Test Monitor NEC LCD2470WNX
3/6

0
4520

Bildqualität

Der NEC LCD2470WNX verfügt über ein S-PVA Panel, welches wahrscheinlich mit einer 10 Bit Look-up-Tabelle betrieben wird. Das Display bietet an sich ein gutes Bild, dessen Gesamteindruck allerdings von leichtem Banding bzw. ebenfalls leichten Farbstichen bei der Darstellung grauer Farbverläufe etwas getrübt wird. Bildqualität und Farbechtheit sind jedoch billigeren TN-Panels sichtbar überlegen.

Der Kontrast wird von NEC mit 1000:1 angegeben, wir haben bei unseren Tests einen Kontrast von bis zu 1400:1 ermittelt, was deutlich über den Herstellerangaben liegt und somit einen sehr guten Eindruck hinterlässt. Schwarz ist knackig und dunkel, Weiß geradezu gleißend hell.

NEC gibt die maximale Helligkeit des LCD2470WNX mit 500 cd/m² an, gemessen haben wir 476,7 cd/m² Spitze, was nah dran ist an der Herstellerangabe und eine extrem helle Darstellung ermöglicht. Bei hellem Sonnenlicht lässt sich der Monitor problemlos betreiben.

Leider lässt sich die Helligkeit nur begrenzt absenken. Zwar wird in einem versteckten, erweiterten Menüpunkt ein so genannter „Low Brightness“-Modus angeboten, dieser senkt aber nicht die Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung weiter ab, sondern lediglich den Kontrast (bzw. die RGB-Werte).

Schließt man den NEC LCD2470WNX über den analogen Eingang an, fällt erfreulicherweise nichts Negatives auf. Die automatische Bildanpassung funktioniert einwandfrei, das Bild ist stabil und wir können diesen TFT daher für den analogen Betrieb empfehlen.

Unsere Messung der Leuchtdichte hat beim NEC LCD2470WNX ergeben, dass die Helligkeit des Displays nicht ganz homogen verteilt ist. Subjektiv ist die Helligkeitsverteilung jedoch gut, lediglich im Bereich links unten ist die Helligkeit erkennbar dunkler.

Nec Lcd2470wnx Monitor Nec2470wnx Homogenity
Die Helligkeitsverteilung haben wir über 15 Messpunkte ermittelt.

Bei den maximalen Betrachtungswinkeln punktet der MultiSync LCD2470WNX durch sein S-PVA Panel, welches horizontale und vertikale Blickwinkel bei einem 10:1-Kontrastverhältnis von bis zu 176 Grad erlaubt. Zwar verblassen die Farben bei zunehmender seitlicher Einsicht, da der Kontrast abnimmt, der eigentliche Farbton bleibt aber immer erkennbar. Die Blickwinkel sollten im Alltag ausreichen und stellen TN-Panel immer noch deutlich in den Schatten.

Das Display des NEC LCD2470WNX zeigt bei großen, einfarbigen Flächen ein leichtes Farbschimmern, welches wir schon bei anderen VA-Panels beobachtet haben. Dieser „Kristallin“-Effekt fällt bei größerem Arbeitsabstand weniger auf. Vermutlich ist die Art der Anti-Reflex-Beschichtung, die einfallendes Licht streuen soll, dafür verantwortlich.

Ausmessung und Kalibration

Wir haben im Folgenden den NEC MultiSync LCD2470WNX bezüglich seiner Farbechtheit und seiner Fähigkeit zur Kalibration gründlich überprüft. Die Ergebnisse sind hauptsächlich für Grafik- und Videobearbeitung interessant. Für den Officebetrieb und Spiele sind sie zum Teil vernachlässigbar, da hier der subjektive Eindruck überwiegt.

Zunächst haben wir den maximalen Farbraum des TFTs ermittelt und einerseits mit dem Druckfarbraum Isocoated und andererseits mit dem sRGB-Farbraum verglichen. Als erstes müssen dafür die Bildschirmhelligkeit und die RGB-Werte auf 100 Prozent gesetzt werden.

Farbraum-Vergleich

sRGB ist der Standardfarbraum des Internets, von HDTV und zudem fast deckungsgleich mit PAL/SECAM TV. Kompaktkameras und Einsteiger-Spiegelreflexkameras (JPEG) arbeiten u.a. in sRGB und die meisten Fotolabore entwickeln ausschließlich im sRGB-Farbraum. Immer wenn zu einem Gerät oder einer Grafikdatei kein Profil vorliegt, geht Windows von sRGB aus.

Auch viele Farbdrucker arbeiten auf Normalpapier mit dem sRGB-Profil. Deshalb ist der sRGB-Farbraum im Gegensatz zum Isocoated-Druckfarbraum auch für „Normalanwender“ von Bedeutung. Wie gut der NEC LCD2470WNX sRGB abdecken kann, zeigt der folgende Vergleich:

Nec Lcd2470wnx Monitor Nec2470wnx Gamut Front Small
Nec Lcd2470wnx Monitor Nec2470wnx Gamut Back Small
Dreidimensionaler Vergleich des Monitor-Farbraums (farbiger Würfel) mit dem sRGB-Farbraum (Drahtgitter): Zur Vergrößerung bitte die Grafiken anklicken. 

Dreidimensionaler Vergleich des Monitor-Farbraums (farbiger Würfel) mit dem sRGB-Farbraum (Drahtgitter): Zur Vergrößerung bitte die Grafiken anklicken.

Neben sRGB bieten viele Einsteigerkameras noch den AdobeRGB-Farbraum an, welcher u.a. auch bei der professionellen Bildbearbeitung zum Einsatz kommt. AdobeRGB umfasst vor allem mehr Grün- und Türkistöne, um die Möglichkeiten moderner Druckverfahren schon während der Bearbeitung besser abzubilden.

Da der NEC LCD2470WNX aber gerade noch sRGB abdeckt, ist ein Vergleich zum größeren AdobeRGB-Farbraum hinfällig. Das muss kein Nachteil sein, da größere Farbräume auch größere Abstufungen mit sich bringen. Bisher sind nur wenige Geräte in der Lage größere Farbräume darzustellen. Hierzu gehören zum Beispiel die CG-Serie von Eizo oder die Spectraview-Displays von NEC.

Interessant ist außerdem noch der Vergleich zum Isocoated-Farbraum des Offset Drucks, da dieser in der Regel auch dem Mindesten entspricht, was aktuelle Tintenstrahldrucker bewältigen können. Viele moderne Tintenstrahldrucker und Druckverfahren decken darüber hinaus einen noch größeren Bereich ab.

Der Isocoated-Farbraum wird vom NEC LCD2470WNX gut bis sehr gut abgedeckt. Insgesamt bietet der TFT einen guten Farbraum und deckt sowohl sRGB als auch Isocoated hinreichend ab. Damit ist der Großteil der Anwender gut bedient. Eine sehr gute Bewertung ist Modellen mit besonders großem Farbraum vorbehalten, wie ihn z.B. der NEC LCD2690WUXi bietet.

Nec Lcd2470wnx Monitor Nec2470wnx Gamut Isocoated Klein
Zweidimensionaler Vergleich des Monitor-Farbraums (schwarze Linie) mit dem Referenzfarbraum „Isocoated“ des Offset-Drucks (weiße Linie). Zur Vergrößerung die Grafik anklicken.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!