eindruck. Abgesehen von der Bildhomogenität und den ergonomischen Gesichtspunkten erhält man ein Gaming-Display im topaktuellen Curved-Design, mit dem sich insbesondere Rennsimulationen ein Stück weit realer anfühlen. Der momentan aufgerufene Straßenpreis von 1.099€ erscheint uns allerdings etwas hoch gegriffen.

Die Farbreinheit ist für einen Gamer-Monitor unwichtig, solange damit nicht farbverbindlich gearbeitet werden soll. Die subjektive Bild- und Farbqualität ist nämlich gelungen. Die Helligkeitsverteilung ist allerdings misslungen, fällt aber subjektiv weit weniger auf, als es die Messwerte vermuten lassen. Da uns das Rennspiel mit dem Monitor aber so viel Spaß gemacht hat, haben wir uns noch zu einer knappen guten Gesamtwertung durchgerungen.

Testlogo BenQ XR3501

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