Test Monitor Iiyama ProLite XB2776QS
3/6

1
2986

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so wie man es mit bloßem Auge bei mittleren Helligkeitswerten sieht, hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Iiyama Prolite Xb2776qs Monitor Black 1
Iiyama Prolite Xb2776qs Monitor Black 2
Ausleuchtung bei normaler und verlängerter Belichtung.

Mit bloßem Auge fällt ein schmaler Bereich am oberen und unteren Rand auf, wo das Backlight durchschimmert. Er ist aber so schwach, dass er selbst bei Videos mit schwarzen Balken nicht störend auffällt. Größere Lichthöfe in den Ecken sind auch nicht zu erkennen. Das zweite Bild bei längerer Belichtungszeit ist bis auf eine leichte Wolkenbildung ebenfalls recht gleichmäßig.
Bei diesem Testbild fällt dann auch die große und extrem helle blaue Betriebs-LED auf. Sie ist so hell, dass auf den Bildern weiß angezeigt wird, da hier die Kamera, deren Belichtung ja für das IPS-Panel eingestellt war, schon lang überbelichtet.

Frontal und mittig betrachtet wirkt der Bildschirm zunächst ungemein schwarz und sehr homogen, nur die Ecken hellen sich etwas auf. Bei seitlicher Betrachtung lässt der Schwarzwert allerdings deutlich nach, und die Bildoberfläche wird etwas wolkig. Richtig schwarz ist der Monitor also immer genau dort, wo man nahezu senkrecht auf seine Oberfläche schaut.

Helligkeit, Kontrast und Schwarzwert

Iiyama Prolite Xb2776qs Monitor Kontrast
Helligkeits- und Kontrastverlauf.

Der Helligkeitsregler des Iiyama XB2776QS arbeitet linear, die einstellbare Leuchtdichte (Weißwert) liegt zwischen 126 und 410 cd/m². Die im Datenblatt genannte Maximalhelligkeit von 350 cd/m² übertrifft unser Testexemplar deutlich.

Der Regelbereich ist sehr groß, doch das untere Ende ist eindeutig zu hoch angesetzt: in dunklen Räumen können durchaus auch einmal 70 cd/m² sinnvoll sein. In sehr heller Umgebung kann der XB2776QS dagegen mit üppigen Reserven auftrumpfen. Bei unserer empfohlenen Arbeitsplatzhelligkeit von 140 cd/m² steht der Regler erst in Position 6 von 100.

Die Schwarzwerte liegen zwischen 0,12 und 0,39 cd/m², was im Vergleich zu anderen Monitoren auf den ersten Blick hoch erscheint. Allerdings ist auch das ebenfalls sehr hohe Weißniveau zu berücksichtigen, insgesamt ergibt sich ein sehr gutes Kontrastverhältnis von 1050:1. Auch mit dem bloßen Auge betrachtet sind Schwarzwert und Kontrast überzeugend.

Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität

Iiyama Prolite Xb2776qs Monitor Frein
Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität beim weißen Testbild.

Bei der Helligkeitsverteilung erreicht der XB2776QS nur einen Mittelwert von 91,6 Prozent. An allen Rändern und vor allem in den beiden oberen Ecken finden wir zahlreiche zweistellige Abweichungen. Die Gesamtbewertung ist daher zufriedenstellend. Die von der Messsonde aufgedeckten Ungleichmäßigkeiten liegen aber alle noch unter der Sichtbarkeitsschwelle für das bloße Auge.

Bei der Farbreinheit sieht es etwas besser aus. Das mittlere deltaE von nur 1,4 ist gut, auch die Einzelergebnisse sind alle schön niedrig. Hierfür erhält der XB2776QS eine gute Note.

Mit dem bloßen Auge betrachtet fallen die Ungleichmäßigkeiten im weißen Testbild nicht auf. Der IPS-typische Farbschimmer bei größeren Blickwinkeln ist bei diesem Panel erfreulich gering.

Blickwinkel

Iiyama Prolite Xb2776qs Monitor Blickwinkel
Horizontale und vertikale Blickwinkel.

Das Foto zeigt den Bildschirm des XB2776QS bei horizontalen und vertikalen Blickwinkeln. Die horizontale Blickwinkelstabilität ist sehr gut, es ist nur eine leichte Kontrastreduzierung bemerkbar. In der Vertikalen dagegen ist die Kontrastminderung sehr deutlich, das Bild wird blasser.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert.

Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden ein X-rite i1 DisplayPro Colorimeter und ein X-rite i1 Pro Spektrofotometer eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Iiyama Prolite Xb2776qs Monitor Srgb 1
Iiyama Prolite Xb2776qs Monitor Srgb 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums (Erläuterung der 3D Ansichten).

Bei der Farbraumuntersuchung ermitteln wir zunächst die Abdeckung des sRGB-Farbraums. Hier liefert der XB2776QS mit 99,3 Prozent ein sehr gutes Ergebnis ab.

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: DeltaE Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, DeltaC Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Vergleich der Werkseinstellung mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Nach dem Reset im OSD finden wir folgende Einstellungen vor: Farbtemperatur Anwender, Gamma 2.2, Helligkeit 100 und Kontrast 50. Ein visueller Unterschied zwischen den Einstellungen Anwender mit RGB 100 und 6500K ist nicht zu erkennen, wir haben im Folgenden wegen des eindeutigen Namens die 6500K-Einstellung gewählt.

Iiyama Prolite Xb2776qs Monitor Werk 6500k
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung 6500K.

Der Weißpunkt in der Werkseinstellung entspricht mit 6476K der sRGB-Norm, doch leider sind die Graustufen durchgehend um gut 400K wärmer. Dementsprechend hoch sind die deltaC-Abweichungen und das gilt auch für den Rangewert bezogen auf das native Weiß. Die Abweichungen bei den Buntfarben sind eigentlich akzeptabel, hier fallen aber ausgerechnet die hohen deltaE-Werte der drei Grundfarben RGB auf. Die Gammakurve verläuft annähernd bei konstanten 2,2.

Für farbverbindliches Arbeiten sind diese Abweichungen zu hoch. Auch wenn in die Bewertung für die Werkseinstellung nur die Graubeurteilung einfließt, reicht es hier insgesamt nur für eine sehr schlechte Note. Bei gewöhnlichen Anwendungen wie Office, Internet und Filmen wird dies allerdings nicht auffallen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Iiyama Prolite Xb2776qs Monitor Werk Srgb
Farbwiedergabe in der sRGB-Einstellung.

Mit dem bloßen Auge ist beim Umschalten im OSD kein Unterschied zwischen 6500K und sRGB zu erkennen, und die praktisch identischen Messergebnisse bestätigen dies. Daher kann auch diese Einstellung trotz ihres Namens nicht für farbverbindliches Arbeiten empfohlen werden. Für die Bewertung werden jetzt alle Kriterien der Norm herangezogen, deren Vorgabewerte logischerweise wieder nur sehr schlecht eingehalten werden.

Leider steht der Helligkeitsregler im sRGB-Modus sehr hoch und kann nicht geändert werden. Die gemessene Helligkeit beträgt 322 cd/m², für dauerhaftes Arbeiten ist dies viel zu hell.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

1 KOMMENTAR

  1. Was mich bei 27“ Monitoren immer wundert ist, dass über die Ergonomie bei 2560 x 1440 eher geschwiegen wird.

    Ich habe mal einen Monitor von diesem Formformat ausprobiert und könnte ihn ehrlich gesagt niemandem in einem Büro mit gutem Gewissen hinstellen.

    Die Schriften sind einfach zu klein. Wenn man das jemand gibt, dreht er in Word die Schriftgröße hoch – dann wars das mit einer standardisierten Schriftgröße in der Firma.

    Meiner Meinung nach verdient ein 2560×1440 bei 27“ in Ergonomie (wegen der dpi, die weit außerhalb des üblichen liegen) ein dickes Minus.
    Und wenn man den Monitor mit weniger Auflösung betreibt kann man besser gleich zu einem günstigeren 24“ greifen.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!