Test Monitor HP Pavilion w2207
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Bildqualität

Beim HP w2207 kommt ein TN- Panel zum Einsatz, welches laut Hersteller mit einem Kontrast von 1000:1 aufwartet. In Verbindung mit Hewlett Packards so genannter BrightView-Technologie – also einer Glossy- oder Glare-Beschichtung – hinterlässt das Gerät einen außerordentlich guten subjektiven Bildeindruck.

Der aus den guten Kontrasteigenschaften resultierende, hohe Schwarzwert ist zumindest für einen Monitor mit TN-Panel bemerkenswert. An die ausgezeichneten Schwarzwerte eines TFTs mit VA-Panel kann allerdings auch der HP w2207 nicht heranreichen.

BrightView sorgt zwar für einen subjektiv besseren Schwarzwert und eine bessere Farbbrillanz, reflektiert einfallendes Licht aber auch deutlich stärker als Displays mit Anti-Reflex-Beschichtung. Am stärksten sind die Reflexionen im ausgeschalteten Zustand wahrzunehmen, weshalb die Bezeichnung ´Rasier- oder Schminkspiegel´ nicht ganz unzutreffend ist.

Erfreulicher Weise reflektiert der HP w2207 das Licht im laufenden Betrieb deutlich weniger stark. Dennoch sollte bei Monitoren mit Glossy-Panel darauf geachtet werden, dass sich am Aufstellungsort kein Fenster oder eine andere stärkere Lichtquelle vor dem Display befindet.

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Ausgeschaltet ist der HP w2207 durchaus als Spiegel zu gebrauchen.

Die maximale Helligkeit wird vom Hersteller mit 300 cd/m² angegeben. Unsere eigenen Messungen ergeben einen minimalen Helligkeitswert von erstaunlich niedrigen 6 cd/m² und als Maximum 259 cd/m². Da als normale Arbeitshelligkeit üblicherweise eine Einstellung zwischen 120 und 150 cd/m² gewählt wird, erachten wir die Helligkeitsressourcen des w2207 als absolut ausreichend.

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Bei der Ausleuchtung schneidet der HP w2207 von allen 22 Zoll Widescreen-TFTs, die bislang von Prad.de getestet wurden, am besten ab. Bei unserem Testgerät sind nur dann minimale Aufhellungen am oberen und unteren Panelrand auszumachen, wenn auf dem Display ein komplett schwarzes Bild (schwarzer Bildschirmschoner) angezeigt und gleichzeitig der Raum abgedunkelt wird.

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Helligkeitsverteilung im abgedunkelten Raum bei sRGB-Voreinstellung (rund 200 cd/m²).
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An 15 Messpunkten haben wir die Helligkeit überprüft.

Die Helligkeit nimmt von der Bildschirmmitte aus zu den Seiten hin etwas ab. Die durchschnittliche Abweichung vom Richtwert beträgt sechs Prozent, wobei die Abweichungen zum linken Bildschirmrand hin etwas stärker sind. Die größte Abweichung ist in der linken oberen Ecke mit rund 16 Prozent zu verzeichnen.

Unter normalen Raumlichtbedingungen fallen die Helligkeitsschwankungen praktisch nicht auf, sodass wir die Ausleuchtung des HP w2207 insgesamt mit ´gut´ bewerten – für ein Gerät dieser Panelklasse sogar mit ´sehr gut´. Wir möchten an dieser Stelle außerdem darauf hinweisen, dass die Ausleuchtung von TFTs generell einer gewissen Serienstreuung unterliegt.

Der Blickwinkel des w2207 wird von Hewlett Packard horizontal und vertikal mit jeweils 160 Grad angegeben. Wie bei den meisten TFT-Monitoren mit TN-Panel haben auch bei diesem Modell die offiziellen Blickwinkelangaben der Hersteller nicht viel mit der Realität zu tun.

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Seitlicher Einblickwinkel von rechts und bei frontaler Ansicht.
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Das obere Bild zeigt den Blickwinkel bei Sicht von unten – das untere Bild zeigt den Blickwinkel von oben.

In der Praxis zeigen sich beim HP w2207 bereits bei seitlichen Blickwinkeln von 135 – 140 Grad recht deutliche Farb- und Helligkeitsveränderungen. Besonders stark fallen die Farbveränderungen beim Blick von unten aus. Hier kippt der Kontrast bereits bei unter 100 Grad komplett. Insgesamt liegt die Blickwinkelabhängigkeit des 22 Zöllers von HP aber in einem für diese Panelklasse normalen Rahmen und kann noch als zufriedenstellend gewertet werden.

Die subjektive Farbwiedergabequalität des HP w2207 kann als sehr gut gewertet werden. Dank BrightView-Beschichtung bringt der Bildschirm strahlendere und brillantere Farben auf den Schirm als die meisten Konkurrenzmodelle ohne Glossy-Panel. Auf Testbildern ist in feinen linearen und radialen Farb- und Grauverläufen bei genauem Hinsehen eine leichte Treppchenbildung zu erkennen, was allerdings nicht ungewöhnlich für TN-Panels ist.

Ausmessung und Kalibration

Mit dem Colorimeter Eye One Display 2 von Gretag Mac Beth und der iColor Kalibrierungssoftware von Quatographic haben wir den HP w2207 farblich kalibriert. Anschließend wurden der anzeigbare Farbraum sowie die Farbausgabequalität gemessen.

Kalibrierung

Ziel Erreicht
2.2 2.2
6500 6487
140 139
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Hp Pavilion W2207 Monitor 48 Hp W2207
Messdiagramme: Zur Vergrößerung und Erläuterung die Grafiken anklicken

Wie unsere Messungen zeigen, deckt der anzeigbare Farbraum des HP w2207 den sRGB-Arbeitsfarbraum weitestgehend ab. Einen kleinen Teil des kritischen Blaubereichs kann der TFT nicht darstellen; hier tun sich alle Monitore mit TN-Panel schwer, so z.B. auch der Samsung 245B.

Für farbunkritische grafische Anwendungen im Multimediabereich (z. B. Webdesign, Videoschnitt) betrachten wir den HP w2207 gerade noch als geeignet. Nichts zu suchen hat dieses Gerät allerdings in der professionellen Bild- und Grafikbearbeitung. Monitore mit VA- oder IPS-Panel sind hierfür wesentlich besser geeignet.

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Der darstellbare Farbraum als volumetrische 3D-Ansicht.
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Linkes Bild: Der Farbraum des w2207 (farbige Linie) im Vergleich zumsRGB-Arbeitsfarbraum (grau/weiße Linie). Rechts der Vergleich zum Adobe-Farbraum.

UGRA

In der professionellen Bild- und Grafikbearbeitung finden bislang ausschließlich TFTs mit S-IPS oder VA-Panel Verwendung. Trotz Fortschritten bei Farbdarstellung und Ausleuchtung reicht es in der TN-Klasse selbst bei modernen Geräten für diese Anwendungsgebiete nicht aus. Dies belegt auch unsere Prüfung mit dem UGRA Display Analysis and Certification Tool (UDACT), dass für die Zertifizierung von Grafikermonitoren entwickelt wurde.

In unserem Test zeigt sich, dass der Monitor nicht alle Vorgaben des UDACT bestehen kann; lediglich für die Verwendung im Layoutbereich erweist er sich noch als tauglich. Nur ein TFT, der sämtliche UGRA-Kriterien erfüllen kann, wird als geeignet für den Einsatz im Print-Bereich angesehen und entsprechend auch positiv für ISO-Drucknormen wie ISOcoated, ISOuncoated oder ISOnewspaper zertifiziert.

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Das UGRA-Zertifizierungsprotokoll (Kurzfassung). Der ausführliche Reportdes UDACT kann hier als PDF-Datei geladen werden.

Die voreingestellten Grafikmodi des HP w2207 sind für den Grafikeinsatz kaum zu gebrauchen. Im sRGB-Modus ermittelten wir bei unserem Testgerät ein Gamma von 2.5, eine Farbtemperatur von 6824 Kelvin und eine Helligkeit von 201 cd/m².

Im voreingestellten 6500K-Modus haben wir 2.4 Gamma, 6679 Kelvin und 247 cd/m² gemessen und im 9300K-Modus kamen wir auf 2.4 Gamma, 8837 Kelvin und 216 cd/m². Für die hobbymäßige Bildbearbeitung eignet sich der HP w2207 jedoch allemal: Wer für sein privates Photoalbum hin und wieder mal ein paar Schnappschüsse aus dem Urlaub nachbearbeiten will, kann dies auch an einem TN-Monitor wie dem w2207 tun.

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